Dass die personelle Neuaufstellung der Mainpost nicht förderlich für deren Qualität war und ist, habe ich nicht alleine festgestellt, mangels Alternativen gibt es leider keine andere Tageszeitung. Der wöchentliche Bericht über Tiefflieger im Landkreis Main-Spessart ist hier die besondere Spezialität, neu eröffnete und kürzlich geschlossene Läden sind das Bonbon der Luftnummernbeauftragten und einseitig „recherchierte“ und entsprechend dargestellte Beiträge zur Verkehrspolitik finden sich auch regelmäßig. Dass einige Redaktionsmitglieder und auch freie Mitarbeiter nicht verstanden haben, dass ihre persönliche politische Haltung niemanden interessiert und auch eigentlich keine Rolle zu spielen hat, scheint ja inzwischen generell die Linie von Journalisten zu sein, da sie ihre Haltung bei jeder Gelegenheit kundtun müssen.
Der Genderquatsch, den die Mainpost „Diskriminierungssensibel und gendergerecht“ nennt, hat hier seit ein paar Jahren für manche Stilblüte gesorgt, manch einer versucht wohl ein extra Fleißbienchen zu ergattern, indem alle nur denkbaren Varianten durchgenudelt werden, ganz gleich, ob das sinnvoll oder sogar falsch ist. Was zählt, ist die gute Absicht und das gute Gefühl, dass man besonders gerecht ist.
Beispiel 1, einmal mehr der Schwachsinn mit dem Partizip I:

Wer hat sich diesen Bockmist ausgedacht, mit dem Partizip I Nomen im generischen Maskulinum zu umschreiben, wenn das schon im Singular nicht funktioniert und zu allem Überfluss völlig sinnentstellend ist, weil diese Form etwas umschreibt, was nicht abgeschlossen ist und parallel zur Hauptaussage stattfindet. „Radfahrende“ sind das im Moment des Radfahrens, nicht aber im Moment des Anhaltens, gleiches gilt für „Autofahrende“ und all den anderen Käse wie „Teilnehmende“, „Lernende“, „Lehrende“ oder „Studierende“. Studenten – und auch Studentinnen – können mal weggehen, Studierende in der Kneipe sind eher selten anzutreffen.
Wenn man dann auch noch Berufsbezeichnungen verunstaltet und Bäcker zu „Backenden“ werden, dann geht das spätestens beim Scheißen schief.

So stellt sich ChatGPT einen backenden Kackenden, äh, natürlich einen kackenden Backenden vor. Es lässt sich ja nicht anders bewerkstelligen.
Beispiel 2, der noch größere Schwachsinn mit dem Wechsel zwischen maskuliner und femininer Form:

Auch das ist in der Mainpost sehr beliebt, der selten dämliche Wechsel zwischen maskuliner und femininer Form, weil ein noch größerer Tölpel behauptet hat, man könnte beide Genera generisch verwenden. Schön, dass weibliche Radfahrer weiterfahren dürfen, während männliche absteigen müssen. So verwendet lässt der Kontext vermuten, umgekehrt dürfen männliche Fußgänger durch, die Damen müssen außenrum.
Die deutsche Sprache scheint wirklich zur Spielwiese für Leute zu verkommen, die viel Meinung und umso weniger Ahnung haben, es aber ganz besonders gut meinen. Die klare Aussage ist entscheidend, und nicht, ob sich Dinkel-Dorian mitgemeint fühlt, wenn „Radfahrer frei“ signalisiert, dass er/sie/es hier fahren darf.