Kellerduell samt Würzmischung

Eine Fußball-WM ist an sich schon ein Highlight, wenn die Fifa nicht gerade meint, diese nach Katar oder Saudi-Arabien zu vergeben, weil Geld für diesen unter Infantino noch gierigeren und noch abstoßenderen Weltverband wichtiger ist als Fans, Fankultur oder gar der Fußball selbst. Das tötet schon sehr krass die Vorfreude früherer Turniere ab. Die USA haben sich in den letzten Jahrzehnten ja wirklich zu einem fußballbegeisterten Land entwickelt, das war 1994 schon fragwürdiger. Das Hypermoralisieren rund um das Turnier tut dann seit Übriges, wenn Fußball auf diese Weise völlig zur Nebensache verkommt und ständig Symbolhandlungen von irgendwem erwartet werden.

Seit 2006 ist aber das Kellerduell, die Fußball-Revue von Hubertus Grehn und Manfred Plagens (unterstützt von einem Musiker wie in den letzten Jahren Andreas Albes) ebenfalls ein Highlight im Weltfußball-Weilerchen Würzburg, das diese großen Turniere begleitet. Seit 2008 (einem einmaligen EM-Intermezzo) habe ich keines verpasst, 2022 durfte ich in der TheaterWerkstatt sogar Gastleser sein, dieses Jahr habe ich bei der Zusatzvorstellung morgen Abend erneut die Ehre, zwei Texte zu dieser großartigen Veranstaltung beizutragen. Welche, das bleibt natürlich geheim. Seit letzter Woche läuft das „Kellerduell – Jubiläumsausgabe“, Karten könnt ihr hier reservieren.

Heute Abend habt ihr dazu die Möglichkeit, nächsten Dienstag dann noch einmal. Und danach? Freuen wir uns auf 2030, oder?

Die Würzmischung mit den drei fußballverrückten Burschen gehört da natürlich auch dazu, das Fachsimpeln, Erinnern und Austauschen von Anekdoten und anderen Absurditäten, bei denen Ralf als Fußball-Nicht-Möger-und-Interessierer trotzdem voll auf seine Kosten kommt. Tatsächlich haben wir uns seit 2022 zum ersten Mal wieder zum Podcaster getroffen und das wieder mit den gleichen Gästen am gleichen Ort. Fertig war die 112. Würzmischung zum 20-jährigen Jubiläum des Kellerduells.

Und trotz der ungünstigen Anstoßzeiten in den USA werde ich versuchen, so viele Spiele wie möglich zu sehen. Das originale Trikot von damals passt wie aus Zauberhand plötzlich perfekt, atmungsaktiver als eine Kupschtüte ist es leider immer noch nicht.

Von Alex

Einst habe ich an der Universität in Würzburg studiert, jetzt bin ich Lehrer. Mein Lieblingszitat stammt aus dem grandiosen österreichischen Film Poppitz: „Dänkn däaf mass, soogn liaba neet“ – schließlich sind zumindest die Gedanken frei – wer es nicht verstanden hat: „Denken darf man es, sagen besser nicht“