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Mama muss bei der Zeitung anrufen! |
Donnerstag, 17. Juni 2010, 15:19 Uhr unter Straßenverkehr, Würzburg. Von: Alex [ Kommentare: keine ]
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Der Artikel in der Mainpost ist schon lustig: Ein Abiturient hat auf der Talavera geparkt, um sich seine Prüfungsergebnisse abzuholen, er war allerdings nicht reif genug, die Parkverbotsschilder, die dort schon seit längerem die Sperre wegen des Kiliani-Aufbaus ankündigen, richtig zu lesen, und als er zurückgekommen ist, war sein Auto weg. Nicht mehr da. Abgeschleppt. Echt dreist, diese böse Stadt Würzburg.
Weil die Reifeprüfung manchmal auch Reifeprüfung heißt, hat der Bursche seine Mutter losgeschickt, die bei der Stadt und bei der Zeitung den Aufstand probt und sich beschwert, weil sie ihren Sohn natürlich voll und ganz versteht, da die Parkverbotsregelung auf dem Platz missverständlich sei. Irgendwie putzig, dass das jetzt so in der Zeitung steht.
“Ich habe aber gedacht…” hilft im Leben nach der Schule nicht immer weiter.
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Durch den Guttenberger Forst zur Festung |
Dienstag, 25. Mai 2010, 18:23 Uhr unter Sport, Würzburg. Von: Alex [ Kommentare: 1 ]
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Nachdem ich mein gestriges Wespenstich-Delirium weggeschlafen habe, war ich heute wieder fit, um mit dem MTB loszufahren. Durchs Steinbachtal bin ich in den Guttenberger Forst gefahren, wo ich mir die neue Wildbrücke über die A3 angeschaut habe. Schon toll, was dort in den letzten zwei Jahren entstanden ist, wenn ich mir diesen Blogeintrag vom April 2009 anschaue, wo ich den Baufortschritt fotografiert habe. Kein einziger Lastwagen war dort unterwegs, auf beiden Spuren wird inzwischen gefahren und auch die Autobahnauffahrt in Kist sieht so aus, als ob sie fast fertig ist.
Im Waldbüttelbrunner Wald war ich auf den Pfaden meiner Kindheit unterwegs und ich bin jedes Mal wieder fasziniert, auf welchen Wegen ich früher völlig schmerzfrei mit meinem ungefederten Rad ohne Gangschaltung rumgefahren bin. Vom Höchberger Hexenbruch hat man eine tolle Aussicht auf die Festung und die Stadt, überhaupt habe ich am Ende meiner kleinen Runde die Festungsanlage ein bisschen erkundet und mich gefreut, wie toll unsere Festung Marienberg doch ist. Die Anlage selbst, die Aussicht, die Ruhe. Echt super.
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Endorphine und Wespengift |
Montag, 24. Mai 2010, 20:36 Uhr unter Sport. Von: Alex [ Kommentare: keine ]
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War das eine schöne Tour heute. Zum ersten Mal in diesem Jahr war ich mit dem MTB unterwegs und bin auf dem Höhenweg am Main (roter Punkt auf weißem Grund) über Randersacker und Eibelstadt nach Sommerhausen gefahren, habe dort die Mainseite gewechselt und bin auf dem Spiegeleiweg (gelber Punkt auf weißem Grund) von Winterhausen aus wieder über den Heuchelhof nach Würzburg gefahren. Im Gegensatz zum Main-Radweg ist auf der Höhe nichts los, es war herrlich ruhig und die Aussicht war auch viel schöner.
An das Bild vom FH-Neubau kann ich mich nicht erinnern, kurz vorher hat mich im Alandsgrund eine Wespe in die Schläfe gestochen, deren Gift habe ich nicht ganz vertragen.
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Ein paar Bilder vom 10. iWelt Marathon Würzburg |
Montag, 24. Mai 2010, 14:29 Uhr unter Sport, Würzburg. Von: Alex [ Kommentare: 1 ]
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Wie schon im letzten Jahr durfte ich wieder mit dem Rad die Besten beim 10. iWelt Marathon Würzburg eskortieren. Zunächst habe ich den Führenden beim Halbmarathon begleitet. Ich habe noch nie jemanden so schnell laufen sehen wir den Kenianer Moses Kiptum, im Fernsehen sieht das lange nicht so schnell aus, live ist das wirklich höchst beeindruckend. Wie ein Uhrwerk ist er gelaufen, Kilometer für Kilometer und sobald ich mein Rad mal rollen ließ, wurde ich auch schon überholt. Faszinierend.

Nach dessen Zielankunft (21km in 1:06:26) habe ich den zweitplatzierten Mann begleitet. Lange war das der favorisierte Kenianer Samson Siparimuk, der sich dann aber auf dem Weg nach Heidingsfeld mächtig ins Zeug gelegt hat, um den lange führenden Schotten Neil Renault einzuholen. Am Mainkai auf der Höhe der Mainkuh war es dann soweit und die Führung hat gewechselt. Auf mein Exklusivfoto dieses Moments bin ich richtig stolz, das hat nämlich keiner der vielen Fotografen.

Ein besonderes Bild hat T. geboten: Der Freilauf seines Mountainbikes war kaputt, also ist er kurzentschlossen mit einem Museumsstück mit drei Gängen gefahren, an das er aber immerhin noch Klickpedale montiert hat.

Einer der Verantwortlichen hat augenzwinkernd bemerkt, ob das nicht frauenfeindlich sei, mit einem solchen alten Drahtesel die Führende beim Marathon begleiten zu wollen. Dafür reicht’s wohl…
Respekt vor der Leistung aller Läufer. Für mich wäre das nichts.
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Würzburch ist einfach schön! |
Montag, 24. Mai 2010, 1:16 Uhr unter Würzburg. Von: Alex [ Kommentare: keine ]
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Eine kleine Liebeserklärung an meine Heimatstadt, in der ich mal wieder zwei Wochen am Stück leben darf.

Mit einem wunderbaren Frühlingsabend bin ich am Freitag begrüßt worden und habe den auf der Alten Mainbrücke gleich ausgiebig genossen. Sehr schön, der Blick mainabwärts. Auch heute Abend war es einfach schön, die Sonne über Würzburg und Umgebung zu genießen.
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Kiwanis-Cup 2010 |
Mittwoch, 19. Mai 2010, 0:00 Uhr unter Würzburg. Von: Alex [ Kommentare: keine ]
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Nachdem M. diese Seifenkiste mitgebaut hat, mit dieser gefahren ist, diesen Fahrten mehrmals überlebt hat und lange schon ehrenamtlicher Jugendbetreuer beim THW Würzburg ist, möchte ich diese Seifenkiste des THW Würzburg nicht nur online verewigen, sondern auch gerne die Werbetrommel für die THW-Jugend rühren. Ich durfte im Rahmenprogramm mal ein paar Geräte wie die “Rettungsschere” ausprobieren, weil das THW jedes Jahr für die Sicherheit beim Kiwanis-Cup, dem Würzburger Seifenkistenrennen, sorgt.

Natürlich wurde auch gefahren, nur konnte ich dieses Jahr leider nicht bis zum Ende bleiben. Dennoch war es wieder eine sehr gelungene Veranstaltung.

Ich freue mich aufs nächste Jahr.
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Radfahrer, Autofahrer, Fußgänger – alle böse!!! |
Samstag, 8. Mai 2010, 13:33 Uhr unter Straßenverkehr, Würzburg. Von: Alex [ Kommentare: 2 ]
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Alle sind sie böse, ganz ganz böse. Aufeinander und miteinander und überhaupt, am schlimmsten ist es natürlich in Würzburg und jedem ist etwas Schlimmeres widerfahren. Die bösen Radfahrer sind die allerschlimmsten. Die nehmen überhaupt keine Rücksicht, fahren auf Gehsteigen, gegen Einbahnstraßen, gegen Fußgänger, gegen Autotüren und anschließend suchen natürlich alle das Weite. Alle Würzburger Radfahrer sind potenzielle Unfallflüchtige. Warum? Weil ein paar Würzburger mal etwas Ähnliches erlebt haben und aus dem Einzelfall immer der Regelfall wird, vor allem dann, wenn im Kindergarten Main-Post-Leserforum anonyme Besserwisser aufeinander losgehen, die zu jedem Thema ihren Senf beitragen müssen.
Gleich drei Taxifahrer haben sich über Radfahrer beschwert. Interessant, viele – nicht alle! – Taxifahrer sind riesengroße Rüpel und scheren sich einen Dreck um irgendwelche Verkehrsregeln, Radfahrer scheinen für die ein rotes Tuch zu sein, anders ist es nicht zu erklären, warum mich vorher so ein schnauzbärtiger Vollprolet in seinem Karo-Holzfällerhemd geschnitten hat, dass ich fast vom Rad geflogen wäre. In die alberne Scheindebatte um die Radfahrer in Würzburg will ich aber gar nicht einstimmen, gegenseitige Schuldzuweisungen gibt es nämlich bei der Main-Post schon zu Genüge, ich finde es eher lächerlich, wie hier jeder meint, seine persönliche Geschichte zum Besten geben zu müssen, was er und sie schon Schlimmes mit Radfahrern erlebt hat. Radfahrer sind alle rücksichtslos und sollen mehr Rücksicht nehmen. Autofahrer sind natürlich fast genauso böse und sollen doch selbst Rücksicht nehmen. Und Fußgänger natürlich auch. Immer sollen die anderen Rücksicht nehmen, selbst füheln sich die meisten nicht dazu aufgerufen, auf den anderen genauso Rücksicht zu nehmen.
Was kümmert denn die kleinbürgerlichen Holzköpfe ein Radfahrer auf dem Gehsteig, wenn genug Platz ist? Nur weil das nicht erlaubt ist, muss man nicht einen Schritt in die Mitte machen, um den Radfahrer dann anzustänkern, dass er gefälligst absteigen soll. Noch schlimmer sind die Rempler, die das Recht auch gleich durchsetzen wollen. Dass es dann zu Pöbeleien und gegenseitigen Beschimpfungen kommt, ist natürlich irgendwo verständlich. Dann sind es aber wieder die bösen Radfahrer, die auch noch unverschämt werden, wenn man etwas sagt. Warum hat mich der alte Herr vorhin in der Eichhornstraße vor der Hypovereinsbank anmaulen müssen, dass das die Fußgängerzone ist. Ich bin von den Fahrradstellplätzen losgefahren und habe niemanden gestört. Hauptsache gemeckert.
Nehmen Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger auf alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht, passiert nichts, es muss niemand eine doofe Debatte lostreten, bei der sowieso kein Ergebnis zu erwarten ist, und alle sind zufrieden. Es braucht keine Verbote oder vermehrte Kontrollen, nur ein bisschen mehr Gelassenheit und weniger Betonköpfe, die gerne Polizist spielen.
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Am Sonntag rollen wieder die Seifenkisten |
Mittwoch, 5. Mai 2010, 23:05 Uhr unter Sport, Würzburg. Von: Alex [ Kommentare: keine ]
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Am Sonntag ist Muttertag, am Sonntag ist aber auch wieder das alljährliche Seifenkistenrennen in der Wittelsbacher Straße, der KIWANIS-Cup 2010. Die tollkühnen Männer – junge und alte Fahrer – stürzen sich dann wieder in ihren rollenden Kisten den Berg hinunter, stets begleitet vom begeisterten Beifall der vielen Zuschauer, die jedes Jahr an der Strecke stehen. Ich werde auch wieder dabei sein, diese Veranstaltung lasse ich mir seit Jahren nicht entgehen.

Seit Jahren träume ich auch davon, in einem eigenen Geschoss selbst den Berg hinunterzufahren, es hat bisher nicht geklappt, weil mir einfach die Zeit fehlt, eine eigene Seifenkiste zu bauen. Einen Bausatz könnte ich kaufen, ja, aber das ist nicht das, was ich will, es soll ja MEINE Seifenkiste sein. Von der ultimativen Lenkung bin ich nach wie vor überzeugt.
Für das leibliche Wohl ist auch wieder gesorgt, Bratwürste, Bier, Kaffee und Kuchen gibt es zu sehr fairen Preisen, noch dazu, weil alles einem guten Zweck zukommt, dem Würzburger KIWANIS-Verein, der sich für die Zukunft von Kindern und jungen Menschen in aller Welt engagiert, denen es nicht so gut geht wie uns.
Fahrer können sich ab 8.00 Uhr am Anmeldestand anmelden, in dieser Zeit werden auch die Fahrzeuge technisch abgenommen, da auch die nötige Sicherheit garantiert werden soll. Ab 10.00 Uhr können dann die Trainingsläufe bestaunt werden, ehe es um 13.00 Uhr ernst wird, wenn die Wertungsläufe beginnen.
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Neue Variante |
Dienstag, 23. März 2010, 22:57 Uhr unter Straßenverkehr, Total bescheuert, Würzburg. Von: Hank [ Kommentare: 3 ]
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Heute habe ich im Bus unfreiwillig einer Unterhaltung zwischen zwei Schülerinnen beiwohnen dürfen. Bei der Fahrt von der Theaterstraße zum Rennweg erklärte die eine, dass die Straße bald gesperrt wird, weil ja immer so viele gegen das Tor fahren…
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Schalala-Tour ohne Schalala |
Samstag, 20. März 2010, 13:11 Uhr unter Kultur, Würzburg. Von: Hank [ Kommentare: 1 ]
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Gestern gab es wieder einen Abend voller Leidenschaft, Lust und Liebe mit Dieter Thomas Kuhn & Band. Diesmal fand das Konzert – wie auch die After-Show-Party – in der Posthalle am Bahnhof statt. Vom aktuellen Album Schalala gab es zwar nur wenig zu hören, dafür wieder viele alte Stücke. Sehr schön war es und – obwohl es inzwischen schon mein siebtes DTK-Konzert war – sicherlich nicht mein letztes mit der Singenden Föhnwelle.

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Kein zweiter verkaufsoffener Sonntag in Würzburg |
Freitag, 26. Februar 2010, 17:34 Uhr unter Würzburg. Von: Alex [ Kommentare: 3 ]
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Da hat der Stadtrat mal Rückgrat bewiesen. Schön, dass der Antrag des Einzelhandels, einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag neben dem Mantelsonntag im November zu genehmigen, abgelehnt hat. Mit 20:20 fiel die Abstimmung zwar denkbar knapp aus, aber abgelehnt ist abgelehnt. Man kann von Montag bis Samstag einkaufen, viele Geschäfte sind abends bis 20.00 Uhr offen. Braucht es da wirklich fünf Stunden am Sonntagnachmittag, in denen man durch die Stadt schlappen kann, um am Ende doch nichts zu kaufen? Offene Läden, um die eigene Zeit und die der Angestellten totzuschlagen? Den großen Reibach dürften die Läden nicht machen, folglich finde ich es völlig in Ordnung, dass der Sonntag in Würzburg ein Sonntag bleibt, auch wenn gerne mit anderen Städten argumentiert wird. Wenn man mal mit dieser Argumentation anfängt, zeigt das eigentlich, dass so viele Argumente nicht dafür sprechen. Schließlich habe ich als Büblein auch gesagt bekommen, ich würde wohl auch in Main neispringen, wenn der und der und der in den Main springt, wenn ich irgendwas mit der Begründung haben wollte, dass das andere auch haben.
Der Sonntag muss nicht dem Konsum geopfert werden. Einigen ist er als Ruhetag immer noch heilig, sicher auch einigen Angestellten.
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Eine Nacht auf der Talavera |
Montag, 15. Februar 2010, 16:10 Uhr unter Alltag, Würzburg. Von: Hank [ Kommentare: keine ]
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Während überall viele Narren Fasching gefeiert haben oder andere aufgrund der Kälte daheim vor dem Fernseher hockten, habe ich mir beim Abbau vom Zirkus Flic Flac in der vergangenen Nacht ein paar Kröten verdient; schließlich muss man als Ex-Student irgendwie über die Runden kommen, wenn man noch dazu auf Reisen gehen will.
Die Besucher der letzten Vorstellung tummelten sich noch im Eingangsbereich, wo sich die sowohl freiwilligen als auch unfreiwilligen Helfer sammelten, um pünktlich um 22 Uhr mit den Abbauarbeiten zu beginnen. Berechtigterweise erkundigte sich der Zeltmeister, ob jemand Alkohol getrunken hat. Einer der Halloodris sah schon sehr verdächtig aus, wurde auch direkt angesprochen, konnte aber nicht lange damit überzeugen, dass er arbeitsfähig ist. “Hauch mich mal an”, meinte der Zeltmeister und es reichte für die Verabschiedung. Mit einem maulenden “Hey sorry, es ist halt Fasching” zog er ab.
Im Hauptzelt stand noch die warme Luft, besser gesagt der Mief, den einige Hundert Menschen in dem ohnehin beheizten Zelt hinterlassen. Auch die Kugel stand noch in der Arena, in der zum Schluss des Programms acht Motorradfahrer gleichzeitig kreisen ohne zu kollidieren. Nebenbei bemerkt war das Programm wieder sehr sehenswert. Da wir Hilfsarbeiter nicht von Geburt an wissen, wie man ein Zirkuszelt auf- bzw abbaut, waren den beiden Hilfsgruppe, in die wir eingeteilt waren (ca. 14), von den Zirkusarbeitern jeweils zwei Mann zugeteilt. Von den Angestellten sprechen die wenigsten Deutsch, aber sie kennen das Wort Kollege. Zunächst wurden die Sitzbezüge eingesammelt und in die Säcke gepackt, die man nur mit Mühe zu viert zum großen LKW schleppen kann. Beim Transport der jeweils Stühle – immer vier oder fünf aufeinander – fand ich auch bald die geeignete Technik, die mir beim Aufbau vielleicht auch manches erleichtert hätte. Die Bretter der Tribüne waren das Lästigste, weil mir beim Tragen dauernd Popcornreste oder Straßendreck durchs Gesicht gerieselt ist – schwer waren die Teile der oberen Ränge außerdem. Wenig spaßig war auch das Tragen der großen Treppen, wo man mit meiner Größe eher die Arschlochkarte hat. In der Zwischenzeit haben die Zirkusarbeiter auch schon alles entfernt, was an technischem Gelump in der Luft hängt oder unter Brettern verborgen lag.
Da das alles irgendwie flotter ging als beim Aufbau, habe ich mich um 01 Uhr schon bald im Bett gesehen. Nö, falsch gedacht. Das Gelände war mit lauter kleinen achteckigen Platten abgedeckt, die auch wieder in ihre Käfige wollten und kein Ende nahmen. Zwischendurch durften wir das große Vorzelt mit abbauen, auch wenn ich mir zunächst nicht vorstellen konnte, wie das funktioniert. Kleine Festzelte hab ich schon öfter aufgebaut, aber das war neu. Mit Wickeln, Pressen, Drücken und Zerren von über 30 Mann, darunter natürlich auch immer einige der Artisten, landete das Zelt am Ende in den riesigen Kisten sowie Schnee in meinem Nacken. Beim Verräumen der Platten hat mich doch tatsächlich einer der Deutsch sprechenden Arbeiter gefragt, ob ich wüsste, wo es hier was zu Rauchen gibt und ob ich rauche. Ich wollte schon sagen, dass er doch den nächsten Zigarettenautomat suchen solle, was er aber sicherlich nicht hören wollte. Er bohrte noch nach, ob ich nicht Freunde oder Bekannte hätten, bei denen er was bekommen könnte, womit ich ihm leider auch nicht dienen konnte. Immerhin war ihm bekannt, dass es hier in Bayern was das betrifft etwas strenger zugeht. Vielleicht hat er in Wetzlar, wo der Zirkus als nächstes sein Zelt aufschlägt, mehr Erfolg als bei mir.
Kurz vor 04 Uhr war dann – für mich dann doch überraschend – Feierabend. Zu dieser Zeit stand dann nur noch das Gerüst vom Hauptzelt mit Abdeckung und – nicht zu vergessen – noch viele blöde Bodenplatten. Der stets leichte Schneefall war auf jeden Fall – trotz der Kälte – angenehmer als das nasskalte Wetter beim Aufbau. Nun bin ich eine Erfahrung reicher, werde aber trotzdem nicht zum Zirkus gehen, nur als Zuschauer.
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