Jetzt auch der Platzeck

Alex

12. Oktober 2009

10 thoughts on “Jetzt auch der Platzeck

  1. Ich denke, Du könntest jetzt mal die schwarz(-weiß)e Brille abnehmen und 20 Jahre nach der Wende gewisse Entwicklungen akzeptieren. Eine etwas differenziertere Sichtweise wäre vielleicht nicht ganz unangebracht.

    Wer soll denn in den östlichen Bundesländern regieren, wenn nicht Leute, die auch schon im sozialistischen Regime aktiv waren? Überleg doch mal, wie viele Politiker der BRD nach dem Zweiten Weltkrieg auch schon im Dritten Reich mitgemischt haben!

    Wenn der Osten weiter von Besser-Wessis regiert wird, schadet dies dem Zusammenwachsen eher als dass es hilft. Wo kämen wir denn hin, wenn in Bayern ein Hesse oder ein Sachse Ministerpräsdent wäre? Und die etablierten Parteien haben es eben nicht geschafft zu verhindern, dass die SED-Nachfolgepartei sich als Stimme des Ostens präsentieren konnte. Das klingt zwar eigentlich nach einem wirklich schlechten Witz, scheint aber im vorliegenden Milieu durchaus Sinn zu machen. Und im „Säurebad der Realpolitik“ (Dr. G.) hat sich die PDLinke bisher ja als recht vernünftig erwiesen.

    Also: Schluss mit der Rumheulerei – die Zeit des drei- oder vier-Parteiensystems ist vorbei und die Parteien müssen flexibler werden. Dass die Grünen mit den Neo-cons einen gemeinsamen Nenner finden können, hätte ich bis vor kurzem auch noch für unmöglich gehalten. Bin mal gespannt, was dabei heraus kommt…

  2. Wie in den letzten Wochen zu lesen war, ist gerade der brandenburgische Landesverband der Linken durchsetzt mit ehemaligen Stasi-Mitarbeitern, daher ist es ein Witz, was der Platzeck dort abzieht, indem er die Damen und Herren jetzt ins Regierungsboot holt. Im Osten lässt sich das nicht mehr verhindern, aber im Westen sollte eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten doch ein Tabu bleiben. Ein Zusammenarbeit mit den Rechten ist ja auch ein Tabu und die haben keine schmutzige Vergangenheit, die denken „nur“ vorgestrig.

    Die SED/PDS kleinzuhalten, das hätte früher passieren müssen, zu deren Salonfähigkeit hat der Wowereit und seine Genossen im Osten nicht wenig beigetragen, jetzt hat er den Salat.

  3. Das Leugnen des Holocaust und Beteiligung an gewalttätigen Übergriffen an Ausländern mit den populistischen Forderungen der PDS zu vergleichen ist unfassbar verharmlosend! Die PDS ist nicht viel weiter links als die CSU noch vor wenigen Jahren rechts war. Außerdem schau mal, wie viele Altnazis es in der Nachkriegs-CSU gab. Ich denke, es gibt noch einen sehr großen Unterschied zwischen verdrehten Sozis und verfassungsfeindlichen Volksverhetzern.

    Auch wenn man die Altkommunisten nicht mag, sollte man vielleicht doch noch einen gewissen Maßstab einhalten.

    Wer mir mehr Sorgen macht, als die Ost-Linke ist ihre Westfiliale. Da sitzen wirklich Wirrköpfe drin! Zum Glück hat Lafontaine die Grünen zur Raison gebracht!

  4. Zu Wowi: Die PDS hat im Ostteil Berlins über 40% bekommen. Die Stadt ohne sie zu führen hieße, den Westen gegen den Osten zu regieren. Den Willen des Souveräns derart zu ignorieren hätten ihm die Ossis nie verziehen!

    Wir leben nunmal in einer Demokratie. Da muss man sich auch an die Regeln halten, wenn einem das Ergebnis nicht passt.

  5. Die Linke bzw. irgendwelche Unterorganisationen unterstützt regelmäßig ganz ungeniert Randale, ganz davon abgesehen, finde ich es unerhört, dass frühere Stasi-Spitzel heute in Parlamenten sitzen dürfen. Die Altnazis mussten nach und nach zurücktreten, wenn es denn rausgekommen ist.

    Im Westen werden diese Wirrköpfe hoffentlich auch weiterhin keinerlei Verantwortung tragen.

  6. Der Artikel ist natürlich sehr eloquent geschrieben. Man sollte sich deswegen aber nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass er äußerst einseitig und tendentiös ist.

    Sowas kommt halt raus, wenn der neo-konservative Chefredakteur einer für seine Fortschrittlichkeit bekannten Wochenzeitschrift, der sich zuvor beim Axel-Springer-Verlag und der FAZ seine Sporen verdient hat, seine Meinung über das linke Parteienspektrum äußert.

    Frag doch mal einen Kardinal zum Thema Abtreibung und sei gespannt, was er dir erzählt.

  7. Was ich noch vergessen habe: Ich denke, als „Wessis“ sollten wir uns mit Vorverurteilungen etwas mehr zurück halten. Wie leicht oder schwer es war, sich dem System zu entziehen, kann wohl nur der wirklich beurteilen, der seine Zwänge und Nöte erlebt hat. Diese Besserwesserei wirkt doch überheblich und anmaßend.

    P.S: Der Autor des o.g. Artikels benutzt z.B. im Zusammenhang mit Ausländern Vokabeln wie „Kanak-Deutsch“ oder „Halloween der Entfremdung“ und hält den Klimawandel für eine „Öko-Horrorshow“. Mehr diskreditieren muss ich ihn jetzt wirklich nicht mehr, oder? Zitier doch bitte in Zukunft gleich George W.

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