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Blogroll die 2te
Der Brandner Kasper und das ewig Leben
Donnerstag, 29. Juli 2010, 16:42 Uhr unter Kultur, Uni / Schule, Würzburcher im Exil.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Gestern war ich mit meiner achten Klasse bei den Freilicht-Festspielen auf der Luisenburg in Wunsiedel, wo wir uns das Schauspiel Der Brandner Kasper und das ewig Leben angeschaut haben, das in diesem Jahr wegen des großen Erfolges im letzten Jahr wiederaufgeführt wurde. Toll, wirklich toll. Die Aufführung hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte ist sowieso toll und die Schauspieler waren großartig, allen voran Intendant Michael Lerchenberg, der den Boandlkramer (den Tod) spielte.

Nach der Vorstellung wurde ein Publikumsgespräch angeboten, bei dem die Schauspieler inklusive Intendant den Fragen Rede und Antwort standen. Sehr empfehlenswert, die Kulisse ist wunderbar.


Abschiedsvorlesung von Prof. Seidl
Mittwoch, 21. Juli 2010, 0:09 Uhr unter Fußball, Uni / Schule.
Von: Hank
[ Kommentare: keine ]

Der Hörsaal 127 in der Neuen Uni am Sanderring platzte heute fast aus allen Nähten. Anlass war die Abschiedsvorlesung von Professor Theodor Seidl, der seit 1991 den Lehrstuhl für Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen leitete. Gekommen waren Wegbegleiter, Kollegen, Assistenten, Bischof Friedhelm Hofmann und Alt-Bischof Paul-Werner Scheele, Studierende sowie viele, die Seidl während ihres Studiums oder der Dissertation begleitet hat. Auch wenn ich von Prof. Seidl aufgrund meines Studienganges nicht mal annähernd so viel lernen durfte wie mein Bruder Alex, war es mir doch ein Bedürfnis, heute dabei zu sein. Schließlich saß ich zwei Jahre wie ein Wachhund vor seiner Tür, während ich die Bibliothek beaufsichtigen durfte, wodurch unsere Gesprächsthemen auch so gut wie nie fachlicher Natur waren. Da ich stets am Montag Vormittag in der Bibliothek wachte, kam es auch öfters vor, dass es eine kurze Analyse des vergangenen Bundesliga-Spieltages gab. Professor Seidl ist nämlich begeisterter Fußballer als Spieler mit den Studenten und als Fan vom TSV 1860 München. Aufgrund seiner Sympathien für die 60er hatte er natürlich in den letzten Jahren nicht so viel zu lachen. Der Fußball kam auch in der Abschiedsvorlesung nicht zu kurz, jedoch erst verstärkt in der zweiten Hälfte, denn das Thema hieß offiziell Hirtenidyll und Gottklage. Zur Psalmenanthologie in Leonard Bernsteins KompositionChichester Psalms‘ (1965), wo er sich nochmal exegetisch austoben konnte; die entsprechenden Hörbeispiele wurden fachmännisch eingespielt. Die anschließenden Würdigungen waren es dann, wo der Fußball im Mittelpunkt stand. Seidls Assistentin Dr. Stephanie Ernst präsentierte den Fußball-Kult und die Fachschaft zeigte noch einen kurzen Film mit Videobotschaften (Theo-Mails), zwischen denen sogar der Professor beim Fußball spielen zu sehen war. Ich hoffe, ihm bleibt im Ruhestand noch mehr Zeit, um sich seinem Lieblingshobby zu widmen.


Mein Pilz für Lappland
Mittwoch, 30. Juni 2010, 0:30 Uhr unter Kultur, Uni / Schule, Würzburcher im Exil.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Am Pilzprojekt meiner Kunstkollegin habe ich mich gerne beteiligt und seit Anfang Juni steht dieser Pilz in den Wäldern Lapplands und wird hoffentlich so schnell nicht verrotten.

Ich habe mir wirklich große Mühe gegeben und nach einer gefühlten Ewigkeit wieder mit Kleister und Zeitung einen herrlichen Babb produziert, mit dem ich das Drahtgestell mit Nagel, das das Grundgerüst des Pilzes bildet, ausgestaltet. Wahrlich prächtig mit dem Würzburger Wappen bemalt und lackiert hat er sich dann mit den unzähligen Pilzen von Schülern und Kollegen auf die Reise nach Finnland gemacht, wo er jetzt Teil des Oranki-Kunstprojekts ist.

Da steht er. Mein Pilz. Der Würzburger Botschafter im finnischen Wald.

Viele weitere Bilder finden sich auf dieser Seite, die das Pilzprojekt auch toll dokumentiert.

Verwendung der Bilder mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und ihres Fotografen, die die Reise meines Pilzes dankenswerterweise begleitet haben.


Das X markiert den Schatz
Montag, 14. Juni 2010, 16:45 Uhr unter Internet & Computer, Uni / Schule.
Von: Alex
[ Kommentare: 5 ]

Das X markiert den Schatz. Das war bei Henry Jones Jr. nicht anders.

Mein iMac wurde heute Nachmittag geliefert. Der Begrüßungsfilm direkt nach dem ersten Einschalten ist schon toll. Noch viel toller ist, dass ich nach einer Woche des Darbens mit handgeschriebenen Folien und angekündigten Arbeitsblättern endlich wieder normal arbeiten kann. Und natürlich ganz wichtig: Ich kann beim Arbeiten WM schauen. Die kabellose Tastatur und die Maus sind auch sehr schick und fein zu bedienen. Auf meinem iMac läuft nun alles genauso wie auf meinem MacBook Pro, das aber noch in Reparatur ist.


Ab in die Berge
Sonntag, 21. März 2010, 9:30 Uhr unter Sport, Uni / Schule, Würzburcher im Exil.
Von: Alex
[ Kommentare: keine ]

Ich verabschiede mich mal in die Berge. Heute geht es mit den Sechstklässlern zum Skilager nach Saalbach, ich hoffe, dass wir trotz der warmen Temperaturen noch ordentlich Ski fahren können. Wäre doch schade, wenn uns die weiße Pracht unter den Brettern wegschmilzt.

Sonne und Skifahren wie hier in Ischgl, das haben wir eigentlich verdient. In der ersten Osterferienwoche gehts dann gleich weiter, dann ohne Schüler.

Die Dittsche-Zusammenfassung muss heute mal ausfallen, vielleicht liefere ich sie nach, ich darf ja die Worte des Meisters nicht verpassen.


English Drama Group – The Memory of Water
Mittwoch, 3. Februar 2010, 0:12 Uhr unter Kultur, Uni / Schule, Würzburg.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Heute Abend ist Premiere in der Stadtmensa: Die English Drama Group führt dort The Memory of Water von Shelagh Stephenson auf. Ich kenne den guten Herrn die gute Dame zwar nicht und weiß auch nicht, wie sein ihr Vorname ausgesprochen wird, aber im Nachhinein wäre das vielleicht eine sinnvolle Frage in unserer letzten Würzmischung gewesen, wo wir uns mit Cat und Jenny, den zwei reizenden Damen, die die Aufführung des Stückes zu verantworten haben, über das aktuelle Stück der EDG unterhalten haben.

Die Aufführungen sind heute, morgen und übermorgen jeweils um 20.00 Uhr in der Stadtmensa. Unbedingt hingehen, es lohnt sich.


Würzmischung #45 – English Drama Queens
Samstag, 16. Januar 2010, 11:29 Uhr unter Kultur, Uni / Schule.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Gestern haben Ralf und ich das Würzmischungs-Jahr 2010 mit zwei sehr netten jungen Damen eingeläutet und die Würzmischung #45 aufgenommen. Wir waren bei Cat Lamper, der Regisseurin der Würzburger English Drama Group eingeladen und haben eine Stunde mit Cat und ihrer Regie-Assistentin Jenny über englisches Theater, englisches Essen und vieles andere geplaudert und waren von den beiden so verzaubert, dass wir vergessen haben, ein Foto zu machen.

Das neue Stück The Memory of Water wird am 3., 4. und 5. Februar in der Stadtmensa (Am Exerzierplatz) aufgeführt. Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr, ein Besuch lohnt sich.

Zum Download


Der Ton macht die Musik
Donnerstag, 14. Januar 2010, 20:33 Uhr unter Politik, Uni / Schule.
Von: Alex
[ Kommentare: keine ]

Was haben die Studenten, die immer noch eifrig für eine bessere Bildung demonstrieren erwartet, wenn sie dem Uni-Präsidenten und dem Kanzler mit respektlosen Forderungen, einer vermessenen Erwartungshaltung und einem unverschämten Ultimatum kommen? Dass die sich darüber freuen und prompt machen, was von ihnen verlangt wird? Man sollte bei allem Protest mal seine Erziehung vergessen und sich benehmen wie es sich gehört. Uni-Präsident und Kanzler sind immer noch Respektspersonen, deren Erscheinen man nicht einfach erwartet oder voraussetzt, nur weil man sie vorher eingeladen hat. Wenn man die Herren vorher beschimpft und mit neunmalklugen offenen Briefen bombaridert, ist die Reaktion nicht gerade eine Überraschung. Dass man sich dann enttäuscht zeigt, dass die Uni-Leitung mit einem offenen Brief antwortet und die Demonstranten nicht persönlich mit einer Email zur konstruktiven Mitarbeit einlädt, passt ins Bild. Da verlangen ein paar Studenten, die sich selbst viel zu wichtig nehmen, eine Art von Respekt, den sie anderen nicht zugestehen, wenn man den Ton der letzten Wochen mal Revue passieren lässt… Es wird erwartet, verlangt, ein Ultimatum gesetzt. Für wen halten die sich?

Wohl zu viel marinierten Tofu abbekommen…


Grüße von der Zugspitze
Samstag, 12. Dezember 2009, 18:43 Uhr unter Sport, Uni / Schule.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

In Garmisch schneit es zwar seit gestern Abend, der Lehrgang musste trotzdem vom Hausberg auf die Zugspitzplatte verlegt werden. Somit kam ich zum ersten Mal zu dem Erlebnis, mit der Zahnradbahn auf den höchsten Berg Deutschlands zu fahren. Leider war das Wetter dort nur am Vormittag halbwegs gut, nach dem Mittagessen war die Sicht richtig schlecht. Leider.

zugspitze_samstag

Die Sonne hat gekämpft und verloren. Ich auch. Egal, morgen geht es nochmal hoch und das Wetter soll auch besser werden.


Fragwürdige Auffassung von Schulpflicht
Dienstag, 8. Dezember 2009, 17:01 Uhr unter Politik, Uni / Schule.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Die Schulen haben insbesondere die Aufgabe, Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln und Fähigkeiten zu entwickeln, zu selbständigem Urteil und eigenverantwortlichem Handeln zu befähigen, zu verantwortlichem Gebrauch der Freiheit, zu Toleranz, friedlicher Gesinnung und Achtung vor anderen Menschen zu erziehen, zur Anerkennung kultureller und religiöser Werte zu erziehen, Kenntnisse von Geschichte, Kultur, Tradition und Brauchtum unter besonderer Berücksichtigung Bayerns zu vermitteln und die Liebe zur Heimat zu wecken, zur Förderung des europäischen Bewusstseins beizutragen, im Geist der Völkerverständigung zu erziehen, die Bereitschaft zum Einsatz für den freiheitlichdemokratischen und sozialen Rechtsstaat und zu seiner Verteidigung nach innen und außen zu fördern, die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken, die Schülerinnen und Schüler zur gleichberechtigten Wahrnehmung ihrer Rechte und Pflichten in Familie, Staat und Gesellschaft zu befähigen, insbesondere Buben und junge Männer zu ermutigen, ihre künftige Vaterrolle verantwortlich anzunehmen sowie Familien- und Hausarbeit partnerschaftlich zu teilen, auf Arbeitswelt und Beruf vorzubereiten, in der Berufswahl zu unterstützen und dabei insbesondere Mädchen und Frauen zu ermutigen, ihr Berufsspektrum zu erweitern, Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu wecken.

Soweit Artikel 2 des BayEUG, des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen. Als oberste Bildungsziele nennt Artikel 1 Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsbereitschaft, diese stehen so auch in der Bayerischen Verfassung (Art. 131). Im Rahmen des sogenannten Bildungsstreiks haben nun in der letzten Woche zahlreiche Schüler des Wirsberg-Gymnasiums “gestreikt” und über zwei Stunden Unterricht versäumt, obwohl vorher ausdrücklich ein Verbot ausgesprochen wurde, an der Demonstration während der Unterrichtszeit teilzunehmen. Die Schüler haben geschwänzt, sind zur Demo und haben als Konsequenz nun einen verschärften Verweis bekommen.

Frau Urbon, die den oben verlinkten Mainpost-Artikel geschrieben hat, musste in einem Kommentar auch ihren eigenen Standpunkt kundtun und bläst damit leider ins gleiche Horn wie die meisten der Kommentatoren, die die Kinder in ihren Grundrechten eingeschränkt und eine Erziehung zur Duckmäuserei sehen wollen. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema wage ich den meisten abzusprechen.

Niemand verbietet Kindern zu demonstrieren und für ihre eigene Meinung einzustehen, im Gegenteil, sie werden dazu sogar ermuntert, aber Unterrichtszeit ist nun mal Unterrichtszeit und die Eltern wissen ihre Kinder in dieser Zeit in der Obhut der Schule, wir haben in dieser Zeit schließlich auch die Aufsichtspflicht. Ich möchte mal die gleichen Eltern und Kommentatoren, die sich jetzt aufregen, dass Schulleiter Macht ausüben und die Kinder auf ihrem Weg zur Mündigkeit von der Schule gehindert sehen, erleben, wenn einem Schüler, der von seinem nicht vorhandenen Streikrecht Gebrauch macht und während der Schulzeit auf Bildungsdemos herumturnt, etwas passiert. Sollte der Schulleiter stillschweigend geduldet haben, dass die Kinder das Schulgelände verlassen, rennen ihm die gleichen Leute wohl die Tür ein und fragen, dann zu Recht, warum Schüler unbeaufsichtigt sind, obwohl sie in der Schule sein sollten. Frau Urbon macht dann vielleicht auch eine Story daraus und stellt den Schulleiter oder den Lehrer an den Mainpost-Pranger. Dass ihrer Meinung nach Duckmäuser herangezogen würden, zeigt doch auch das mangelnde Wissen, weil gerade die Aufgaben der Schule jedem Lehrer eingetrichtert werden und unser Unterricht in diesem Sinne gehalten wird. Niemandem wird seine Meinung verboten, aber in der Vorbereitung auf das Leben gehören die ausgesprochenen Strafen eben auch dazu, dass Konsequenzen aus einem Fehlverhalten hingenommen werden müssen. Oder sollen die Kinder dazu erzogen werden, ihre Pflichten zu vernachlässigen, weil sie Rechte haben? Vielleicht sollten sich das manche Eltern auch mal bewusst machen. Verantwortungsvoll haben diese Schüler nicht gehandelt, wenn jetzt nur Schule und Schulleitung böse ist, zeigt das, wie einseitig manche denken und denken wollen.

Ganz nebenbei bemerkt möchte ich auch die Frage in den Raum werfen, wie viele Neuntklässler (ganz gleich, an welcher Schule) eine reflektierte Meinung zu Studiengebühren haben (außer, dass sie dagegen sind), wer von den Missständen durch den Bologna-Prozess weiß und sich mit der Bildungspolitik auskennt. Da geht es dann wohl eher um zwei Stunden ohne Schule, ohne hier irgein Vor-Urteil zu fällen. Wie man schulintern gegen schulspezifische Mängel protestieren und trotzdem Aufsehen erregen kann, haben die Schüler vom Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt vorgemacht.


Endlich frei
Mittwoch, 25. November 2009, 22:50 Uhr unter Uni / Schule.
Von: Hank
[ Kommentare: 6 ]

Auf diesen Tag habe ich mich seit Monaten, Jahren gefreut: Heute war meine letzte Examensprüfung und die Lernerei hat ein Ende – zumindest vorläufig. Die ganzen Blätter, Bücher und Ordner kann ich auch schon nicht mehr sehen. Jetzt werde ich den Advent genießen, ausruhen und ab Januar sehe ich weiter. Allen anderen, die noch eine Prüfung vor sich haben, wünsche ich an der Stelle viel Erfolg.


Würzburg brennt also…
Dienstag, 17. November 2009, 16:57 Uhr unter Politik, Uni / Schule.
Von: Alex
[ Kommentare: 10 ]

Eines vorneweg, mir fällt es schwer, die Studenten-Proteste wirklich ernstzunehmen, wenn der Würzburger Protest-Blog den mehr als dämlichen Titel Würzburg brennt! trägt, Uni brennt zum Schlagwort der Proteste in Deutschland wird und immer wieder dieser olle Bildungsstreik durch die deutschen Hörsäle geistert, der schon letztes Jahr mehr für Ärger als für konstruktives Reden gesorgt hat. Zu viele Unterstützer kommen aus dem gleichen Umfeld wie der Schülerstreik, da finden sich dann schnell abgedroschene sozialistische Polit-Phrasen, die die Anliegen der Masse ganz sicher nicht repräsentieren.

würzburgbrennt
Bildschirmfoto: würzburg-brennt.de

Die meisten Anliegen kann ich gut nachvollziehen und unterstütze die Proteste auch, aber ob Hörsaalbesetzungen führende Politiker dazu bewegen können, das Gespräch zu suchen und sich so auf die Proteste einzulassen, bezweifle ich wie im letzten Jahr, als Schüler den Unterricht schwänzten, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Das sieht ganz schnell nach Krawall aus (auch wenn gar nicht randaliert wird) und die Fronten verhärten noch mehr, Lehrpersonal, das die Anliegen unter Umständen sogar unterstützen würde, nimmt eher nicht an den Demos teil. Aufmerksamkeit hatten die Schüler, Aufmerksamkeit ist auch den Studenten sicher, aber Aufmerksamkeit und Verständnis sind nicht das gleiche, eine reißerische Parole mit Wurzeln in Österreich lässt zudem an der Ernsthaftigkeit der Demonstranten zweifeln. Wenn zeitgleich aber andere Studenten am Studieren gehindert werden, finde ich das recht problematisch. Zudem schadet jede Bierflasche, die in irgendeiner Weise auf Bildern zu sehen ist, dem Ansehen der Demonstranten.

Was mich besonders stört: Immer scheinen die Studiengebühren augenscheinlich im Mittelpunkt der Proteste zu stehen. Gegen den ganzen Bologna-Mist wird zwar auch eifrig agitiert, die negativen Auswirkungen und die Nachteile, die den Studenten durch den Bachelor- und Masterirrsinn entstehen, kommen in der Öffentlichkeit aber viel zu wenig zur Sprache. Ohne Not wurde hier an der hochangesehenen Hochschulausbildung herumgepfuscht, um die Studenten mit effektiv schlechterer Ausbildung schnell durch das Studium zu schleusen. Dagegen sollten in erster Linie demonstriert werden. Ein Studium, das Spaß macht, lässt dann auch den Frust über die 500€ pro Semester weniger werden. Oder eine andere Frage, die ich mir immer gestellt habe: Warum gibt es erst einmal eine Stellensperre, wenn ein Professor die Uni verlässt?

Zudem sollten auch mal die positiven Auswirkungen der Studiengebühren in Betracht gezogen werden. Heute gibt es nicht nur so manche Veranstaltung mehr als zu meiner Zeit, als das Studium noch gebührenfrei war. Eine Abschaffung würde unser Hochschulsystem nachhaltig schädigen.

[Ergänzung 1] Wissenschaftsminister Heubisch (FDP) wird am kommenden Mittwoch (25.11.2009) ins Audimax kommen und sich den Protesten stellen, auch der Würzburger Landtagsabgeordnete Oliver Jörg (CSU) versteht die Proteste gegen den Bologna-Prozess, dessen Umsetzung er für höchst unbefriedigend hält. Dass in den frühen Morgenstunden drei Mitglieder des RCDS ins Audimax stürmten, lässt an deren Bildungsniveau zweifeln, zumal nicht pauschal jeder Demonstrant gleich dem marxistischen Spektrum zugeordnet werden kann. Vielleicht sollten die sich auch mit einem Banner vor die Uni setzen und für mehr Bildung demonstrieren.

[Ergänzung 2] In München haben gestern am späten Abend die Sportfreunde Stiller die Proteste unterstützt. Dann will ich mal hoffen, dass sich nicht nur in Sachen Bologna-Reform etwas bewegt, damit das Studieren wieder Freude bereitet.

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