Beim Bäcker, beim Metzger, in der Wirtschaft, ganz egal, wo Menschen etwas bestellen, die sprachlichen Gewohnheiten vieler Mitbürger ändern sich schlagartig, wenn sie entweder etwas wollen oder wenn sie darauf aufmerksam machen wollen, dass sie etwas bekommen. Da ruft dann plötzlich jemand unvermittelt “Ich bin des Schnitzel”, obwohl er weder paniert noch gebraten ist, oder wahlweise “Des Bier bin ich!”, falls es sich um das bestellte Bier handelt, das an den Platz gebracht wird, dessen Zielperson aber nicht mehr bestimmt werden kann und mit der Frage “Wer bekommt denn das Bier?” gesucht wird. Hier ist aber auch die Frage “Wer hat denn das Bier bekommen?” völlig falsch, weil das Bier ja noch nicht seine Zielperson erreicht hat. Sehr beliebt an der Wurst, Käse- oder Bäckertheke ist die Verwendung des Konjunktivs. Schon bei der Frage der Fleischereifachangestellten (oder der Aushilfe auf 400€-Basis), wer denn der nächste ist, antworten viele “Des wär dann ich!”, weshalb ich schon öfters in Versuchung war, “ICH bin der nächste!” zu rufen, weil die anderen nur die Möglichkeit in Betracht ziehen, sie könnten die nächsten in der Reihe sein. Auf die weitere Standardfrage “Haben sie sonst noch einen Wunsch?” antworten viele sehr gerne mit “Des wär dann alles.” Ist es wirklich alles oder überlegen die dann noch, ob doch noch etwas dazukommt.
Der Ausruf “Ich würde dann zahlen.” ist ebenfalls missverständlich, schließlich muss man ja immer zahlen. Meistens zumindest. Schon eigenartig, diese Metzgereifachsprache.
Habe ich gerade auf meiner – wetterbedingt – sehr kurzen Rennradrunde bei Rehau gesehen. Beim nächsten Mal werde ich die Goethestraße suchen. Irgendwo im Wald.
Und das in Würzburg. Eine 27-jährige Frau aus Baden-Württemberg hat es gewagt, sich auf der Alten Mainbrücke barbusig – ein schönes Wort! – zu sonnen. Entblößte Brüste zwischen den Brückenheiligen. Titten neben Pipin. Entbrüstete Passanten konnten das nicht zulassen und mussten den Brüsten auf der Brüstung ein Ende bereiten, sie waren doch zu brüstkiert ob dieses obszönen Anblicks, während einige brüstige Rentner ihre Freude hatten, weil sich jemand so brustikal nackig in der Öffentlichkeit zeigt.
Warum wird die Polizistin mit einen Ausrufezeichen (!) besonders gekennzeichnet? Hier wird die Neutralität eines Berichts aufgegeben, weil für den Verfasser die Tatsache, dass eine Polizistin einem Anti-Titten-Sondereinsatzkommando angehört, offenbar so außergewöhnlich ist, dass er diesem euphorischen Gefühl Ausdruck verleihen muss. Es war NICHT die Polizistin, die sich entblößt hat und es ist davon auszugehen, dass die Dame selbst auch schon Brüste gesehen hat. Die Polizisten können sich mit dieser Story aber auf jeden Fall vor ihren Kollegen brüsten. Eine Anzeige bekommt die junge Dame wegen Erregung (!), also wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.
Und schon wieder gibt es kein Video vom Blut-und-Scherben-Sensationsfilmer der Main-Post. Der ist doch sonst immer vor Ort, wenn es was zum Glotzen gibt.
Ohne Rast und ohne Ruh sollte die Polizei schleunigst eine Rastafahndung einleiten, damit ihnen der Verbrecher mit den Rasterlocken nicht durchs Rasta fällt. Ansonsten ist die Rasterlocke als Haarteil einer männlichen Person bekannt, die zur Zeit Pause macht.
Bildschirmfoto: Main-Post
Zum Glück haben sie sich nicht auch noch an einer Waagen-Beschreibung versucht. Oder einer Wagen-Beschreibung, falls die Turnschuhe zu langsam waren. Danke an D. für das Bildchen.
Wenn die Sinne verrückt werden, kann man schon mal einen Ball nicht hinter der Linie sehen, ein Abseits übersehen, ein Handspiel sehen, ein Handspiel nicht sehen, ein Foul sehen, ein Foul nicht sehen. Das nennt sich dann optische Täuschung und solchen optischen Täuschungen sind die Schiedsrichter bei der WM in Südafrika schon etwas zu oft aufgesessen. Es ist aber auch nicht einfach…
Die deutsche Wortbildung, um mal wieder klugzuscheißen und gleichzeitig zu lästern, wurde zwar korrekt angewendet und in der Suffixderivation wurde an das Basismorphem vandal das neue Suffix -ieren angehängt, um vom nicht nativen Substantiv Vandalen das Verb vandalieren abzuleiten, allerdings gibt es dieses Wort nicht und auch als Neologismus geht diese Wortneuschöpfung aus der Semmelstraße nicht durch, obwohl auch die Periphrase “sich wie ein Vandale aufführen” zuträfe. Rüpel rüpelieren schließlich auch nicht, so wie Chaoten nicht chaotieren.
Zudem ist der Apostroph bei den GIs in der Überschrift falsch. Erstens setzt man den nicht bei der Pluralbildung, wenn man ihn setzt, sollte man “Alt + Shift + #” und nicht “(Shift +) Akzent” benutzen. Grammatikvüpel, ihr!
War das echt? War es wirklich das reflexartige Empörtsein? Mir ist Katrin Müller-Hohensteins Ausspruch “Das ist für Miro Klose doch ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal im Ernst, dass der heute hier trifft.” am Sonntag in der Halbzeitpause des Deutschland-Spiels auch aufgefallen und ich musste erst einmal lachen. Ich kannte die Redewendung nicht. Da ich mit einem waschechten Ossi geschaut habe, hat der mir aber erklärt, dass die Rede vom “inneren Parteitag” dort gang und gäbe war, wenn es um ein besonderes Ereignis im Leben eines Menschen ging, da der Parteitag in der DDR etwas Außergewöhnliches im Alltagstrott war. Das Präfix “Reichs-” war ihm neu, so schlimm, wie manche aber getan haben, war es dann doch nicht. Der ersten, unvermeidbaren Empörungsangriffswelle – Huch, ist das etwa Kriegsjargon? – folgte keine richtige zweite mehr, die Skandalisierung ist zum Glück ausgeblieben und auch der hektische Rückblick auf die Fehltritte deutscher Sportmoderatorinnen in der Welt wirkt im Nachhinein noch peinlicher. Interessant, dass genau dort nun ein Kommentator erklären darf, dass das eine harmlose Redewendung ist, die den ganzen Nazi-Pomp sogar persifliert. KMH ist zwar aus Erlangen und ohne Berliner Mutterwitz aufgewachsen, aber das soll uns jetzt mal egal sein. Kein Nazi-Vergleich, kein Skandal, keine Entlassung, nur heiße Luft. Das ZDF und KMH haben sich in der ersten Aufregung erst einmal für die “Entgleisung” entschuldigt.
Jetzt können wir doch auf die totale – Huch! – Offensive – Puh! – setzen. Und “Stürmer” ersetzen wir in Zukunft nicht durch “Offensivkraft”.
Angenommen, die Main-Post hätte Franz Beckenbauer, Stefan Raab, unsere Grand-Prix-Gewinnerin Lena, Horst Schlämmer und Günther Jauch ins Umfrage-Rennen geschickt, wir hätten uns alle sicherlich über die Schlagzeile “Überwältigende Mehrheit: Main-Post-Leser fordern Lena als Bundespräsidentin” freuen dürfen.
Eine andere, gerne genutzte Baustelle bei der Main-Post sind die völlig anonymen und meist ziemlich prolligen bzw. dummen bzw. debilen bzw. hirnlosen bzw. dämlichen Kommentare, aus denen dann in der Druck-Ausgabe immer wieder ein Artikel wird, der mit “Heftige Diskussion im Internet” betitelt wird…
Übrigens: Ich lese die Main-Post, aber ich will nicht Frau Käßmann als Bundespräsidentin. Mindestens zwei Leser meines Blogs wollen Uli Hoeneß als Bundespräsident, das sind prozentual schon mehr Leser als bei der MP-Umfrage.
Wunderbar! Ramsauers Zeit ist gekommen, seit Raschauers Zeit abgelaufen ist. “menschenkind” empfehle ich, in Zukunft “zu Stoßzeiten” zu benutzen. “Stoßzeiten”, nicht “Stosszeiten”, falls es wieder einmal Probleme mit dem “ß” gibt, das es immer noch gibt. Vielleicht bauen sie im Schwarzwald demnächst nicht nur Kuckucks-, sondern auch Ochsenuhren. Wäre doch mal was… Da schnaubt dann zur vollen Stunde immer der Hourochse.
Was hat “Uns Uwe” Uwe Seeler verbrochen, dass diese nervtötenden Vuvuzela-Tröten der Südafrikaner nach ihm benannt worden sind?
90 Minuten eindimensionales Dauertröten bei einem Fußballspiel. Ich habe selten etwas Fieseres gehört als diese beschissenen Vuvuzelas, die in Südafrika scheinbar an den Stadiontoren verteilt werden, auch bei uns höre ich immer öfter diese Mischung aus Feuersirene und Hornissenschwarm, weil man damit ja gut Geld verdienen kann. Selbst wenn das traditionelle Musikinstrumente sind, ich fände es genauso nervtötend, wenn bei uns während des ganzen Spiels Trompeten oder Tubas geblasen würden, die Hachinger waren da Spezialisten und haben bei jedem Eckball ihre Blaskapelle spielen lassen.
Scheiße, ja, dann bin ich halt mal wieder intolerant, aber irgendwie musste ich ja loswerden, dass ich immer “Uwe Seelers” verstehe. Oder verstehen will. Und der Plural macht keinen Sinn, weil Uwe Seeler einmalig war, auch wenn er nie beim FC Bayern gespielt hat. Die Vuvuzelas werden uns bei der WM nerven, aber so richtig.
Das wurde auch mal Zeit, dass den jemand anzeigt. Seit Jahren den gleichen Witz zu machen und damit auch noch erfolgreich zu sein, ist in meinen Augen ganz klar Körperverletzung, zumal man diesem Typen nicht einmal entkommt, wenn man RTL fast gänzlich meidet, nein, er muss auch noch die gleichen “Witze” machen, um für den Media-Markt zu werben.
Warum bin ich eigentlich nicht auf die Idee gekommen, den wegen seines billigen “Humors” anzuzeigen?
Leila Ich giere nach dem letzten Dittsche! :D Bitte schreiben, danke. ... Alex Kann Ihnen leider nicht weiterhelfen. Ich freue mich aber, dass Ihnen meine... Ehrhardt, Kati Ich bin auf die Seite gestoßen, weil ich meinem Sohn Blockflöte spielen bei... antonio Sch*** Bezahlfernsehen nervt mich dermaßen. Ich komme langsam in die richti... antonio Scheiß Sky (bzw. das Bezahlfernsehen) hat mir den ganzen Spaß am Fußball ve...