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Blogroll die 2te
Die Sorgen des Herrn Jüstel
Donnerstag, 24. April 2014, 16:20 Uhr unter Politik, Würzburg.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Noch bevor sich der neugewählte Stadtrat nächsten Freitag konstituiert, musste der amtierende bzw. wiedergewählte Stadtrat Heinrich Jüstel (SPD) im Rathaus sein ganz persönliches Zeichen setzen, seine Sorgen möchte sicher manchereiner haben, dann ginge es ihm hervorragend: Als bekennender Atheist – so steht es in der Main-Post zu lesen – wollte Herr Jüstel im Stadtrat erreichen, dass das Glasfenster in der Aussegnungshalle am Hauptfriedhof geschmackvoll zugehängt wird, um so den knapp 25% Würzburgern Rechnung zu tragen, die nicht katholisch, evangelisch oder so wie christlich sind, sondern konfessionslos sind oder irgendeiner anderen Religion angehören. Dieses Glasfenster zeigt nämlich den gekreuzigten Jesus.

Interessant ist es, dass Herr Jüstel darin ein besonderes Signal sehen will, Würzburg zeige so nämlich “Toleranz, Weltläufigkeit und Aufgeschlossenheit”. Immerhin 77,8% der Würzburger gehören einer der beiden christlichen Konfessionen an, aber Herr Jüstel verlangt der großen Mehrheit das ab, was er selbst offenbar nicht aufbringen kann. Er erhebt eben, wie so oft heutzutage, den Anspruch, dass einer Minderheit ein Recht zugestanden werden soll, das diese meistens noch nicht einmal fordert. Wie so oft gibt es aber in solchen Angelegenheiten gerne einen selbsternannten und wortgewandten Wortführer dieser gefühlten Mehrheit, der wiederum diese Rechte einfordert, um irgendein Zeichen zu setzen, das gut klingt. 2012 brach Ex-OB Georg Rosenthal (SPD) mit der Tradition, dass der Würzburger Bischof beim Neujahrsempfang der Stadt Würzburg eine Rede hält, begründet wurde das damals ähnlich. Heute hat die Diözese Würzburg ihren eigenen Neujahrsempfang mit weitaus interessanteren Rednern als die auf Ausgleich bedachte Stadt.

Zudem sei hier die Frage erlaubt, was denn ein “bekennender Atheist” überhaupt ist. Die meisten Menschen dürften doch einfach nur Religionslose sein, denen der Glaube an Gott scheißegal völlig egal ist. Atheisten sind das nicht. Ein Atheist im eigentlichen Sinne, jemand, der krampfhaft versucht, die Nichtexistenz eines Gottes zu begründen, scheitert doch wie all seine philosophischen Vordenker an der Tatsache, dass es keinem der klugen Herren (Feuerbach, Marx, Nietzsche, Sartre, …) je gelungen ist, die Nichtexistenz zu beweisen. Dass es Gott gibt, hat freilich auch noch keiner bewiesen, aber daher ist das ja Glaubenssache. Wie der Atheismus selbst ja auch. Die Damen und Herren “glauben” ja genauso fest an die Nichtexistenz Gottes wie die Christen an dessen Existenz. Nur sind Christen meist nicht so penetrant darin, ihren Mitmenschen ihren “Glauben” aufs Auge zu drücken. Nur mal angenommen, der Fall wäre andersrum, ein bekennender Christ würde im Stadtrat ein Recht für seine Konfession durchdrücken wollen: Herr Jüstel bekäme wahrscheinlich akute Schnappatmung.

Was will er erreichen? Dass das Fenster, durch das wirklich schönes Licht in die dunkel gehaltene Aussegnungshalle fällt, zugehängt wird? Komischer Gedanke. Ich habe während meines Studiums längere Zeit am Friedhof gearbeitet und war bei unzähligen Beerdigungen dabei. In all der Zeit hat keiner der Anwesenden ernsthaft Schaden genommen, wenn der gekreuzigte Jesus auf sie geschaut hat. Angehörige dürften, selbst wenn sie religionslos sind, andere Sorgen haben. Und wie hat Herr Felgenhauer so schön gesagt: “Es muss doch niemand das Kreuz anschauen, der das nicht will.” Und wenn Herr Jüstel derweil auf Fulda schaut, weil dort eine zweite, neutrale Halle gebaut worden ist. Er darf sie sicher gerne bauen, wenn er die notwendigen Gelder dafür zur Verfügung stellt. Das Kreuz ist in unserer Kultur ein allseits anerkanntes Symbol für den Tod. Dass Christen in diesem Todessymbol auch ein Symbol für Jesu Sieg über den Tod sehen, ist wiederum unsere Glaubenssache, aber sich daran festzubeißen, dass dieses Glasfenster nicht alle Würzburger repräsentiert? Dieses krampfhaft laizistische Denken heutzutage geht mir persönlich wirklich gehörig auf den Sack. Am besten sollen christliche Symbole wohl überall weichen, damit sich Herr Jüstel und auch kein anderer bekennender Atheist in seinen nichtreligiösen Gefühlen verletzt sehen kann.

Der Stadtrat hat den Antrag Jüstels zwar abgelehnt, 14 Stadträte (SPD, Grüne, Linke) waren aber immerhin doch dafür, eine konfessionsneutrale Gestaltung zu prüfen. Bezeichnenderweise sind das ja die Parteien, die immer am lautesten nach der in ihrem Sinne verstandenen “Toleranz” schreien, diese aber dem Christentum gegenüber gerne vergessen oder anders interpretieren.


Würzmischung #89 – Doris, Roboter und Schwärme
Freitag, 23. August 2013, 12:10 Uhr unter Politik, Würzburg, Würzmischung / Podcast.
Von: Alex
[ Kommentare: keine ]

Am Mittwoch haben Ralf und ich nach einer längeren Pause endlich wieder Zeit für eine Würzmischung gehabt. Wir haben uns mit Doris Aschenbrenner am Mainkai getroffen und fast die ganze Zeit über Roboter geredet. Obwohl Doris gerade tief im Wahlkampf steckt und als SPD-Landtagskandidatin (Kitzingen) und netzpolitische Sprecherin der Bayern-SPD viel zu tun hat, ging es in unserem Podcast fast nur um ihren Beruf, weil die Informatikerin  am Zentrum für Telematik in Würzburg Roboter baut und programmiert. Wo überall Roboter eingesetzt werden oder eingesetzt werden können, war dabei echt interessant. Lustig wurde es regelmäßig, wenn Ralf und vor allem ich dem Technik-Englisch nicht mehr folgen konnten, dann musste Doris Alltagsbegriffe übersetzen.

gruppenbild_csu
Quelle: CSU Würzburg

Während unserer Würzmischung hat die CSU am Mainkai Wahlkampf gemacht und schon haben wir uns auf dem Gruppenfoto wiedergefunden (großklicken und suchen). Vorher schon hat uns Paul Lehrieder besucht, ehe wir einen CSU-Energydrink bekommen haben und später auch von Olli Jörg begrüßt wurden, der ja vor fünf Jahren Gast bei uns war.

würzmischung_doris

Was Roboterschwärme mit Fliegenschwärmen zu tun haben, die uns immer wieder heimgesucht haben, was Roboter bei Hochwasser ausrichten können oder wie man Roboter im eigenen Haushalt ausprobieren und aufrüsten kann und warum es keine Meefischli  aus dem Main gibt, all das findet sich in der Würzmischung #89 wieder. Es hat sehr großen Spaß gemacht mit Doris.


Sexismus! Rassismus! Was noch?
Montag, 11. Februar 2013, 18:25 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Blogpakt hin oder her, ich habe erst einmal überlegen müssen, ob ich zu dem Thema was blogge, aber es brennt mir förmlich unter den Fingernägeln, weil diese Pseudo-Empörungswellen gegen Einzelpersonen immer öfter durchs Land schwappen, um diese möglichst nachhaltig zu beschädigen. Mitglieder der FDP scheinen davon derzeit besonders gerne betroffen zu sein. Und wer meinen Blogs kennt, weiß, dass ich nicht jeden FDP-Politiker mögen muss.

Kaum war Rainer Brüderle zum Spitzenkandidaten der FDP für die Bundestagswahl gekürt worden, machte eine Geschichte die Runde, die landauf und landab eine Pseudo-Empörungswelle losgetreten hat, weil Rainer Brüderle plötzlich für eine Sexismus-Debatte herhalten musste, die sich wohl nicht einmal die Stern-Reporterin so ausgemalt hätte. Nicht in diesem Ausmaß jedenfalls. Sie hat in erster Linie mal einen Politiker vom alten Schlag portraitiert, Brüderles Flirtversuch scheint ihr nicht besonders gefallen zu haben. Zu sehr verfällt sie in die indirekte Rede. Das Dreikönigstreffen 2012 ist lange vorbei, dass sie die Geschichte kurz nach dem Treffen 2013 auf den Tisch brachte, kurz nach Brüderles Kür zum Spitzenkandidaten, hat einen faden Beigeschmack. Ganz taufrisch ist der Rainer Brüderle ja in der Tat nicht mehr, dementsprechend ist er auch ein bisschen altmodisch. Und auch das hat die Frau Himmelreich halt auch beschrieben: In einer Hotelbar hat er ihr ein paar Komplimente gemacht und mit Blick auf ihr Dekollete und festgestellt, dass ihr auch ein Dirndl auf der Wiesn gut stehen könnte, nachdem sie auf München zu sprechen gekommen waren. Er hätte, und das fand ich besonders schön, noch Platz für sie auf seiner Tanzkarte gehabt. Ganz ehrlich, das musste ich selbst erst einmal ergoogeln, was eine Tanzkarte ist. Dann fand ich das wirklich fast schon drollig, aber nur so lange, ehe mir wieder diese alberne Debatte eingefallen ist, die durch diesen Bericht ausgelöst wurde. Durch diesen Bericht! Plötzlich war der mehr oder weniger missglückte Flirtversuch eines älteren, etwas angetrunkenen Herren sexuelle Belästigung und auf Twitter, diesem gehaltvollen Medium, wussten plötzlich ganz viele, dass sie schon Opfer der Männer waren. Zwischen sexueller Belästigung und plumpen Flirtversuchen wurde nicht mehr unterschieden, wichtig waren der Hashtag #aufschrei und 140 Zeichen geballte Information. Irgendeine blonde Feministin hatte das vom Zaun gebrochen. Rainer Brüderle konnte und kann einem echt leid tun, dass er wegen dieser Geschichte als Sexist gebrandmarkt werden sollte, es kam ja auch so gelegen, dieser Bericht, der Brüderle angeblich so ganz und gar nicht ans Bein pinkeln wollte.

Kaum war Brüderles vermeintlicher Skandal medial restlos ausgeschlachtet, musste sich Jörg-Uwe Hahn (FDP), der hessische Minister für Justiz, Integration und Europa, mit dem Vorwurf auseinandersetzen, er sei ein Rassist. Alltagsrassismus nannte man das, natürlich empört, um jeden von uns mit dem schlechten Gewissen zu konfrontieren. Warum? Er hatte im Interview mit der Frankfurter Neuen Presse gewagt, etwas auszusprechen, was vielleicht manchen so nicht passte. Herr Hahn hatte die Frage in den Raum geworfen, ob ein asiatisch aussehender Vize-Kanzler als FDP-Vorsitzender in der Gesellschaft noch nicht vermittelbar ist. Laut Spiegel-Bericht verwirrte Hahn mit diesen Aussagen. Wen? Die üblichen Verdächtigen in solchen Fällen, die Vertreter der Oppositionsparteien, bei denen Empörung zum politischen Alltag gehört: Herr Steinmeier musste sich empören, Tarek Al-Wazir fand es gleich völlig inakzeptabel, ein anderer unerträglich, auch andere SPD- und Grünen-Politiker sahen sich genötigt, einen Skandal zu inszenieren und mit der Rassismuskeule – “Rassismus in Reinkultur” (Riexinger, Die Linke) – wild um sich zu schlagen. Erst als Philipp Rösler selbst Herrn Hahn beistimmte und klargestellt hat, dass er Hahn verstehe und er selbst sich fast täglich irgendwelche Sprüche anhören müsste, verstummte diese scheinheilige und absurde Empörung ebenso schnell wieder, die die FDP im Wahljahr noch unwählbarer machen sollte. Ist das Oppositionspolitik? Menschen Aussagen im Mund rumdrehen, um ihnen daraus dann wiederum einen Strick zu drehen? Am besten, wenn man nur Wortschnipsel auf Twitter oder sonstwo aufgefangen hat und nicht mal das eigentlich Interview kennt. Sind sich die immergleichen Empörer_Innen nicht langsam selbst zu schade, ständig irgendwelche künstlichen Skandale loszutreten, die keine sind? Mir liegt die FDP jetzt nicht persönlich am Herzen, aber die Art und Weise, wie hier fast nur noch auf persönlicher Ebene Menschen niedergemacht werden sollen, ist schäbig. Und heuchlerisch.

Erst Sexismus, dann Rassismus. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Liberaler, der ein süßes schielendes Karnickel ohne Öhrchen, aber mit flauschigem Fell und Knopfaugen, aus Versehen tottritt wie einst der Kameramann im Chemnitzer Tiergarten. Eine Tierquäler-Debatte hatten wir schließlich noch nicht. Und “aus Versehen” macht man doch ganz schnell zu “absichtlich” .


Gender-Schmarrn
Samstag, 6. Oktober 2012, 23:55 Uhr unter Lästereien, Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 4 ]

Vor lauter politisch korrektem Gender-Geschiss kann man – oder auch frau (!) – schon mal den Überblick verlieren. Wann hört dieses überflüssige Getue mit der Nennung von männlicher und weiblicher Form endlich auf, egal ob in Reden oder in Texten, die dämliche Doppeltnennung macht nicht nur jeden Sprachfluss kaputt, sondern schafft auch mehr als alberne Wortgebilde, die mit der deutschen Sprache nichts mehr am Hut haben. Erst kürzlich habe ich irgendwo “Bürger/innen-Dialog” gelesen und nur den Kopf geschüttelt, schließlich impliziert doch das Wort “Bürger” für einen normalen Menschen, dass da Männlein und Weiblein gleichermaßen gemeint sind, ohne dass beide explizit genannt werden müssen. Oder wählen wir demnächst den/die Bürger/innenmeister/in? Für manche scheint das aber zwingend notwendig zu sein, die praktizieren das dann auch bis zum (sprachlichen) Erbrechen. Wie es sich anhört oder liest, egal, Hauptsache, die Gender-Gerechtigkeit bleibt gewahrt.

Ab und an sorgt dieser Unsinn dann nicht nur für schreckliche Wortmissbildungen, sondern endet in einem eher peinlicheN Plakat. Und für alle Interessierten und Interessiertinnen, “willkommen” schreibt man hier auch klein. Aber wer Frauenquoten braucht, muss auch politisch korrekt beide Formen nennen.


Jetzt auch der Platzeck
Montag, 12. Oktober 2009, 18:44 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 10 ]

In der SPD müssen sie echt ziemlich verzweifelt sein… Einer Fortsetzung der großen Koalition, in der Matthias Platzeck seit sieben Jahren als Nachfolger von Manfred Stolpe als Ministerpräsident regiert, zieht er jetzt wohl eine rot-rote Koalition mit den Linken vor. Jetzt dürfen die SED-Nachfolger bald auch in Brandenburg regieren und ehemalige Stasi-IM sitzen am Regierungstisch und reden fleißig mit. Ganz toll, Herr Platzeck! Da war Matschies Absage an die Linken wesentlich sympathischer, wenn auch überraschender.

Immerhin bleibt das Saarland von einer rot-rot-grünen Regierung verschont. Dieses blöde Jamaika-Gerede nervt zwar, aber eine solche Koalition mit CDU und FDP steht den Grünen besser zu Gesicht als ein Bündnis mit den Dauer-Losern und den Kommunisten mit ihrer angeblichen sozialen Gerechtigkeit. Regierungsnutten waren die Grünen ja bisher nie, weil ihnen auf der Oppositionsbank kein Zacken aus der Krone breche, wie Cem Özdemir heute gemeint hat, wenn sie wirklich das Bildungsministerium bekommen, können sie der Regierung auch ihren Stempel aufdrücken. Wo ist das Problem? In der Regierung wären die Grünen doch so oder so gewesen? Dass SPD und Linke jetzt Gift und Galle spucken, ist verständlich, interessant, dass gerade diese Parteien jetzt von Wählertäuschung palavern. Eine solche Vernunft-Koalition ist selbst im Saarland besser als eine Zusammenarbeit mit Lafos Krawall-Kommunisten. Lasst die Grünen leben, so sehr unterscheiden sich FDP und Grüne doch auch nicht. Wieso sollen die Grünen immer auf die SPD und die Linken festgelegt bleiben? Wie hat Harald Schmidt unlängst bemerkt:

Wenn sie in einer Altbauwohnung mit Stuckdecke wohnen und ihr Gemüse beim türkischen Händler kaufen, dann wählen sie die Grünen. Wenn sie in einer Altbauwohnung mit Stuckdecke wohnen und ihr Gemüse vom türkischen Händler bringen lassen, dann wählen sie FDP.


TV-Duell-Sonntag
Sonntag, 13. September 2009, 11:12 Uhr unter Fernsehen, Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 6 ]

Heute Abend kommt es also wieder zum TV-Duell zwischen den Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Mittlerweile hat dieses Fernseh-Spektakel so etwas wie Tradition, wurde es doch erst 2002 erstmals in dieser Form übertragen. Schröder erwies sich in den zwei Duellen 2002 als besserer Medienprofi als Herausforderer Stoiber, viel Neues brachten die Sendungen aber nicht, ebensowenig das Rededuell zwischen Schröder und Merkel.

Heute Abend stellen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier den Fragen von Frank Plasberg, Maybrit Illner, Peter Limbourg und Peter Kloeppel. Die Duellanten werden im Vorfeld akribisch gecoacht, natürlich werden beide selten wirken, die Antworten zu den bekannten Themenbereichen wurden im Vorfeld geklärt. Herr Schröder trat teilweise fast schon selbstherrlich auf, die Schwächen Stoibers wurden mehr und mehr spürbar, während er sich krampfhaft locker zu geben versuchte. Ähnlich könnte es heute Abend auch aussehen, wenngleich Merkel sicher nicht selbstherrlich auftreten wird. Steinmeier ist einfach zu hölzern und zu wenig Medienmensch. Ein verkrampftes Lächeln werden beide im Gesicht haben, die gespielte Lockerheit Steinmeiers, der in den letzten Wochen wohl Ratschläge über Ratschläge bekommen hat, wird wieder eher unfreiwillig komisch wirken und der Imagewandel kaum klappen. Merkel sollte nicht zu kühl wirken, auch das wird wohl geübt. Ich schaue mir das TV-Duell natürlich an, die Bedeutung solcher Duelle kann ich nicht ganz verstehen, weil es am Ende doch eine reine Wahlkampf-Show ist, die im Vorfeld von Beraterstäben perfekt durchgeplant wurde, und auch im Studio nach strengen Regeln ablaufen wird. Blitzumfragen, Trends, Fragen nach dem Gewinner, all das füllt dann die After-Show-Partys. Da es aber in den Umfragen derzeit sehr knapp zugeht, könnte das TV-Duell in diesem Jahr tatsächlich eine größere Rolle spielen.


Wahl-Wunder dringend gesucht
Dienstag, 9. Juni 2009, 0:37 Uhr unter Politik, Total bescheuert.
Von: Alex
[ Kommentare: 1 ]

Das war ja vielleicht ein Debakel für die SPD bei der Europawahl am Sonntag. Hätte Frank-Walter Steinmeier nicht schon schneeweiße Haare, sie wären es seit Sonntag, jetzt können sie nur noch ausfallen. Zu Berge stehen tun sie schon. Was hilft dem Kanzlerkandidaten der SPD jetzt noch auf dem Weg zur Bundestagswahl? Ein Eisbärbaby reicht da nicht. Knut müsste schon einen Selbstmordversuch unternehmen und Steinmeier ihn retten. Zusammen mit Siegmar Gabriel, dem Patenonkel von Knut. Nein, da müssen größere Geschütze aufgefahren werden. Den Osten müsste man dieses Mal schon komplett fluten, damit Steinmeier den Retter geben kann. Als amtierende Kanzlerin würde Merkel hier mit Schwimmweste und Ostfriesennerz aber auch wieder punkten. Hilft nicht. Obama müsste zurücktreten und George W. Bush übernehmen, ein Krieg gegen den Irak ist nicht in Aussicht, Peer Steinbrück könnte ja der Schweiz den Krieg erklären und Steinmeier sorgt als Außenminister und Kanzlerkandidat in Personalunion für Frieden. Abstrus und total bescheuert. Nicht mal die Amis führen einen Krieg, gegen den man aktuell sein könnte, die Bundeswehr ist schließlich auch in Afghanistan.

Mit unerwarteten Milliardengewinnen könnte Steinmeier einfach mal alle Unternehmen Deutschlands retten, denen es gerade schlecht geht. Arcandor und Opel fusionieren, beim Kauf eines neuen Insignia bekommt man dann jede Menge Payback-Punkte, weil auch der Kaufhof irgendwie mit im Boot sitzt und auf jedem Retter-Bild winken Steinmeier und Müntefering.

Es bräuchte zusäzlich aber auch noch eine Steueraffäre von Frau Merkel, ein uneheliches Kind mit Koch und/oder Seehofer und eine Stasi-Affäre um Karl-Theodor von Guttenberg…

Was ganz sicher Stimmen bringt: Steinmeier adoptiert afghanische Waisenkinder und zeigt sie von Anne Will bis Maybrit Illner in allen Talkshows, während er zeitgleich verspricht, dass Deutschland nächstes Jahr locker Weltmeister wird.


Thorsten Schäfer-Gümbel, der Realist
Dienstag, 20. Januar 2009, 20:39 Uhr unter Lästereien, Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 7 ]

Eines muss man dem in jeder Hinsicht ulkigen Thorsten Schäfer-Gümbel ja lassen: Im Gegensatz zu seiner bisherigen Landes- und Fraktionschefin Andrea Ypsilanti ist er ein Realist…

:D


Herrliches Gekeife am Sonntagabend
Montag, 19. Januar 2009, 12:05 Uhr unter Fernsehen, Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 1 ]

Die gestrige Diskussionsrunde bei Anne Will hat richtig Spaß gemacht. Zu Gast waren NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit, Brigitte Seebacher, Michel Friedman und die Oberkommunistin Sahra Wagenknecht von den SED-Erben.
Es sollte zwar eigentlich nur über den Wahlkampf und das Ergebnis der hessischen Landtagswahl diskutiert werden, es wurde aber eine mitunter hitzige Debatte unter anderem über Verstaatlichungen und Teilverstaatlichungen, in der Frau Wagenknecht irgendwann nur noch dümmlich unbeholfen lächeln konnte, weil sie von Frau Seebacher und Herrn Rüttgers ordentlich rundgemacht worden ist, nachdem sie nicht mehr konnte, als ihre einstudierte Systemkrtik loszuwerden. Rüttgers fuhr sie nach einer Unterbrechung barsch an, die Linke sei politikunfähig, Wagenknecht solle jetzt mal ruhig sein, sie habe keine Ahnung von Wirtschaft, schwadroniere aber munter darüber. Es wurde wieder einmal herrlich gestritten, auch Anne Will bekam von Rüttgers ihr Fett weg, weil sie nach Rüttgers’ Meinung Wagenknechts Verstaatlichungsgequatsche zuließ, seinen Konter aber abwürgen wollte.

Eine sehr interessante Sendung, in der sich zeigte, dass Frau Wagenknecht dort genauso überflüssig war wie ihre Partei in deutschen Parlamenten. Interessant auch, für wie fremdenfeindlich Herr Friedman die Deutschen hält.


Die hessische SPD und die Gewissensfreiheit der Abgeordneten
Samstag, 17. Januar 2009, 18:59 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 9 ]

Hat es die Hessen-SPD immer noch nicht verstanden? Im Grundgesetz steht in Artikel 38, Absatz 1 Folgendes:

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Einen Tag vor den Neuwahlen in Hessen nach dem unsäglichen Ypsilanti-Desaster haben die hessischen Sozis offenbar immer noch nicht begriffen, dass Dagmar Metzgers Entscheidung zählt und kein Wortbruch ist, weil sie den Wählerbetrug ihrer Spitzenkandidatin nicht mittragen wollte. Ihr Darmstädter Ortsverein hat sie vor eine Schiedskommisson zitiert, wo sie sich in zwei Wochen wegen parteischädigenden Verhaltens verantworten soll.

Ich verstehe hier nicht den SPD-Vorsitzenden Müntefering und Kanzlerkandidat Steinmeier. Die müssten doch mal auf den Tisch hauen und dieses Affentheater beenden, wenn den Hessen schon das Demokratie-Verständnis fehlt. Die Ohrfeige morgen darf der selbst ernannte “Hessen-Obama” und Internet-Wahlkämpfer Thorsten Schäfer-Gümbel ausbaden, die Ohrfeige dürfte aber eher ein Tritt in die Eier werden und richtig weh tun.

Da hilft es auch nichts, dass der grüne Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir verzweifelt noch ein bisschen rumkeift, dass Roland Koch doch so unbeliebt wäre. Hätte sich Al-Wazir mal lieber nicht so sehr Frau Ypsilanti an die Brust geworfen und ein Zeichen gesetzt, dass es mit der SPD geht, aber nicht mit den Kommunisten.


Steinewerfer im Glashaus
Freitag, 21. November 2008, 22:07 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Wenn Thorsten Schäfer-Gümbel auf diesem Niveau den Wahlkampf beginnt, sollte er am besten gleich zu Hause bleiben. Wenn ihm nichts anderes einfällt, als über das Aussehen von Roland Koch zu lästern, ist das ziemlich arm. Wenn es lustig sein sollte, hat der Witz sein Ziel verfehlt. Vor allem wundere ich mich, dass Herr Schäfer-Gümbel glaubt, er würde einen Schöneheitswettbewerb gegen Koch gewinnen. Um mich diplomatisch auszudrücken, attraktive Männer sehen anders aus. Sie haben ein Kinn und kein Milchsuppengesicht. Das war also ein Kalter. In Assi-Talkshows freue ich mich immer, wenn der Assi oder die Assi-Schlampe bei Oliver Geissen über das Aussehen der Gegenüber herziehen – Schau dich doch mal an, ey! Wie du aussiehst, ey! -, wenn die Argumente ausgehen oder gar nicht erst vorhanden sind.

Ruft die SPD in Hessen jetzt wieder die Parole Hauptsache, Koch ist weg! aus? Das war eine ganz miese Vorstellung von dem Herrn mit dem lustigen Doppelnamen. Wenn man schon einen Doppelnamen hat, ey!


Kanonenfutter
Samstag, 8. November 2008, 18:16 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 1 ]

Im Januar wird in Hessen neu gewählt. Nach dem Ypsilanti-Debakel Ypsilanti-Spektakel vom Montag reißt sich die Hessen-SPD nicht um Neuwahlen, da CDU, FDP, Grüne und Kommunisten dafür sind, bleibt den Lügilantis nichts anderes übrig, als mitzumachen. Frau Ypsilanti kommt bei den eigenen Wählern bestimmt nicht mehr so gut an, seit sie ihnen im Wahlkampf versprochen hat, nicht mit den Linken zu koalieren, um dann dreist dieses Wahlversprechen zu brechen. Egal, der Käse ist gegessen, der Spuk ist vorbei und bei den Neuwahlen wird die SPD die Quittung für ihre Politik bekommen. Die üblen Beschimpfung der vier “Abweichler”, die den Wahlbetrug nicht mitgetragen haben, waren dann das Sahnehäubchen in einer unsäglichen Politposse.

Frau Ypsilanti verzichtet auf eine erneute Spitzenkandidatur, eine Mynysterpräsydentyn Ypsilanti ist dem Wähler nicht mehr vermittelbar, schließlich gibt es noch keine Politik-Super-Nanny. Irgendeiner muss die SPD-Suppe in Hessen aber auslöffeln, ohne Spitzenkandidat anzutreten wäre zwar lustig und sensationell, allerdings scheint das doch sehr unrealistisch. Das politische Schwergewicht Thorsten Schäfer-Gümbel darf sich für gut zwei Monate Anwärter auf das Amt des hessischen Ministerpräsidenten nennen, eine Chance wird der Nobody aber nach dem unglaublichen Wahlchaos mit dem Schlingerkurs der SPD kaum haben. Kanonenfutter nennt man das. Ein bekanntes Gesicht will man nicht “opfern”, der bisherige Favorit Manfred Schaub, Bürgermeister von Baunatal, wird wissen, warum er nicht kandidieren will.

Mir tut der junge Mann mit dem Doppelnamen ja fast ein bisschen leid, nachdem aber dieses Mal früh auf eine eindeutige Aussage gegen die Linken verzichtet und sogar mit einer Zusammenarbeit kokettiert wird, hat er es nicht anders verdient. Im Januar ist dann ein Jahr Stillstand hoffentlich beendet, eine hohe Wahlbeteiligung würde mich dieses Mal nicht wundern.


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