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Blogroll die 2te
Auf die Plätze! Fertig! Empörung!
Montag, 14. Juni 2010, 23:00 Uhr unter Fernsehen, Fußball, Lästereien, NM / International.
Von: Alex
[ Kommentare: 10 ]

War das echt? War es wirklich das reflexartige Empörtsein? Mir ist Katrin Müller-Hohensteins Ausspruch “Das ist für Miro Klose doch ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal im Ernst, dass der heute hier trifft.” am Sonntag in der Halbzeitpause des Deutschland-Spiels auch aufgefallen und ich musste erst einmal lachen. Ich kannte die Redewendung nicht. Da ich mit einem waschechten Ossi geschaut habe, hat der mir aber erklärt, dass die Rede vom “inneren Parteitag” dort gang und gäbe war, wenn es um ein besonderes Ereignis im Leben eines Menschen ging, da der Parteitag in der DDR etwas Außergewöhnliches im Alltagstrott war. Das Präfix “Reichs-” war ihm neu, so schlimm, wie manche aber getan haben, war es dann doch nicht. Der ersten, unvermeidbaren Empörungsangriffswelle – Huch, ist das etwa Kriegsjargon? – folgte keine richtige zweite mehr, die Skandalisierung ist zum Glück ausgeblieben und auch der hektische Rückblick auf die Fehltritte deutscher Sportmoderatorinnen in der Welt wirkt im Nachhinein noch peinlicher. Interessant, dass genau dort nun ein Kommentator erklären darf, dass das eine harmlose Redewendung ist, die den ganzen Nazi-Pomp sogar persifliert. KMH ist zwar aus Erlangen und ohne Berliner Mutterwitz aufgewachsen, aber das soll uns jetzt mal egal sein. Kein Nazi-Vergleich, kein Skandal, keine Entlassung, nur heiße Luft. Das ZDF und KMH haben sich in der ersten Aufregung erst einmal für die “Entgleisung” entschuldigt.

Jetzt können wir doch auf die totale – Huch! – Offensive – Puh! – setzen. Und “Stürmer” ersetzen wir in Zukunft nicht durch “Offensivkraft”.

Nur am Rande: Stefan Niggemeier hat mal aus Archiven zusammengetragen, dass man diese Redewendung bei der Welt offenbar recht gerne benutzt hat und sieht die künstliche Empörung ähnlich.


Scharf, schärfer, HD
Montag, 22. Februar 2010, 13:44 Uhr unter Fernsehen, Internet & Computer.
Von: Alex
[ Kommentare: 6 ]

Wirklich faszinierend, was sich in den letzten zehn Jahren so getan hat. 1998 habe ich meinen ersten DVD-Player gekauft und war beeindruckt, wie toll plötzlich Filme waren. Dazu Dolby Surround mit fünf Boxen, da sind die Raumschiffe bei Star Wars schon mal hörbar an einem vorbeigeflogen. Irgendwann gab es dann den 100Hz-Fernseher in 16:9, der den schlimmen Nebeneffekt hatte, dass die Lightgun von der Playstation 1 (inzwischen habe ich auch eine PS2 und eine PS3) nicht mehr funktioniert hat. Zeitgleich gab es statt Premiere analog DF1 und Premiere digital, viele Sender und ein schärferes Bild. Schon toll. Und jetzt? 2010? Ich habe einen LCD-Fernseher mit LED-Backlight von Samsung, der nur unwesentlich dicker ist als meiner erster iPod, den ich 2003 gekauft habe, mein Fernseher hat eine Diagonale von 119cm (46 Zoll) und liefert gestochen scharfe Bilder, wenn ich eine Bluray in meine Playstation 3 schiebe. Selbst die gute alte DVD liefert nicht ganz so tolle Bilder über den Komponenten-Anschluss, wenn die DVD schon etwas älter und die Datendichte noch nicht so hoch ist. Dazu kommt DTS aus dem Verstärker.

Seit Beginn der Olympischen Spiele in Vancouver senden ARD und ZDF in HD-Qualität, auch bei Kabel Deutschland, mit dem Sendersuchlauf gestern wurde auch mein öffentlich-rechtlicher Empfang sehr viel schärfer. Großartig, dafür zahle ich dann auch gerne Gebühren. Aber: Wie die letzten zehn Jahre gezeig haben, wollen wir es alle immer noch schärfer und noch großartiger: Es wäre nämlich noch viel großartiger, wenn ARD, ZDF und arte nicht nur in 720p senden würden, sondern in FullHD, heißt 1080i. Da mich das nicht als einzigen stört, gibt es dafür sogar eine Online-Petition, die man hier unterzeichnen kann. Und dabei war die Olympia-Nacht schon echt toll.

Gran Turismo 5 auf der Plystation 3 soll, wenn es denn mal irgendwann in diesem Jahr erscheint, auch in 1080i dargestellt werden. Ein neues Spielerlebnis. Wenn ich über die Veränderungen seit meinem Amiga 500 (1989) schreiben würde, käme ich heute zu nichts mehr, was weniger gut wäre. Ach schön, dieses ganze Technikspielzeug.


Sogenannte Fisting-Attacken im ZDF
Donnerstag, 8. Oktober 2009, 18:27 Uhr unter Fernsehen, Lästereien.
Von: Alex
[ Kommentare: 8 ]

“Auch die Konzerne Yahoo und Google sind Opfer sogenannter Fisting-Attacken geworden.”

Das tut echt weh. Wo war der gute Sprecher bloß mit seinen Gedanken?


Trauerfeier für Michael Jackson im GEZ-Fernsehen
Mittwoch, 8. Juli 2009, 20:19 Uhr unter Fernsehen.
Von: Alex
[ Kommentare: 11 ]

Wenn irgendein blödes Königskind in Europa heiratet, dann übertragen ARD und ZDF parallel. Stundenlang. Mit eigenen Teams und natürlich eigenen Hof-Experten, die ihre Weisheiten über die Blaublüter ohne Punkt und Komma ins Mikro blubbern und jede Einzelheit über die Zeremonie zum Besten geben müssen. Als Prinzessin Diana beerdigt wurde, lief Elton John auf beiden Kanälen ohne Unterbrechung, jede prominente Träne musste gezeigt werden, spannend war auch, ob die Queen weint oder nicht, ob Camilla kommt oder Harry was Dummes macht. Wenn die Queen ihre Geburtstagsparade anschaut, überträgt das GEZ-Fernsehen.

Gestern bei der Trauerfeier für Michael Jackson war ich leider auf diese Öffentlichen angewiesen, da ich hier über Antenne nicht so viele Sender reinbekomme. In der ARD konnte der Kommentator nicht mal dann seine allwissende Klappe halten, als Mariah Carey oder Stevie Wonder gesungen haben. Das erste Ärgernis. Da der Zeitplan etwas durcheinander geraten war, wurde noch ein paar Minuten überzogen, um dann mit der Tagesschau um 20.17 Uhr zur seichten Abendunterhaltung in aller Freundschaft überzuleiten. Herzlichen Dank, bei Delling und Netzer würde ich mir mal wünschen, dass man denen den Saft abdreht, meinetwegen auch zur Halbzeit. Das ZDF, meine einzige Alternative, hat zwar etwas länger durchgehalten, dem greisen Publikum war ein noch längerer Abend für und mit Michael Jackson offenbar auch nicht zuzumuten, eine olle Doku war da wichtiger. Gemerkt habe ich das erst vor ein paar Minuten, weil ich mir die Aufzeichnung anschauen wollte. Nach gut einer halben Stunde war Schluss.

Vielen Dank, dass meine Gebühren so sinnvoll verschwendet werden. Nett ist der Vergleich, dass man eine Trauerfeier auch nicht verlässt, weil man noch etwas anderes vorhat, z.B. Fußball schauen. Das gebietet dann doch der Anstand. Lasst Florian Silbereisen weiter seine Stunts machen, Stefan Mross putzig moderieren üben und Carmen Nebel ihren Betroffenheitsschmonz moderieren, das ist wichtiger als die Übertragung eines Gedenkkonzerts, das im Rest der Welt über eine Milliarde Zuschauer gesehen hat und in Deutschland n-tv und N24 die besten Quoten der Sendergeschichte gebracht hat. Peinlich. Und traurig. Leider kann man die GEZ nicht einfach kündigen.

Das erinnert ein bisschen an das, was sich der BR bei der Pokalfeier des FCN geleistet hat. Mitten in der Rede von Hans Meyer wurde plötzlich eine blöde Doku über russische Luchse gezeigt. Nur war das damals wohl eher ein Versehen.


Mein Blog im ZDFinfokanal
Samstag, 24. Januar 2009, 17:05 Uhr unter Fernsehen, Intern / Blogosphäre, Internet & Computer, Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 8 ]

Toll! Jetzt bin ich aber mal richtig stolz, mein Blog hat es ins Fernsehen geschafft. Alex, ein Würzblog-Leser hat mir eben diesen Screenshot von Nerdcore geschickt, wo ihm im verlinkten ZDF-Beitrag mein Blog aufgefallen ist. Danke an dieser Stelle für den Hinweis.

elektrischereporter

In der Beitragsreihe Elektronischer Reporter vom ZDF und dem Handelsblatt stellt Mario Sixtus regelmäßig “Neues aus Digitalien” vor. Ein tolles Wortspiel. Zur Folge in der ZDF-Mediathek (Falls das PopUp nicht funktioniert, es handelt sich um Folge 5, “Digitaler Aktivismus”; dieser Link funktionert auf jeden Fall).

Toll! Bei 7:39 ist dieser Beitrag vom letzten Samstag zu sehen.


Kerner-Interview mit Michael Schumacher
Mittwoch, 14. Januar 2009, 0:14 Uhr unter Fernsehen, Sport.
Von: Alex
[ Kommentare: 6 ]

Ich schaue recht selten Johannes B. Kerners Talkshow, aber sein Interview mit Michael Schumacher musste ich einfach anschauen, da ich kaum ein Rennen mit Schumi verpasst habe.

schumi
Quelle Bildschirmfoto: ZDF

Ein ruhiges unaufgeregtes Gespräch auf Schumachers Anwesen in der Schweiz, über seine Karriere, seine Familie, sein neues Leben. So normal und bescheiden. Sehr ehrlich und auch sehr offen. Beeindruckend vor allem seine Gedanken über seinen schweren Unfall 1999 in Silverstone oder Ayrton Sennas Unfallstod 1994.

Es würde einigen anderen Stars wie Herrn B. oder Herrn E. gut zu Gesicht stehen, ähnlich still und zufrieden ihr Leben nach der Sportler-Karriere zu leben und nicht jeden Furz der Bild mitzuteilen.


Premiere bleibt am Ball, die ARD und das ZDF auch
Samstag, 29. November 2008, 9:29 Uhr unter Bundesliga, Fernsehen, Fußball.
Von: Alex
[ Kommentare: keine ]

Eigentlich dürfen sich bei der Vergabe der Bundesliga-Übertragungsrechte alle als Sieger fühlen, lediglich das DSF schaut bezüglich der Bundesliga in die Röhre. Premiere überträgt bis 2013 die Bundesliga wieder als Rechte-Inhaber, nachdem das arena-Kabelanbieter-Experiment gründlich in die Hose gegangen ist. Ein Pay-TV-Wettbewerb in Deutschland funktioniert einfach nicht, weil der Markt nicht groß genug ist. Premiere muss mehr bezahlen, hat aber in Zukunft auch mehr Übertragungszeit. Ob die Aufsplittung des Spieltages glücklich ist, sei dahingestellt, es profitieren aber tatsächlich alle. Die ARD verliert zwar ein Spiel – das vermeintliche Topspiel – in der Sportschau, zeigt aber dafür in Zukunft die beiden Sonntagsspiele, die bisher das DSF mehr schlecht als recht – in meinen Augen – präsentiert hat. Ein Reporter, der auf Gewinnspiele hinweist, nervt einfach. Das ZDF darf im Sportstudio die Zusammenfassung des Topspiels zeigen, das ab der nächsten Saison parallel zur Sportschau läuft und von Premiere exklusiv übertragen wird.

Die Sonntagsspiele der zweiten Liga rücken auf 13.30 Uhr vor, die Spiele finden dann also während oder kurz nach dem Mittagessen statt, weil die beiden Spiele der Bundesliga nicht mehr zeitgleich stattfinden, sondern hintereinander. Das erste um 15.30 Uhr, das zweite um 17.30 Uhr. Premiere überträgt also in Zukunft an fünf Terminen Bundesliga, bisher waren es drei. Klar, wer zahlt, darf auch Forderungen stellen, für die Fans ist das aber ausgesprochen scheiße, weil es auch noch ein Leben neben der Bundesliga gibt (und geben muss) und sowohl Samstag als auch Sonntag nicht aus Fußball im TV bestehen können.

Wir werden uns auch daran gewöhnen und die DFL war so vernünftig, die Rechte nicht an Premiere-Konkurrenten wie ESPN (Disney) zu vergeben, denn der Todesstoß für Premiere hätte vielleicht in vier Jahren fatale Auswirkungen gehabt. Angenommen Disney zöge sich dann wieder – wegen ähnlicher Erfolge wie arena – zurück, dann gäbe es plötzlich keinen etablierten Bieter mehr im Land.

Eine Übersicht über alle Neuerungen bei den Übertragungszeiten und die Anbieter gibt es hier, ich kann meinen Premiere-Vertrag also verlängern. Bundesliga, DFB-Pokal, CL und die WM 2010 sind doch ein paar Euros wert, bleibt das Verschlüsselungssystem von Premiere dicht, sehen die Pay-TV-Schmarotzer auch weiterhin schwarz und schauen in die Röhre.



Jörgs Prestige-Niederlage
Donnerstag, 20. November 2008, 20:45 Uhr unter Fußball, NM / International.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Muss Joachim “Jörg” Löw ausgerechnet gegen England wild experimentieren? Das ist für Fans ein absolutes Highlight und dann schickt Jörg Löw eine Mannschaft aufs Feld, die sich von einer englischen Notelf nicht nur die Butter vom Brot nehmen lässt. 1-2 hieß es nach 90 Minuten und damit war die Mannschaft noch gut bedient. Helmes’ Tor war eher ein Zufallsprodukt, weil der Tommy-Torwart einen haarsträubenden Fehler gemacht hat. Ein englischer Torwart eben. Kein Wunder, dass Fliegenfänger Lehmann dort gefeiert wurde.

Auf acht Stammkräfte musste Englands Trainer Fabio Capello verzichten, Löw leistete sich den Luxus, auf Ballack freiwillig zu verzichten. Auch Frings war nicht dabei, das halte ich allerdings für weniger gravierend. Ballack konnte schließlich für seinen Russenclub vorher auch wieder auflaufen. Vorne schickte er – wohlgemerkt völlig zu Recht – Mario Gomez und Miro Klose ins Rennen, während Podolski sich auf der Bank wiederfand. Hoffenheims Neuling Compper und Friedrich – Wieso spielt der NM!?! – durften in der Abwehr ran, im Mittelfeld durfte Jermaine Jones von Beginn an spielen und lieferte eine extrem schwache Vorstellung ab. Erst Adler, dann Wiese. Meinetwegen. Dass die Mannschaft dann gegen die starke B-Elf der Engländer so blass und unentschlossen blieb, ist wohl Jörg Löws Experimentierfreudigkeit zugeschrieben werden. Danke, jetzt werden schon Prestige-Duelle hergeschenkt, damit die Philosophie stimmt.

Eine verdiente Niederlage. Der negative Höhepunkt war in meinen Augen aber Belá Réthy, der jeden Regie-Ball in Form eines Abseits-Standbildes gerne annahm, um sich dann verbal zu verdribbeln. Einem Schiedsrichter dann vorzuwerfen, ein Fuß oder eine Schulter (!) sei im Abseits gewesen und die Situation daher nicht regelkonform, grenzt schon an Zuschauer-Verarschung. Meint Herr Réthy, er hat die Fußball-Weisheit mit Löffeln gefressen? Wahrscheinlich hätte er aus dem Spiel heraus, ohne Standbild mit virtueller Linie, die wenigsten kniffligen Situationen richtig erkannt. Wenn so ein Stuss am Mikro erzählt wird, muss nicht ein Treffen von Schiedsrichtern und Managern stattfinden, sondern dann hat Uli Hoeneß einmal mehr Recht, wenn er den Schwarzen Peter bei den Medien sucht. Es muss nicht jede Situation zerpflückt werden.



Fernseh-Boxer
Sonntag, 16. November 2008, 10:40 Uhr unter Fernsehen.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Langsam nervt es, dass fast jede Woche am Samstagabend bei ARD und ZDF mehr oder weniger bekannte Box-Pflaumen, die uns so lange als große Box-Stars verkauft werden, bis wir das auch wirklich glauben, von anderen Pflaumen verklopft werden oder ebensolche verklopfen dürfen. Die großen Boxabende mit Henry Maske oder Darius Michalczewski sind Vergangenheit, schon Axel Schulz wurde nach seinem – zugegeben – guten Kampf gegen den Box-Opa (!) George Foreman von RTL zum Star gemacht, um sich dann bei jeder neuen Chance böse vermöbeln lassen zu müssen, bis das Image als netter Verlierer zementiert war. Im Box-Boom versuchte es RTL noch mit ein paar anderen Würsten, die ließen sich aber wegen des ausbleibenden Erfolges nicht so gut vermarkten. Henry Maskes Comeback für einen Kampf gegen Virgil Hill brachte nochmals eine Spur des alten Glanzes, seitdem – und auch schon davor – müssen wir uns in Deutschland mit den Klitschkos begnügen, um das wirklich große Boxen sehen zu können.

Das Halbschwergewicht interessiert nicht mehr, seit “unsere” Stars dort nicht mehr boxen, jetzt müssen eben irgendwelche Gewichtsklassen herhalten. Warum kenne ich Luan Krasniqi überhaupt? Immer und immer wieder darf der Schwergewichtler im ZDF an einem sogenannten großen Boxabend nach dem Sportstudio um die Chance (!) auf einen WM-Kampf kämpfen, mal gewinnt er gegen Fallobst, dann verliert er wie gestern in der dritten Runde durch einen Leberhaken, damit anschließend spekuliert werden kann, ob das nun sein letzter Kampf war. Danke, ZDF, mir ist das egal. Während James Bond habe ich gestern gerade rechtzeitig zum ZDF gezappt, um Krasniqis K.O. zu sehen. Interessiert hat mich das nicht. Was früher Axel Schulz war, ist heute Luan Krasniqi. Ein netter Mensch mit Verlierer-Image, der aber dicke Gagen einsteckt. Bei RTL ist mir das egal, die finanzieren sich über Werbung. Bei ARD und ZDF stinkt mir das aber, weil die ganze Show auch über meine Gebühren bezahlt wird. Krasniqi muss jetzt halt als Beispiel für all die anderen Boxabende bei den Öffentlichen herhalten, weil er gestern geboxt hat wurde.

Krasniqis gestriger Gegner, dieser Alexander Dimitrenko, bestimmt der nächste helle Stern am Boxerhimmel, hat mich brutal an Ivan Drago (Dolph Lundgren) aus Rocky IV erinnert. Der Film wäre mir gestern lieber gewesen, Octopussy habe ich schon viel zu oft gesehen und diese saublöde Außerirdischen-Kacke mit Uri Geller und der merkwürdigen Nina Hagen könnte ich bei den grauen Herren nicht rechtfertigen. Das wäre Verschwendung viel zu kostbarer Lebenszeit.

Zum Glück bin ich am Samstagabend eher selten daheim.


Wes Brot ich ess, des Lied ich sing
Donnerstag, 23. Oktober 2008, 17:56 Uhr unter Allgemein.
Von: Alex
[ Kommentare: 1 ]

Elke Heidenreich hat beim ZDF ausgelesen. Nach ihrer merkwürdigen und überzogenen Kritik am eigenen Sender hat das ZDF die Zusammenarbeit mit Heidenreich mit sofortiger Wirkung beendet, ihre Sendung Lesen! wird abgesetzt und im nächsten Jahr durch ein neues Kultur-Format ersetzt. Nachdem Marcel Reich-Ranicki beim Fernsehpreis losgepoltert hatte, stimmte Frau Heidenreich in den allgemeinen Abgesang aufs deutsche Fernsehen ein und das in einem Ton, der ihren Arbeitgeber ziemlich brüskiert hat. Armselig und grottendumm fand sie die Preisverleihung, die nominierten Sendungen jämmerlich und schließlich schämte sie sich, für einen Sender wie das ZDF zu arbeiten. Schließlich riet sie noch Thomas Gottschalk zum Aufhören, den “müden, alten Mann” will sie nicht mehr sehen.

Das war selbst MRR zu viel. Er empfindet Heidenreichs Kritik an Gottshalk als Unverschämtheit und warf Heidenreich verletzten Stolz vor, weil sie die Laudatio auf Reich-Ranicki halten wollte. Statt Thomas Gottschalk.

Ich habe Lesen! einmal gesehen und fand die Sendung so schlimm, dass ich ihr sogar Bauer sucht Frau vorziehen würde. Natürlich gibt es Besserwisser Medienjournalisten, die den Rausschmiss Heidenreichs als Armutszeugnis für das ZDF verstehen, ich möchte aber wissen, wie Herrn N.s Arbeitgeber reagieren würden, wenn er so über sie herziehen würde. Was eine Hasstirade mit Qualitätsdebatte zu tun hat, erschließt sich mir nicht.


Noch ein Wort zum Ausstieg von ARD und ZDF
Samstag, 18. Oktober 2008, 17:13 Uhr unter Fernsehen, Sport.
Von: Alex
[ Kommentare: 7 ]

Die Entscheidung von ARD und ZDF, nicht mehr von der Tour de France und anderen Radsport-Veranstaltungen zu berichten, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Klar, es soll nicht weiterhin eine Sportart gezeigt werden, wo das Doping schier übermächtig zu sein scheint. Andererseits, wenn die Kontrollen nicht greifen würden, Stefan Schumacher, Bernhard Kohl und die anderen Ertappten würden sich immer noch die Hände reiben. Jetzt greifen all die Mechanismen, Betrüger werden erwischt, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung und dennoch verlassen die Ratten das sinkende Schiff. Hätten die Öffentlichen weiterhin übertragen, wenn die Doper nicht erwischt worden wären? In meinen Augen waren die neuesten Fälle nur ein herzlich willkommener Vorwand.

Der Anti-Doping-Kampf, den die ARD nach dem Tour-Ausstieg 2007 gefordert hatte, wird tapfer gekämpft, jetzt, wo mit dem Radsport kein Geld mehr zu verdienen ist, wird scheinheilig so getan, als boykottiere man den dopingversuchten Sumpf.

Wahrscheinlich wird jetzt verstärkt auf Leichtathletik gesetzt, da werden nicht so viele erwischt.


Eine dicke Erkältung und Wetten dass..?
Sonntag, 5. Oktober 2008, 0:07 Uhr unter Allgemein.
Von: Alex
[ Kommentare: 8 ]

Wenn mir schon seit dem frühen Nachmittag die Nase laufen muss und mein Express-Schnupfen inzwischen fünf Packungen Taschentücher – die Packung wegen des Bayern-Dramas nicht eingerechnet – verschlissen hat, dann bleibe ich daheim und versuche, bei warmem Tee das Ganze so schnell wie möglich auszukurieren.

Die letzte Sendung von Wetten dass..?, die ich ganz angeschaut habe, liegt lange zurück. Zu langweilig, zu lustlos wirkte das, als dass mich Thomas Gottschalk einen Samstagabend lang vor dem Fernseher sitzen lassen könnte. Heute war das alles anders: Nette, bestens aufgelegte Gäste, ein lockerer Moderator und dazu wirklich interessante Wetten, von der blöden Hund-beißt-Knoten-auf-Wette mal abgesehen. Dem Ösi-Schützen, der mit einem Luftgewehr Bierflaschen köpfen wollte, war das Glück nicht hold, zudem kam er in seinem merkwürdigen Wams ziemlich dröge daher. Dafür war der etwas weltfremde Geographie-Student umso lustiger, nicht deshalb, weil er an fünf Sekunden Autobahnfahrt die zugehörige Autobahn erkannt hat, sondern weil er so tapsig wirkte und bei einem leicht anzüglichen Witz von Gottschalk peinlich berührt gewirkt hat. Der Ersatzkandidat mit dem BMX-Rad schaffte fast den Sprung über das Einfamilienhaus, an dem sein Kollege noch bei den Proben gescheitert war und sich schwer verletzt hatte, die Wette wurde wegen der Regularien dennoch verloren. Der Ösi-Junge, der Bierkästen stapelte, war auch ganz witzig, der Hund Ciabatta Chiappa musste dann Knoten öffnen, weil er das so toll kann. Herzzerreißend süüüüüß.

Wettkönig wurde der Autobahnfreak, der dann beinahe hyperventilierte, Zweiter wurde der blöde Hund, weil der

[  ] Kinder-Bonus (gibt es zum Glück inzwischen wegen der Kinder-Wette nicht mehr)
[  ] Behinderten-Bonus (gab es leider lange nicht mehr)
[x] unsägliche Tier-Bonus (Knut lässt grüßen, sprich: Och, wie süüüüüüüüüüüüß)

mal wieder greifen musste und andere spektakulärere Wetten in den Schatten stellte.

Die französische First Lady Carla Bruni war äußerst charmant und nett und sah wirklich toll aus, Sylvie van der Vaart entpuppte (!) sich ebenfalls als sehr nette Gesprächspartnerin für Gottschalk, überhaupt saßen mit Karl Lagerfeld, Salma Hayek, Sebastian Vettel, Franz-Xaver Kroetz, Atze Schröder und Michael Herbig noch weitere gut gelaunte Stars auf der Couch.

Die blöde Stadtwette wurde abgeschafft, die Saalwette wiederbelebt: Mit Nürnberger Bratwürsten stricken, auf die Idee muss man erstmal kommen. Gottschalk verlor sie und musste im Senf baden. Die Söhne Mannheims jammerten zwischendurch über die böse Welt, danach war aber wieder gute Laune angesagt.

Eine echt gute Sendung.


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