Wie kann man nur allen Ernstes öffentlich – schon im kleinen Kreise fände ich es total beknackt – fordern, dass zu Weihnachten Kirchensteuerzahler ein Vorrecht beim Gottesdienstbesuch haben sollten, um so Überfüllungen zu vermeiden und alten Menschen einen Sitzplatz zuzusichern? Wer nicht zur Kirche gehöre, müsse eben an diesem Tag auf den Gottesdienstbesuch verzichten.
„Ich bin dafür, dass Messen am 24. Dezember nur für Kirchensteuerzahler offen sind“
Macht die Kirchensteuer Gläubige zu besseren Gläubigen? Sollen etwa Menschen an der Kirchentüre abgewiesen werden, weil sie vielleicht nicht getauft wurden, aber dennoch in den Weihnachtsgottesdienst gehen sollen? Soll man diese – vielleicht in irgendeiner Form bereits enttäuschten – Leute für immer enttäuschen, dass sie der Kirche endgültig den Rücken kehren?
Wie bescheuert und beschränkt muss man sein, um als Christ einen solchen Vorschlag zu machen bzw. überhaupt auf eine solche Idee zu kommen? Weiß der gute Mann irgendetwas von christlicher Lebenseinstellung? Dagegen ist ja Herrn Schäfer-Gümbels Vorschlag, Reiche zu Zwangsanleihen zu verdonnern, beinahe undumm.
Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,3) Nein, dieser Herr ist damit nicht gemeint.
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