Dass “Bürgerinnen und Bürger”, “Freundinnen und Freunde” oder “Genossinnen und Genossen” inhaltsarme Politikerreden – und natürlich Politikerinnenreden – unnötig aufblähen, aber nicht inhaltsreicher machen, daran ist wahrscheinlich nichts mehr zu ändern. Dass Genus und Sexus – grammatisches Geschlecht (bedingt durch den Artikel) und natürliches Geschlecht (Männlein oder Weiblein) – nicht zwangsläufig identisch sein müssen, ist bei den Sprachpanschern nicht angekommen, die sich das einst ausgedacht haben, das ist aber auch für die Sprachgerechtigkeitsfanatiker heute nicht nachvollziehbar, die mir erzählen wollen, Gendern sei reine Gewohnheitssache. Selbst vor der Bibel hat die “gerechte Sprache” nicht Halt gemacht.
Auch in diesem Schreiben steht im ersten Absatz recht wenig Information, aber der Lesefluss wird durch die nervige Nennung der männlichen und weiblichen Berufsbezeichnung erheblich gestört. Im Oktober habe ich mich zu diesem Thema schon gefragt, ob man nicht folgerichtig in Zukunft eine/n Bürger/innen/meister/in wählen müsste. Auslöser war damals ein Werbeplakat der SPD, auf dem der Genderwahn in die Hose/ in den Rock gegangen ist, weil es einfach schwer und vor allem schwerfällig ist, so zu formulieren. Im Jahr 2013 müssen wir in Deutschland – und auch in anderen Ländern Europas – scheinbar immer noch ein bisschen gerechter sein, weil sich Feministinnen (oder heißt es gar Feministinnen und Feministen?) immer noch mehr als von den Männern unterdrückte Opfer sehen, je mehr sie gleichberechtigt sind. Waren Frauen vor Jahrzehnten noch tatsächlich benachteiligt, hat die Frauenbewegung Vieles bewegt und zum Glück auch erreicht. Das, was aber heute im Sinne einer sogenannten Sprachgerechtigkeit passiert, erscheint überflüssig und mitunter richtig lächerlich. Wer sich beim obigen Schreiben des Landesamtes auf den Schlips getreten fühlte, wenn dort nur von “Beamten”, “Richtern” und “Arbeitnehmern” die Rede wäre, hat zum Glück keine anderen Probleme. Vielleicht ist das auch ein wirkliches Luxusproblem im 21. Jahrhundert, wenn sich bestimmte Gruppen in ihrer Opferrolle suhlen, auch wenn sie längst nicht mehr “Opfer” sind. Was passiert denn mit einer Opfervertretung, wenn es die Daseinsberechtigung plötzlich nicht mehr gibt? Die können sich doch nicht einfach auflösen. Richtig, können sie auch nicht. Wollen sie auch nicht. Und daher wird halt munter über -Innen, -_innen und kurze Sprechpausen gestritten, um sprachlich am Ende sogar die zu berücksichtigen, die nicht wissen, ob sie Mann oder Frau sind. Die von der Natur gegebene Ordnung von Mann und Frau muss ja völlig aufgehoben werden, damit jeder Mensch in seine Rolle hineinwachsen kann. Ganz Gerechte kämpfen sogar für Unisex-Klos. Irgendeine Minderheit lässt sich sicher immer finden, die man – und natürlich auch, ganz schlimm, “frau” – sprachlich mit irgendeiner albernen Wendung berücksichtigen könnte.
Die generisch männliche Form beinhaltet auch die weibliche Form. Punkt. Auch ganz ohne Fußnoten. Ansonsten wurde mir während meines Germanistik-Studiums Blödsinn erzählt. Das hat der erweiterte Senat der Uni Leipzig nur nicht begriffen, dort fühlten sich die Damen und vielleicht auch die Herren offenbar ganz besonders gerecht, weil man den normalen Sprachduktus umdrehte und die Grundordnung der Uni umformulierte, um den mehrheitlich weiblichen Dozenten gerechter zu werden. Einen “Herr Professorin” scheint es nun doch nicht zu geben, wie teilweise irrtümlich bzw. missverständlich berichtet wurde, aber die Erklärung der Uni Leipzig
“In dieser Ordnung gelten grammatisch feminine Personenbezeichnungen gleichermaßen für Personen männlichen und weiblichen Geschlechts. Männer können die Amts- und Funktionsbezeichnungen dieser Ordnung in grammatisch maskuliner Form führen.”
klingt trotzdem doof, wenn nicht gar dämlich, wenn erlaubt werden muss, dass Männer auch den Titel “Professor” führen könnten. Sie dürfen sich demnach aber auch “Herr Professorin” nennen, wenn dies die normale Bezeichnung sein soll. Und das Suffix -in macht aus dem generisch geschlechtsneutralen Professor nun wirklich eindeutig eine Frau. Sind solche unbeholfenen Versuche, eine noch gerechtere Gerechtigkeit herzustellen, nicht eher ein Armutszeugnis für die Frauenbewegung? Da kann das eine Leipziger Professorin noch so sehr als Notwehr empfinden und sich nicht angesprochen fühlen, wenn die generisch männliche Form mit einer Fußnote versehen ist und klargestellt wird, dass Männer und Frauen gemeint sind, dieses Unterfangen ist lächerlich. Man stelle sich nur vor, eine andere Uni würde das Rumgendern ganz abschaffen, genau mit dem Hinweis auf den Unterschied zwischen Genus und Sexus. Wahrscheinlich würden sogar Claudia Roth und Renate Künast mit nackten Brüsten neben den Femen-Furien rumrennen und für Gleichberechtigung in der schlimmen Männer-Macho-Welt demonstrieren.
Was ist es da anderen Ländern einfach, die kennen in ihren Sprachen bei den Artikeln kein “der”, kein “die”, kein “das”. Aber vielleicht haben die dafür auch richtige Probleme…
Ein Prechtmittel ist ein rezeptfrei erhältliches, homöopathisches, aber dennoch sehr starkes Hypnotikum und dient eigentlich dem Zweck, sehr schnell einschlafen zu können. Das ZDF hat zu diesem Zweck das schwächer dosierte “Das philosophische Quartett” vor einem Fernseher mit Kaminfeuer eingestampft und Richard David Precht mit der scheinbar hipperen Sendung “Precht” auf den nächtlichen Sendeplatz gehievt. Ohne Lagerfeuer. Dort darf er in der Regel gebührenfinanziert ungestört und unwidersprochen rumpalavern vor sich hin philosophieren, es hört ihm in der Regel sowieso nur sein Gast zu.
Problematisch wird es allerdings, wenn Herr Precht vor Mitternacht in einer der unzähligen Talkshows auftaucht, um dort als vermeintlicher Experte seine gedanklichen Ergüsse auszubreiten. So war er am Sonntagabend bei Günther Jauch zu Gast, um zum derzeit so beliebten Thema “Notendruck, Sitzenbleiben – weg mit der alten Schule?” Werbung für sein kürzlich erschienenen Buch zu machen, in dem er – wie es der Zufall so will – sich seine eigene Traumschule zusammenspinnt. In “Anna, die Schule und der liebe Gott” rechnet er mit “dem Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern” (so der Untertitel des Buches) ab. Die Marschrichtung war mit dem Thema vorgegeben, und so durfte Precht munter seine Traumwandlereien zum Besten geben, wobei mehr und mehr deutlich wurde, dass Precht wahrscheinlich manchem Hirn- und Verhaltensforscher länger zugehört hat, dass er aber sehr wahrscheinlich seit seiner eigenen Schulzeit keine Schule mehr von innen gesehen hat und dort – an der Schule wohlgemerkt – niemals irgendwas gemacht hat, das an eine Art von Lehrtätigkeit erinnert. Die Uni zählt nicht. Würde er den Schulalltag kennen, er hätte sich seine Träumereien sparen können, da nicht nur Ursula Sarrazin manche Vorstellung Prechts zwar ganz nett fand, aber gleichzeitig die völlige Realitätsferne monierte. Immerzu verteufelte Precht die Schulen, die nur für Frust sorgten, weil Noten schließlich so grausam seien. Dass fleißige Schüler durchaus Erfolge haben und diese auch mit gutem Recht genießen, ist bei unserem Lehrer Doktor Precht nicht angekommen. Wie sollte er auch an solche Informationen kommen, er kennt ja offenbar nur vom Sitzenbleiben traumatisierte Schulversager. Er will andere Lehrer, andere Schulen, er will nicht nur eine Reform, sondern eine Revolution im Bildungssystem. Lehrer sollen Schüler nicht mehr mit irgendeinem Wissen langweilen und überfrachten, weil sie dadurch deren Entwicklung hemmen, sie sollen deren “Kreativität” fördern und in “Projekten” beobachten, um dann gemeinsam (!) Gutachten zu erstellen, die Fähigkeiten wie z.B. “Leistungsbereitschaft” würdigen, die Precht auch nicht weiter ausführte. Im jetztigen Schulsystem ist auf jeden Fall der Lehrer schuld, wenn das Kind schlechte Noten bekommt. Überhaupt scheinen alle Lehrer Dödel zu sein, die erst brav Lehramt studieren, dann aber merken, dass das nichts für sie ist, aber trotzdem weiter als Lehrer arbeiten. Der Einzelfall wird zur Regel. Danke auch dafür.
Precht erwartet von den Lehrern Kunststücke, die Menschen mit einem 24-Stunden-Tag nicht bewältigen können, es sei denn Lehrer verzichten in Zukunft nicht nur auf jede Form von Entspannung, sondern leben auch zolibatär und ausschließlich nur noch für die Schule, um Torben-Sebastian, Loius-Raphael, Henriette-Charlotte und Fabienne-Bernadette in ihren Talenten zu fördern und für die Universität fit zu machen, wo sie dann natürlich ohne Probleme auch Philosophie studieren können, wie das Herr Precht einst getan hat. Lehrer sollten, wenn man Precht folgt, in Zukunft am besten Maschinen sein, die man auf die “skills” ihrer Schüler perfekt abstimmt, die dann aber auch noch zaubern können, falls es mit den Traumtänzereien nicht wie erhofft und ersponnen klappt. So wie Precht vom Lehrer der Zukunft geredet hat, glaubt er wohl auch daran, dass David Copperfield wirklich zaubern kann, wenn für ihn alles so einfach klingt. An die Bezahlbarkeit seiner teilweise absurden Ideen hat er schon gar nicht gedacht, allein die Schilderung seiner Bildungsutopien rückt eine Realisierung dieser Ideen in weite Ferne.
Natürlich wurde auch fernsehgerecht eine reformpädagogische Schule in Szene gesetzt, in der Lehrer und Schüler den individuellen Lernfortschritt preisen, in der natürlich auch alles ganz großartig und viel besser ist. Wie das abläuft, wenn das Fernsehen an eine Schule kommt, kann sich jeder selbst ausdenken.
Auf jeden Fall ist nichts mehr zeitgemäß, all unser Wissen stamme aus längst vergangenen Zeiten, der Stoff, die Lehrmethoden, die Lehrer, einfach alles müsse auf den Kopf gestellt werden. Bei dem Käse, den Precht über eine Stunde lang über Schulsysteme verzapfen durfte, sind bei mir irgendwann Zweifel aufgekommen, ob Precht überhaupt irgendein Schulsystem genauer kennt. Für alle Bildungsreformsüchtigen – ein schönes Wort, das ich hier aufgeschnappt habe – war er sicherlich an diesem Abend der Held. Mich hat er genervt und geärgert. Wie wahrscheinlich jeden Lehrer.
Wollen wir mal hoffen, dass die Sitzenbleiben-Sau bald wieder aus dem Dorf raus ist, durch das sie derzeit getrieben wird. Über das Thema an sich habe ich mich ja erst kürzlich hier ausgelassen.
Was sich rot-grüne Bildungspolitiker immer wieder einfallen lassen, um in ihrem Sinne die Bildung unserer Kinder zu beeinflussen und zu “verbessern”, wird die Kinder, die vermeintlich gefördert werden sollen, landauf landab früher oder später jede Chance kosten, mit anderen noch mitzuhalten, nachdem ja internationale Vergleiche nach irgendwelchen Standards der letzte Schrei sind. Seit der unsäglichen PISA-Studie wird deutschlandweit nur zu gerne an den Bildungssystemen herumgepfuscht und gerade die Länder, in denen die sprichwörtliche Kacke in Sachen Bildungs sowieso schon am Dampfen ist, meinen, immer noch einen auf draufzusetzen. Auf den Haufen. Sprichwörtlich. In Niedersachsen wollen die rot-grünen Bildungsideologen jetzt das Durchfallen abschaffen, um Kindern wieder eine Hürde auf dem Weg zum Erwachsenwerden aus dem Weg zu schaffen. Von einer Studie fühlen sie sich bestätigt, in Hamburg wird das schon praktiziert und Hamburger Schüler sind ja für ihre tollen Leistungen bekannt. Und in Finnland sei das auch so. Finnland muss ja immer wieder herhalten, wenn bei uns etwas verbessert werden soll. Da wäre es doch toll, wenn bei uns auch die Voraussetzungen so wären wie in Finnland und nicht Äpfel mit Birnen verglichen würden.
Wozu sollen sich Kinder noch anstrengen, nach was sollen sie noch streben, welches Ziel vor Augen haben? Misserfolge haben keine Konsequenzen außer einem Pflicht-Nachhilfeunterricht in den Ferien? Warum sollen sich Lehrer noch hinsetzen und gewissenhaft Arbeiten korrigieren, wenn das Ergebnis einer Arbeit am Ende sowieso keine große Rolle spielt? Da scheint es dann zu reichen, dass sich der Lehrer irgendeine x-beliebige Note ausdenkt, am besten eine, die keine Beschwerden nach sich zieht, und alle sind zufrieden.
Wozu sollen noch Leistungserhebungen durchgeführt werden? Da kann man doch Noten gleich ganz abschaffen, auch das favorisieren ja einige dieser Weltverbesserer, weil man ja Kinder nicht einfach benoten kann. Das schade ja der jungen Psyche, will mancher in Erfahrung gebracht haben. Eine Studie findet sich da mit Sicherheit, zur Not reicht sicher auch die Hauptseminararbeit im Kuschelpädagogikseminar.
Am besten wäre es doch gleich, wenn jedes in Niedersachsen geborene Kind neben der Geburtsurkunde ein Abiturzeugnis überreicht bekommt. Nach der Zwangseinweisung in die Kita – schließlich scheint nur dort eine einwandfreie Entwicklung des Kindes garantiert – sind Grundschule und Gesamtschule (in Bayern soll diese neue Schulform “Gemeinschaftsschule” heißen, wenn es nach der SPD geht) nur Verwahrstätten der Kinder, während die Eltern arbeiten. Das Abitur haben sie ja schon in der Tasche, die Eltern können also bei der Geburt schon Anspruch auf den natürlich kostenlosen Studienplatz anmelden.
Mal im Ernst und ohne Polemik: Was versprechen sich diese Leute von solchen Vorstößen, die ja laut rot-grünem Koalitionsvertrag in die Tat umgesetzt werden sollen? Wann soll ein Kind oder ein Jugendlicher merken, dass es vielleicht doch nicht ausreicht? Nach der neunten Klasse? Kurz vor der Abiturprüfung? Oder etwa an der Uni? Sollen die Dozenten an den Hochschulen dann in Zukunft entscheiden, wer an der Uni etwas zu suchen hat und wer nicht? Oder schafft man Abschlussprüfungen in Zukunft auch mit 5 oder 6? Es können den Kindern und Jugendlichen doch nicht bis zur Volljährigkeit alle nur erdenklichen Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, damit der Kuschel-Wohlfühlfaktor im rot-grünen Wolkenkuckucksheim möglichst hoch bleibt. In Hamburg dürfen Jugendliche jetzt auch mit 16 Jahren wählen dürfen, fertig ist der Wähler, der die Mehrheit sichert. Wenn die Möglichkeit, eine Ehrenrunde drehen zu müssen, wegfiele, warum sollte sich ein Schüler bei schlechten Leistungen auf den Hosenboden setzen und sich anstrengen, wenn dieses Verhalten ohne Konsequenz bleibt. Ein Förderprogramm in den Sommerferien? Auch schlechte Schüler brauchen Zeit zur Erholung. Und wie oft habe ich es jetzt schon in meiner Zeit als Lehrer erlebt, dass gefährdete Schüler plötzlich eifriger gearbeitet haben, weil sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollen. Das Argument, Durchfaller würden ausgegrenzt und stigmatisiert, ist doch nur wieder eines dieser Kuschelpädagogenargumente, weil diese glauben, sie würden noch den faulsten Stinker zum Lernen motivieren können. Womit wollen sie motivieren? Wenn klar ist, dass die Faulheit keine Konsequenzen hat, gibt es keinen Grund, plötzlich fleißig zu sein. Wiederholt ein Schüler, so bietet sich in diesem Jahr die Chance, den nicht oder nur unzureichend erlernten Stoff nachzuholen und Wissenslücken zu schließen. Wann soll ein Nicht-Wiederholer das Wissen aufholen? Schließlich baut der Unterrichtsstoff jeder Jahrgangsstufe auf der vorherigen auf.
Natürlich musste Christian Ude als Spitzenkandidat der Bayern-SPD gleich dankbar auf den niedersächsischen Zug aufspringen und hat ebenfalls eine Abschaffung des Durchfallens in Aussicht gestellt. Zum Glück muss er dafür erst einmal gewählt werden. Warum sich Ude gleich dem äußeren linken ideologischen Flügel seiner Partei anschließen muss, sei mal dahingestellt. Die Mehrheit beglückt er damit nicht. Der von SPD und Grünen in Niedersachsen eingeschlagene Weg führt doch zwangsläufig dazu, dass die Versagensquoten bei den Abschlussprüfungen steigen, wenn man die derzeitigen Standards beibehielte. Deutschlandweite Standards beim Abi erreicht er damit sicher nicht. Man kann nicht jeden Schüler zu einem möglichst hohen Abschluss fördern. Manche verweigern sich jeder Hilfe, andere verbauen sich auf andere Weise ihre Chancen selbst, zu seinem Glück kann man niemanden zwingen, auch nicht in der heilen Kuschelwelt ohne Hindernisse. Die Pubertät und das individuelle Dasein können auch die rot-grünen Bildungsideologen nicht abschaffen. Da können sie noch so laut nach Gerechtigkeit in der Bildung schreien, irgendwann ist Leistung gefordert und Leistung notwendig. Sollen Arbeitgeber und Unis verzweifeln, weil zwar jede Menge bildungsgerecht geförderte Abiturienten anmarschiert kommen, diese aber nichts draufhaben und sich plötzlich fragen, wieso jemand so etwas Merkwürdiges wie Leistung von ihnen fordert? Wer kein Interesse an Bildung hat, wird auch auf dem Silbertablett servierte mundgerechte Häppchen nicht freudestrahlend annehmen, es kann und muss nicht jeder Abitur machen und studieren, es hat aber jeder generell die Möglichkeit dazu. Und das ist gerecht. Die Angebote sind da, niemand kann aber gezwungen werden, diese anzunehmen. Was wollen also die Bildungsideologen mit ihren abstrusen Ideen? Was wollen sie dadurch besser machen? Da stellt sich überhaupt die Frage, was der leidige Begriff “Bildungsgerechtigkeit” bedeuten soll: Ist es gerecht, wenn alle gleichermaßen zu einem Abitur geschoben werden sollen, das irgendwann nur noch wenig wert ist, weil es keine echte allgemeine Hochschulreife mehr bescheinigt und die Hochschulen aufstöhnen, weil die Studenten überfordert sind und nichts mehr können? Oder ist es gerechter, wenn jeder nach seinen Begabungen gefördert wird und dann den Schulabschluss macht, für den er sich wirklich qualifiziert hat?
Was mich noch mehr ärgert, sind die Darstellungen in den Medien, vor allem aber in den Zeitungen. Egal, ob Süddeutsche, Mainpost oder Frankenpost, wann immer es um bildungspolitische Themen geht, könnte man meinen, Lehrer würden nur durch die GEW und den BLLV vertreten, weil deren Pressemitteilungen nur zu gerne zitiert werden. Wenn da steht “Lehrer fordern Abschaffung des Durchfallens” (das stand so kürzlich auf der Titelseite der Frankenpost, als es um Niedersachsen ging), vermittelt das ja geradezu den Eindruck, als wäre das die Meinung eines Großteils der Lehrer, weil Herr Wenzel sich mal wieder geäußert hat. Oder eben die GEW. Es ist aber meistens ganz anders. Dass der Bayerische Philologenverband, wenn überhaupt, nur am Rand zitiert wird, ist ein Unding, da mehr als die Hälfte “der Lehrer” von diesem Berufsverband vertreten wird und ganz sicher gar nichts von diesem dämlichen Vorstoß hält, das Durchfallen abzuschaffen. Aber die Linie von BLLV und GEW gefällt wohl manchem Redakteur besser.
Im Übrigen habe ich bisher auch keinen Schüler getroffen, der diesen Vorschlag ernsthaft gutgeheißen hat oder gerecht findet.
Ganz schön geblasen hat es gestern am Zupferhügel in den ehemaligen Leighton Barracks, die als Konversionsfläche in den nächsten Jahren eine Radikalkur erfahren wird. Ein Teil der ehemaligen Ami-Kaserne wird seit kurzem von der Universität Würzburg genutzt, den neuen Campus Hubland Nord habe ich mir gestern mal genauer angeschaut und war wirklich beeindruckt, was dort in der kurzen Zeit schon entstanden ist und was dort in naher Zukunft entstehen wird.
Vorbei am ehemaligen Wachhäuschen wehen gleich am Eingang die Fahnen, die unübersehbar anzeigen, dass hier nicht mehr die Amerikaner, sondern der Freistaat Bayern bzw. die Uni Würzburg zuhause ist. Links die Physik/ Astronomie, recht gleich die Mathematik, geradeaus die lange Hauptstraße, die dann auch zur ehemaligen Würzburg Elementary School und zur Würzburg American High School führen, die teilweise auch schon genutzt werden.
In der ehemaligen Elementary School befindet sich schon jetzt das Bibliotheks- und Seminarzentrum, im hinteren Teil der Highschool hat sich die Biologie bereits eingenistet, während die Phil I und die Phil II in der Querstraße nach den beiden Schulzentren erste Gebäude bezogen haben, die bereits umgebaut und saniert worden sind.
Auch neue Wohnheime sind dort bereits errichtet worden, die Zentralverwaltung und das Uni-Bauamt sind am Campus Hubland eingezogen, auch ein großzügiges Kinder- und Familienzentrum wurde dort übernommen. Das weitläufige Gelände verspricht Großes für die Zukunft, zumal zwischen den umgebauten Trakten noch viele Wohnhäuser stehen, an denen der Zahn der Arzt nagt. Viele sanierte Häuser erkennt man am Fahrstuhlschacht an der Vorderseite, schließlich soll und muss ja auch alles behindertengerecht gebaut werden. Im Herbst nächsten Jahres beginnt der Bau einer neuen Mensa, die zum Wintersemester 20124/15 fertig sein soll und dann auch vorübergehend um ein Mensazelt erweitert werden soll, damit die überfällige Sanierung der Hubland-Mensa beginnen kann, ohne dass die Studenten verhungern. Eine Fußgängerbrücke soll schon Ende nächsten Jahres das Uni-Zentrum mit dem Campus Hubland Nord verbinden, damit die vielen Studenten nicht immer die Straße überqueren müssen.
Die Randbereiche mit Blick auf die verlassene Kaserne sind weniger einladend, manches wirkt fast etwas apokalyptisch. Aber im Hinblick auf die bald beginnende Konversion wird auch dort etwas Großes entstehen, ein neuer Stadtteil, der an das Straba-Netz angeschlossen wird, und natürlich die Landesgartenschau 2018, die ebenfalls dafür sorgen wird, dass der Zupferhügel ein schöner neuer Bestandteil von Würzburg werden wird.
Nachdem das Gelände der Uni Würzburg erst Anfang Juli der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, war ich schon gestern wirklich beeindruckt, was sich dort seit dem Abzug der Amerikaner getan hat. Ein Spaziergang lohnt sich wirklich.
Viele Bilder habe ich so gemacht, dass sie tatsächlich die Weitläufigkeit des Geländes zeigen, das der Uni wirklich alle Möglichkeiten lässt, um sich dort auszubreiten.
Dieser Artikel in der Welt ist mal wieder ein wunderbares Beispiel dafür, wie schlechte Schul- und Lernleistungen durch haarsträubende Erklärungen entschuldigt werden, damit bloß nicht die Eltern oder die Kinder die Schuld an einer Fehlentwicklung tragen. Die Rechtschreibreform soll, auch wenn diese nach dem Inkrafttreten nochmals überarbeitet wurde, schuld daran sein, dass so viele Schüler mit der Rechtschreibung und der Grammatik Probleme haben. Da erkennt dann ein Lernpsychologe ganz klug, dass die neue Rechtschreibung fehleranfälliger sei, nimmt aber gleichzeitig gar nicht wahr, dass die meisten Fehler aber auch nicht der alten Rechtschreibung entsprechen, sondern dass Jugendliche, aber auch Erwachsene immer beliebiger schreiben, weil alles richtig zu sein scheint, was man nur irgendwie versteht.
Warum habe ich in der Grundschule systematisch die Rechtschreibung gelernt, warum haben die meisten meiner damaligen Mitschüler ebenfalls relativ wenige Probleme gehabt? Immerzu werden kuschelpädagogische Lernkonzepte ausgearbeitet, die die Schwächen noch größer werden lassen. Da soll “Freude am Schreiben” vermittelt werden und so ist am Anfang alles richtig, was die Kinder zu Papier bringen. Und dann müssen die Kinder selbstverständlich gelobt werden, wenn sie zum Geburtstag ein Bild malen, auf dem “Aläs Gunda tsumm Gäbutzdach” steht, weil die Kinder auf immer und ewig traumatisiert und fürs Schreiben frustriert würden, wenn man sie für ihre Fehler kritisiert. Aller Anfang ist schwer und so gehören eben Fehler am Anfang eines Lernprozesses genauso dazu, schließlich kann man aus Fehlern am besten lernen. Wie soll das geschehen, wenn am Anfang alles ganz toll mit Zucker obendrauf ist. Wenn sie dann genug Spaß am Schreiben haben, weil alles “richtig” ist, kommen dann plötzlich Regeln dazu und die Kinder sollen plötzlich nicht mehr beliebig formulieren dürfen. Komisch, dass viele es dann offenbar nicht schaffen, den Hebel umzulegen. Aber vielleicht ist das ja auch so gewollt, schließlich sollen ja am besten 100% eines Jahrgangs Abitur machen.
Die Schuld dann auf die Rechtschreibreform zu schieben, finde ich wirklich kläglich. Dass in Foren und Chats fast nur abgekürzt und mit der Rechtschreibung geschlampt wird, leistet sicher auch einen hervorragenden Beitrag. Warum? Warum muss man so nachlässig mit der Schriftsprache umgehen?
Gestern war ich mit einem guten Freund von mir unterwegs, um mich endlich mal intensiver mit meiner Spiegelreflexkamera auseinanderzusetzen, um mit verschiedenen Belichtungsarten zu spielen. Schon interessant, was man da alles machen kann, wenn man sich nur die Zeit nimmt. Ein paar der Bilder habe ich in das folgende Album geladen, die neue FH kann sich wirklich sehen lassen, gerade die Freitreppe und die Terrasse mit Blick auf den Alandsgrund finde ich sehr schön.
Es tut sich was an der Sanderring-Uni. Unzählige Stunden habe ich während meines Studiums in der Baracke verbracht, die offiziell Verfügungsbau hieß, weil dort der CIP-Pool und natürlich das Fachschaftszimmer der Katholischen Theologie untergebracht waren. Jetzt ist sie weg. Einfach abgerissen. Wäre ich dort vorgestern nicht zufällig mit dem Rad vorbeigefahren, ich hätte mich nicht einmal mehr verabschieden können. Im Hintergrund sind die letzten Reste der Seitenwände und des Dachs zu sehen.
Im Winter überheizt, im Sommer überhitzt, es war trotzdem immer irgendwie schön.
Gestern war ich mit meiner achten Klasse bei den Freilicht-Festspielen auf der Luisenburg in Wunsiedel, wo wir uns das Schauspiel Der Brandner Kasper und das ewig Leben angeschaut haben, das in diesem Jahr wegen des großen Erfolges im letzten Jahr wiederaufgeführt wurde. Toll, wirklich toll. Die Aufführung hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte ist sowieso toll und die Schauspieler waren großartig, allen voran Intendant Michael Lerchenberg, der den Boandlkramer (den Tod) spielte.
Nach der Vorstellung wurde ein Publikumsgespräch angeboten, bei dem die Schauspieler inklusive Intendant den Fragen Rede und Antwort standen. Sehr empfehlenswert, die Kulisse ist wunderbar.
Der Hörsaal 127 in der Neuen Uni am Sanderring platzte heute fast aus allen Nähten. Anlass war die Abschiedsvorlesung von Professor Theodor Seidl, der seit 1991 den Lehrstuhl für Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen leitete. Gekommen waren Wegbegleiter, Kollegen, Assistenten, Bischof Friedhelm Hofmann und Alt-Bischof Paul-Werner Scheele, Studierende sowie viele, die Seidl während ihres Studiums oder der Dissertation begleitet hat. Auch wenn ich von Prof. Seidl aufgrund meines Studienganges nicht mal annähernd so viel lernen durfte wie mein Bruder Alex, war es mir doch ein Bedürfnis, heute dabei zu sein. Schließlich saß ich zwei Jahre wie ein Wachhund vor seiner Tür, während ich die Bibliothek beaufsichtigen durfte, wodurch unsere Gesprächsthemen auch so gut wie nie fachlicher Natur waren. Da ich stets am Montag Vormittag in der Bibliothek wachte, kam es auch öfters vor, dass es eine kurze Analyse des vergangenen Bundesliga-Spieltages gab. Professor Seidl ist nämlich begeisterter Fußballer als Spieler mit den Studenten und als Fan vom TSV 1860 München. Aufgrund seiner Sympathien für die 60er hatte er natürlich in den letzten Jahren nicht so viel zu lachen. Der Fußball kam auch in der Abschiedsvorlesung nicht zu kurz, jedoch erst verstärkt in der zweiten Hälfte, denn das Thema hieß offiziell Hirtenidyll und Gottklage. Zur Psalmenanthologie in Leonard Bernsteins Komposition ‘Chichester Psalms‘ (1965), wo er sich nochmal exegetisch austoben konnte; die entsprechenden Hörbeispiele wurden fachmännisch eingespielt. Die anschließenden Würdigungen waren es dann, wo der Fußball im Mittelpunkt stand. Seidls Assistentin Dr. Stephanie Ernst präsentierte den Fußball-Kult und die Fachschaft zeigte noch einen kurzen Film mit Videobotschaften (Theo-Mails), zwischen denen sogar der Professor beim Fußball spielen zu sehen war. Ich hoffe, ihm bleibt im Ruhestand noch mehr Zeit, um sich seinem Lieblingshobby zu widmen.
Ich habe mir wirklich große Mühe gegeben und nach einer gefühlten Ewigkeit wieder mit Kleister und Zeitung einen herrlichen Babb produziert, mit dem ich das Drahtgestell mit Nagel, das das Grundgerüst des Pilzes bildet, ausgestaltet. Wahrlich prächtig mit dem Würzburger Wappen bemalt und lackiert hat er sich dann mit den unzähligen Pilzen von Schülern und Kollegen auf die Reise nach Finnland gemacht, wo er jetzt Teil des Oranki-Kunstprojekts ist.
Viele weitere Bilder finden sich auf dieser Seite, die das Pilzprojekt auch toll dokumentiert.
Verwendung der Bilder mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und ihres Fotografen, die die Reise meines Pilzes dankenswerterweise begleitet haben.
Das X markiert den Schatz. Das war bei Henry Jones Jr. nicht anders.
Mein iMac wurde heute Nachmittag geliefert. Der Begrüßungsfilm direkt nach dem ersten Einschalten ist schon toll. Noch viel toller ist, dass ich nach einer Woche des Darbens mit handgeschriebenen Folien und angekündigten Arbeitsblättern endlich wieder normal arbeiten kann. Und natürlich ganz wichtig: Ich kann beim Arbeiten WM schauen. Die kabellose Tastatur und die Maus sind auch sehr schick und fein zu bedienen. Auf meinem iMac läuft nun alles genauso wie auf meinem MacBook Pro, das aber noch in Reparatur ist.
Ben Nash: Du kannst ja total ausgewogen argumentieren....
Hazamel: Eines habe ich allerdings noch nicht verstanden,...
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Melli Da lass ich mal liebe Grüße da, Herr Kollege!
Guten Rutsch! ... DayLight Hier hab ich grad Boot bestellt für ne Kanutour:
http://www.willis-bootsve... Leila Ich giere nach dem letzten Dittsche! :D Bitte schreiben, danke. ... Alex Kann Ihnen leider nicht weiterhelfen. Ich freue mich aber, dass Ihnen meine... Ehrhardt, Kati Ich bin auf die Seite gestoßen, weil ich meinem Sohn Blockflöte spielen bei...