Mittwoch, 27. August 2008, 19:59 Uhr unter Sport. Von: Alex [ Kommentare: 1 ]
Ach, was waren das für tolle Spiele, das IOC schaukelt sich mal wieder selbst die Eier und freut sich über die besten und größten und überhaupt [Superlativ einsetzen] Spiele aller Zeiten, lobt alles und sieht nichts, was es nicht sehen will.
Dass es tolle, gut organisierte Spiele waren, keine Frage, es hat ja auch Spaß gemacht zuzuschauen. Und es gab natürlich so viele Dopingkontrollen wie nie zuvor, das betonen Herr Rogge und Herr Bach ja beinahe gebetsmühlenartig. Die wenigen positiven Befunde seien ein Beweis, dass die Kontrollsysteme nun griffen und eine abschreckende Wirkung hätten. Dazu käme, dass alle Proben für acht Jahre eingefroren werden und mit jedem neuen Verfahren getestet werden könnten.
Ich glaube nicht an saubere Athleten und schon gar nicht an regelmäßige Trainingskontrollen in den Ländern, aus denen ein paar Herrschaften stammen, die wie Phoenix aus der Asche kamen und mit unglaublichen Weltrekorden die Konkurrenz schockten. Wenn die im Training dopen können, wie es ihnen gefällt, das Zeug dann rechtzeitig absetzen, damit es beim Wettkampf nicht mehr nachweisbar ist, können die Kontrollmechanismen natürlich greifen. Wer erwischt wurde, war dann wohl einfach zu doof. Toll, wie gut die Chinesen und Russen und Jamaikaner sind, da sieht man, was hartes Training alles ausmacht. Interessant, dass sich die Athletenkommission in Person eines Ex-Sprinters (!) hinter Usain Bolt stellt…
Der Spiegel-Artikel mit vielen Links spricht mir aus der Seele und das übermäßige Lob des Kontrollsystems durch die IOC-Oberen könnte früher oder später noch lächerlicher wirken.
Und das Thema Menschenrechte in China? Ist doch alles in Butter. In Sachen eingeschränkter Internetzugang meinte Herr Rogge, das IOC stelle das Internet ja nicht zur Verfügung, das mache die chinesische Regierung. Auch eine Aussage. Ansonsten sei das IOC machtlos, da es Landesgesetze respektieren müsse und Proteste sind in China eben verboten. Das IOC ist vor Ort vielleicht machtlos, es hat aber alle Trümphe in der Hand, wenn es um die Vergabe der Spiele geht. Punkt.
Auf jeden Fall wurde den Chinesen eine tolle Plattform geboten, um ordentlich Propaganda zu machen, Geld zu verdienen und ganz nebenbei die ganze Welt herrlich zu täuschen. Interessant ist auch dieser Beitrag des Schweizer Fernsehens über die sprichwörtlichen Turn-Wunderkinder, die plötzlich 16 Jahre alt sind, obwohl sie aussehen wie 13, wahrscheinlich 14 sind und somit seit vielen Jahren härtesten Drill hinter sich dabei, damit sich der sozialistische Staat im Glanz der Medaillen sonnen kann.
Sonntag, 24. August 2008, 10:27 Uhr unter Sport. Von: Alex [ Kommentare: 8 ]
Auf der Uhr sind es noch zwei Minuten, tatsächlich dauert das Spiel noch zehn Minuten, weil es eine Auszeit hier, eine Auszeit da gibt und jede noch so harmlose Berührung ein Foul ist, bei dem das Spiel unterbrochen und die Uhrzeit angehalten wird. Netto-Spielzeit hin oder her, mich nervt das. Beim Hockey finde ich die Zeitnahme einen guten Kompromiss. Notfalls wird halt die Uhr mal angehalten.
Beim Fußball weiß ich, in zwei Minuten ist Ende und ich kann endlich pinkeln gehen, beim Basketball habe ich mir da längst in die Hose gemacht. Und spannend finde ich das auch nicht.
Wenigstens ist diese blöde Baseball beim nächsten Mal nicht mehr olympisch.
Sehr sympathisch fand ich den Auftritt der deutschen Hockey-Herren, die heute Nachmittag Olympiasieger geworden sind, bei Waldi & Harry. Da sie wohl schon seit einigen Stunden feuchtfröhlich gefeiert haben, kamen sie wunderbar gut gelaunt ins Studio zu Waldemar Hartmann und Harald Schmidt, die beide immer wieder besungen wurden.
Sonntag, 17. August 2008, 18:12 Uhr unter Sport. Von: Alex [ Kommentare: 10 ]
1988 war ich zwar erst zehn Jahre alt, Olympia in Seoul habe ich damals aber schon mit meinem Vater geschaut, wann immer sich dazu die Gelegenheit geboten hat. Auch an den Lauf von Ben Johnson gegen Carl Lewis kann ich mich noch gut erinnern. Ich fand Carl Lewis netter, sein Trikot hat mir besser gefallen, zudem hat er viel netter geschaut. Das beeinflusst einen Zehnjährigen. Als dann der muskelbepackte schwarze Muskel-Mann aus Kanada mit einem neuen Fabelweltrekord gewonnen hat (erstmals lief ein Mensch unter der ominösen Marke von 9,80 Sekunden), war ich enttäuscht. Ein paar Tage später gab es plötzlich Aufregung, Ben Johnson wurde positiv getestet, er musste seine Goldmedaille abgeben und war seitdem stigmatisiert und eine der Personen, die noch heute sofort mit Doping in Verbindung gebracht werden, wenn die Sprache darauf kommt. Das war mein erster Kontakt mit Doping.
Knapp 20 Jahre läuft der Jamaikaner Usain Bolt bei Olympia in Peking die 100 Meter erstmals unter 9,70 Sekunden, seinen neuen Weltrekord lief er dabei in so überheblicher Weise, dass bei voller Geschwindigkeit wahrscheinlich noch einige Hundertstel mehr drin gewesen wären. In 9,69 Sekunden gewann er Olympia-Gold, ich kann nicht meinen Hut ziehen. Zu viele Doping-Fälle gab es in den vergangenen Jahren in dieser Disziplin. Während die Teilnehmer anderer Länder die eigenen Grenzen überschreiten, laufen andere locker immer noch 9,92 Sekunden, die anderen scheiden aus. Alles nur Training? Eine Leichtathletik-Disziplin, der ich schon seit Jahren nicht mehr traue, woran Herr Johnson einen großen Anteil hat.
Ich unterstelle Herrn Bolt nichts, ich habe nur meine Zweifel und die darf man ja äußern. So wie Stoibär.
Diese bösen Spanier. Natürlich haben sie sich entschuldigt, weil so etwas völlig unangemessen ist. Unangemessener als jede Menschenrechtsverletzung, über die das IOC aber großzügig hinwegsieht.
Bezüglich unserer deutschen Athleten und deren bisher eher enttäuschenden Ergebnisse befürchte ich Ähnliches wie Daylight, wahrscheinlich sind unsere Sportler die einzigen, die nicht nachgeholfen haben. Sekundenabstände in der Weltspitze, das ist schon merkwürdig. Und wie gut die Chinesen in Sportarten sind, die sie vor Jahren noch nicht einmal kannten…
Freitag, 8. August 2008, 18:27 Uhr unter Sport. Von: Alex [ Kommentare: 3 ]
Das imposante Olympiastadion von Peking, das die gleichen geistigen Väter wie die Münchner Allianz-Arena hat, war Schauplatz einer beeindruckenden vierstündigen Eröffnungsfeier, die dem chinesischen Gigantismus im Rahmen der Olympischen Spiele komplett Rechnung getragen hat und ganz in der Tradition sozialistischer Massendarbietungen stand, dabei aber trotzdem sehr modern und spektakulär daherkam. Ich sehe das immer recht zwiespältig. Nichtsdestotrotz werde ich Olympia schauen, wann immer es mein dichter Freizeitplan zulässt, schließlich ist der Sommer zu schön, um diesen vor dem Fernseher zu verbringen.
Knappe eineinhalb Stunden nach dem Einmarsch der deutschen Olympia-Mannschaft wurde dann auch das olympische Feuer entzündet. Natürlich nach einer fulminanten Show.
Passend dazu aber, die Friedensbotschaft im Rahmen der wunderbaren Lichtershow im Olympiastadion von Peking. Wurden früher während der Spiele Kriege unterbrochen, beginnen heute Kriege mit den Olympischen Spielen. Vielleicht bezeichnend. Schließlich hat sich ja in China so viel gebessert, wie wir vom IOC immer wieder gesagt bekommen. Dumm nur, dass das chinesische Volk aufgrund eingeschränkter Berichterstattung so etwas glaubt, im Westen sieht es aber anders aus und wir lassen uns nicht so einfach für dumm verkaufen.
Donnerstag, 7. August 2008, 9:40 Uhr unter Sport. Von: Alex [ Kommentare: 2 ]
Nirgends in der Welt scheinen die Menschen freier zu sein als in China. Dieser Eindruck entsteht zumindest immer dann, wenn Mitglieder des IOC im Fernsehen oder in anderen Medien die Vergabe der XXIX. Olympischen Spiele nach China zu rechtfertigen versuchen.
Bildschirmfoto: ZDF
Gestern war es Thomas Bach, seines Zeichens Präsident des DOSB und Vizepräsident des IOC, der bei Michael Steinbrecher im ZDF auf wiederholtes Nachfragen gebetsmühlenartig wiederholte, wie viel sich im Zeichen der olympischen Ringe in China getan hätte. Es sind zwar beispielsweise viele Internetseiten weiterhin nicht abrufbar, aber Bach betonte, nie zuvor seien so viele Seiten verfügbar gewesen wie heute. Auch eine nette Interpretation von Pressefreiheit. Menschenrechte generell würden auch besser eingehalten, davon will er sich, so habe ich das auf jeden Fall verstanden, selbst überzeugt haben. Überall?
Dieses Rumgeeier hätten sich IOC-Präsident Jacques Rogge und seine Kollegen leicht ersparen können, jetzt können sie es sich schenken. Plötzlich will man durch die Vergabe einen Prozess angestoßen haben, weil klar gewesen sei, dass man China nicht durch die Olympischen Spiele dorthin bringt, wo man es bezüglich der Menschenrechte gerne hätte. Es ginge genau um diesen Prozess. Wie nett: Das IOC als Weltverbesserer. China ist ein Zukunftsmarkt und im Zweifel hat der schnöde Mammon die entscheidende Rolle gespielt.
Unser oberster deutscher Sportfunktionär, DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach hat sich letzte Woche ganz mutig und entschlossen aus dem diplomatischen Fenster gelehnt und festgestellt, die Lage der Menschenrechte sei trotz feststellbarer Verbesserungen nicht zufriedenstellend, betonte aber zugleich, der Sport dürfe nicht politisiert werden. Er zeigte sich besorgt über die Ereignisse in Tibet und forderte eine friedliche Lösung durch Dialog. Das nennt sich echte Zivilcourage… Irgendwer muss ja die blöde Entscheidung, die Spiele an ein Land wie China vergeben zu haben, weiter tragen. Warum haben denn die Sportfunktionäre im IOC nicht die Eier, mal auf den Tisch zu hauen und deutliche Worte zu sprechen. Zugeben, dass es ein Fehler war, die Spiele in China auszurichten. Ist das so schwierig? Müssen sich IOC-Funktionäre immer so fürchterlich diplomatisch geben, dass das, was Bach von sich gegeben hat, schon fast das höchste der Gefühle ist? Wird ein Sportler rassistisch angegangen, jaulen alle auf und rufen zum Zusammenhalt auf, was natürlich richtig ist. Aber warum werden die Chinesen immer noch mit Samthandschuhen angefasst und bekommen quasi einen Freibrief für ihre Spiele, dass schon alle Sportler kommen werden? Ganz zaghaft nur werden Boykottgedanken geäußert. Wenn unsere TV-Sender letztes Jahr wegen der Dopingskandale aus der Tour-Berichterstattung ausgestiegen ist, wäre es doch nur konsequent, den Chinesen ihre Übertragungsrechte großzügig zurückzugeben. Eine freie Berichterstattung ist dort eh nicht möglich. Politisch korrekt darf wohl allenfalls darauf hingewiesen werden, dass es in diesem Land mal so etwas wie einen nicht ganz zufriedenstellenden Umgang mit Menschenrechten gegegen haben könnte. Und wehe, ein Sportler äußert sich zur politschen Situation.
Meine Vorfreude auf Olympia ist nicht mehr vorhanden. Scheiß Chinesen! Ein bisschen feige kommt mir das schon vor, was da passiert. Den Zeigefinger bei jeder Gelegenheit erheben, wenn es um irgendwelche Projekte und Aktionen geht, aber wenn es ernst wird, dann werden die Schwänze schnell eingezogen.
Leila Ich giere nach dem letzten Dittsche! :D Bitte schreiben, danke. ... Alex Kann Ihnen leider nicht weiterhelfen. Ich freue mich aber, dass Ihnen meine... Ehrhardt, Kati Ich bin auf die Seite gestoßen, weil ich meinem Sohn Blockflöte spielen bei... antonio Sch*** Bezahlfernsehen nervt mich dermaßen. Ich komme langsam in die richti... antonio Scheiß Sky (bzw. das Bezahlfernsehen) hat mir den ganzen Spaß am Fußball ve...