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Blogroll die 2te
Wo führt die Straba hin?
Donnerstag, 26. November 2009, 0:34 Uhr unter Würzburg, ÖPNV.
Von: Hank
[ Kommentare: 5 ]

Trotz CL-Spiel habe ich mich für das Stadtgespräch zur geplanten Straba-Linie 6 im Saalbau Luisengarten entschieden. “Ich setz mich ausnahmsweise nach links außen”, meinte der Alt-OB, der sich vor mir niederließ, zu seiner Nachbarin.

Etwas verspätet eröffnete Andreas Jungbauer von der Mainpost die Veranstaltung, in der zunächst die “kompetenten” Gäste ihre Positionen ausführten und eigentlich weniger diskutierten, wie es anscheinend angedacht war. Bei den Gästen handelte es sich um den WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer, den Kunsthistoriker und Verschönerungsvereinsvorsitzenden Stefan Kummer, den Straßenbahnexperten Thomas Naumann, den Sachgebietsleiter von der Regierung von Unterfranken Heiko Brückner sowie Herrn Wiegand vom Würzburger Baureferat.

Viel Neues gab es in der längeren ersten Hälfte nicht zu sehen bzw. zu hören: Der Straßenbahnexperte berichtete von einer Straßenbahn-Renaissance weltweit, zitierte Statistiken, die bewiesen, dass Straßenbahnen stets deutlich stärker frequentiert würden und verglich die Würzburger Planung mit den Straßburger Verhältnissen. Dort steht nämlich das gesamte historische Stadtzentrum unter dem Schutz der UNESCO und man hat es anscheinend dennoch geschafft, alle zufrieden zu stellen. In Würzburg dreht es sich bekanntlich um das Residenz-Areal, für das der Verschönerungsverein einen oberleitungsfreien Abschnitt fordert, was jedoch einige Millionen mehr kosten würde. Der Vorschlag von einem Zuhörer, man solle sich das moderne System von Bordeaux zum Vorbild nehmen, wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Technik in Deutschland nicht genehmigt würde. Thomas Schäfer führte die Animation zur neuen Straßenbahn vor, die man sich bereits auf der Mainfrankenmesse ansehen konnte, und erläuterte – nachdem der Beamer wieder zur Verfügung stand – die jüngsten Pläne, welche die Verlegung der Trasse vom Residenzplatz auf die gegenüberliegende Häuserseite beinhalten.

Interessant wurde es eigentlich erst, als endlich die Zuhörer zu Wort kamen – ein Herr, der seinen Namen nicht nennen wollte, beschwerte sich, dass bisher keine Frau zu Wort kam. Wortmeldungen gab es viele, jedoch zeichnete sich bald ab, dass viele von ihnen ihre Frage für sich behalten mussten. Die Emotionen fingen zu kochen an, als die Sorge um die zukünftige Anbindung des restlichen Frauenlands aufkam, worauf erklärt wurde, dass keine parallelen Trassen bestehen werden. Es kam auch wieder die Frage auf, warum man die Straßenbahn nicht einfach vom Sanderring zum Hubland führt. Hier argumentierte Schäfer, dass dadurch am Sanderring ein Straßenbahnkreuz entstehen würde und auch das Röntgen-Gymnasium irgendein Problem darstellt; zudem müsste ein kleiner Teil der Anlagen dran glauben. Ein anderer Zuhörer griff die Äußerung von Thomas Schäfer auf, dass durch die Stilllegung des Rennwegs die Zahl der dort verkehrenden Busse von über 600 auf 0 sinken werde: Seine berechtigte Fragen, wo denn in Zukunft die beträchtliche Zahl an Bussen umgeleitet und wie die Stadtteile hinter der Residenz an den ÖPNV angebunden werden sollen, konnte von Schäfer eigentlich gar nicht beantwortet werden. Stattdessen erklärte er, dass die neue Straßenbahn u.a. Teile der Linien 14 und 28 ersetzen sollen und dass er nicht sagen könne, ob der Bus um 09.10 Uhr oder 09.40 Uhr fährt oder in welchem Takt und wo die Buslinien im Jahr 2017 geführt werden. Schon merkwürdig, wenn man bei der Planung einer neuen Straßenbahnlinie in diesem Stadium darüber noch keine klare und vielleicht etwas qualifiziertere Aussage machen kann. Diese Erklärungsnot war schließlich der Auslöser, dass viele im Saal wütend ihre Sachen packten und gingen, bevor Andreas Jungbauer die in meinen Augen sehr enttäuschende Veranstaltung beenden konnte. Natürlich befindet sich das alles noch in der Planungsphase, aber ich frage mich auch, wie der Verkehr bei all den Einbahnstraßen – speziell der Busverkehr – durch die Stadt geleitet werden soll. Es gab natürlich auch noch andere Wortmeldungen, aber die erspare ich mir, um zum Ende zu kommen.

Wer die Berichte zur neuen Straßenbahn verfolgt hat, war am Ende nicht viel schlauer, wahrscheinlich eher unzufrieden oder verärgert.  Anstatt das bereits Bekannte aufzusagen, hätte man vielleicht mehr Zeit für Wortmeldungen einplanen sollen. Für die Zuhörer aus dem Frauenland/Keesburg – der größte Anteil – war der Abend wahrscheinlich am wenigsten erfreulich und ich bin mir sicher, dass wir auch noch den einen oder anderen Leserbrief vorfinden werden.


Manche Würzburger Busfahrer…
Sonntag, 21. Dezember 2008, 1:24 Uhr unter ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: 10 ]

Was für ein Korinthenkacker! Was für ein dummes ♦♦♦♦♦! Hoffentlich ist er stolz darauf und schläft mit seinem überlegenen Grinsen gut. Manche WVV-Busfahrer sind einfach riesengroße ♦♦♦♦♦! Ich habe ja vollstes Verständnis dafür, dass man seit einigen Monaten bei den Bussen nur noch vorne einsteigen darf, damit das Schwarzfahren erschwert wird. Meinetwegen soll man auch hinten aussteigen, damit in Stoßzeiten kein “Gegenverkehr” entsteht. Wenn aber sowieso beim Lumpensammler (= letzter Bus) niemand mehr einsteigt, ich direkt neben der Vordertür sitze und an meiner Bushaltestelle aufstehe, um auszusteigen, muss der Depp nicht so lange warten, bis ich ihn wegen der Tür fragend anschaue, um mir dann mit einem dummen Grinsen zu sagen, dass nur hinten ausgestiegen wird. In der Zeit hätte er auch auf den Knopf drücken und die Tür öffnen können. Aber so durfte ich nach hinten laufen und musste ordnungsgemäß hinten aussteigend.

Ganz nett war ich anschließend nicht, aber so eine Korinthenkackerei kann ich nicht leiden. Nicht nachts um eins.


Busfahrer vs. Schüler
Sonntag, 14. Dezember 2008, 12:01 Uhr unter ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: 7 ]

Der alltägliche Kampf. Ich möchte mit keinem Busfahrer tauschen, der nach Schulschluss 50 oder mehr Schüler chauffieren muss und sich dabei das wilde Geschrei anhören muss. Der Schlussgong bedeutet jeden Tag aufs Neue, dass gerade die Kleinen wild schreiend aus der Schule rennen, um als erster die Penne – tolles Wort, das fand ich zu meiner Schulzeit schon völlig veraltet – hinter sich zu lassen. Im Bus gibt es dann das übliche Gerangel und wenn es was zum Werfen gibt, dann wird das geworfen. Auch mal auf den Busfahrer. In der Menge geht das ja unter. Glaubt man. Habe ich bisher auch geglaubt.

In Neufahrn bei München gab es im Schulbus die gewohnten Tumulte, auch eine gefährliche Mandarinen-Schale ist durch den Bus geflogen. Das macht man nicht. Dreck schmeißen fand ich schon als Schüler scheiße, weil das dann immer irgendeiner aufheben musste, eine Mütze, ein Handschuh oder ein Schuh ist aber durchaus auch mal durch den Bus gewandert oder geflogen. Der Besitzer war meistens der, der geweint hat. Die Mandarinen-Schale klatschte also neben dem Fahrer gegen die Frontscheibe, der hielt 20 Meter vor der Haltestelle an und verpasste der versammelten Meute mit dem noch anonymen Täter einen verbalen Einlauf, der wohl fast 20 Minuten dauerte. Er würde erst weiterfahren, wenn sich der Werfer gestellt hat. Die eingeschüchterten Kinder alarmierten – die Technik macht das 20 Jahre später möglich – ihre Eltern, die sich besorgt auf den Weg machten, um ihre Kinder vor dem sicheren Tod zu retten. Das muss wohl eine ziemlich skurrile Szene gewesen sein, weil der Busfahrer erst nachgab, als sich der Täter heulend stellte. Zu seinen Missetaten muss man halt stehen, auch das muss man lernen. Was der Busfahrer gemacht hat, ist zwar ziemlich daneben, aber ich habe mir sofort einen Busfahrer vorgestellt, der auch heute noch in Würzburg unterwegs ist und der mich und andere schon zu Grundschulzeiten regelmäßig wie ein Irrer angebrüllt hat, weil wir uns nicht hingesetzt haben. Vor dem hatte ich wirklich Angst. Alle zwei Wochen hat er uns zum Schwimmen gefahren und uns angeschrien, wenn wir nur eingestiegen sind. Etwa so, wie die Militärbusfahrer in den US-Kriegsfilmen. Meiner Mutter habe ich nie erzählt, dass ich vor dem Angst hatte. Jetzt muss ich das mal gestehen. Hier.

Die TZ hat das gleich mal ganz reißerisch “Geiselhaft” genannt. Hier lohnen sich übrigens die Kommentare zum Artikel, die teilweise dem Busfahrer voll zustimmen und die Kinder beschimpfen, weil deren Eltern in der Erziehung versagt hätten. Meine Eltern hätten im Zweifel auch dem Busfahrer Recht gegeben, wenn ich eine Mandarinen-Schale nach ihm geworfen hätte. Heute rennen Eltern immer zur Zeitung, das finde ich lustig. Selbst der Spiegel berichtet darüber.


Bahn zeigt Herz
Freitag, 12. September 2008, 11:08 Uhr unter Allgemein, Politik, ÖPNV.
Von: Hank
[ Kommentare: 2 ]

Nach zwei Wochen Protest, Aufstand und Geschimpfe hat sich die Bahn in der heutigen Krisensitzung u.a. durch den Einsatz von Frau Merkel dazu entschlossen, auf den angekündigten Bedienzuschlag zu verzichten. Die Begründung, dass dadurch die mehr als 400 Reisezentren gesichert blieben, sollte wahrscheinlich bewirken, dass auch die Mitarbeiter hinter dem Zuschlag stehen. Wie soll der arme Reiseberater am Schalter Spaß am Job finden, wenn sich die Führungsetage ständig kundenunfreundliche Neuerungen ausdenkt, für die es keine überzeugende Erklärung gibt? Zwei Wochen waren die Kundenberater nun Ventil für die gefrusteten Bahnkunden und dürfen jetzt bis zur Preiserhöhung etwas entspannter arbeiten, wenn sie endlich über den Rückzug der Entscheidung informiert werden; das erfahren sie sowieso erst in den Nachrichten oder durch den Kunden selbst. Dass die Preise aufgrund der dauernd steigenden Energiepreise jährlich erhöht werden müssen, lässt sich wohl schwer verhindern. Erfreulich finde ich dagegen, dass das sehr faire Dauer-Spezial-Angebot bis Ende nächstes Jahres verlängert wird.


Am Ticketschalter am Hauptbahnhof
Mittwoch, 18. Juni 2008, 16:04 Uhr unter Alltag, ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Es ist gar nicht so einfach, eine Karte für die Hin- und Rückfahrt zu kaufen, wenn bereits für eine Schulklasse mit zwei Lehrern Zugtickets gekauft wurden, ein Gruppenpreis gewährt wurde, dann aber eine dritte Begleitperson, in diesem Fall ich, dazukommt, um ebenfalls mit denselben Zügen und einem Mountainbike nach Garmisch zu fahren bzw. von Bozen Richtung Unterfranken.

Angefangen hat es schon auf dem Parkplatz: Mein fester Vorsatz, keinen Parkschein zu lösen, um es drauf ankommen zu lassen, ob ich einen Strafzettel bekomme, wurde früh aufgegeben, da eine Mitarbeiterin der Verkehrsüberwachung ganz unauffällig zwischen den parkenden Autos herumstreunte, stets auf der Lauer nach Parkscheinsündern. Einen Euro musste ich erst einmal kleinkriegen, weil eine ganze Stunde wollte ich dann doch nicht lösen, erschien mir ja schon die halbe Stunde mehr als genug. Ein Taxifahrer wechselte mir schließlich meinen Euro und ich konnte den Parkschein lösen, ohne dass sich die Verkehrsüberwacherin auf mein unfrankiertes Auto stürzte. Warum, das nur mal am Rande bemerkt, heißen die eigentlich Verkehrsüberwacher, die überwachen doch keinen Verkehr, sondern ausschließlich parkende Autos?

Am Schalter war ich sofort, nur hat es eben ein bisschen länger gedauert, meiner guten Laune konnte das aber nichts anhaben. Es mussten Tickets für feste Züge sein und ein Vermögen wollte ich auch nicht ausgeben. Für die Rückfahrt von Italien hat der Computer nach langem Hin und Her schließlich eine Karte ausgespuckt, nur war dort leider eine ICE-Verbindung dabei, die zwar schneller, aber ohne meine Schüler gewesen wäre. Ungünstig. Nach weiterem wilden Eintippen – ich habe der Frau gesagt, meinetwegen müsse sie sich nicht so hetzen – kam dann die richtige Fahrkarte raus. Ein älterer Herr war dagegen eher ungehalten und vor allem ungeduldig, er musste dann mal auf die Bahn schimpfen, konnte aber die anderen Wartenden nicht davon überzeugen, denn außer an meinem Schalter ging es an den anderen flott zu. Ich habe schließlich ein Europa-Spezial-Ticket bekommen, gar nicht mal so viel teuerer als der Gruppenpreis.

Für die Hinfahrt auf deutschem Boden habe ich ein Spezial-Ticket empfohlen bekommen, das ich am Automaten kaufen sollte, da es dort 5€ billiger ist. Ein DB-Mitarbeiter sollte mir dabei helfen. Auffällig war bei der Eingabe der verschiedenen Zielorte, dass der Herr immer die Buchstaben im Alphabet suchte, das R war grundsätzlich nicht dort, wo er zuerst mit seinem Finger hinsteuerte und auch die anderen Buchstaben wurden stets mit kreisenden Bewegung herausgesucht. Das Problem: Auf Anhieb hat der Automat immer eine andere Route ausgegeben, bei der ich eine Stunde nach den anderen angekommen wäre. Nach der Eingabe aller Umsteigebahnhöfe war dann auch das geschafft und mein Parkschein war schon drei Minuten abgelaufen, als ich zu meinem Auto zurückgekommen bin.

Ich kaufe trotzdem gerne meine Karten am Schalter, auch wenn es manchmal länger dauert. Man kann ja an schöne Sachen denken.


Arschloch-Kinder Reloaded
Freitag, 30. März 2007, 15:33 Uhr unter Lästereien, ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Der Eintrag von vor einem Jahr über die Arschloch-Kinder in der Straßenbahn ist doch Grund genug, nochmal was über die zu schreiben, schließlich gibt es sie immer noch. Sie sind jetzt keine prae-pubertären Arschloch-Kinder mehr, sondern voll pubertierende kleine Gangster-Laffos. Süß! Ich habe die jetzt an jedem Prüfungstag in der Straßenbahn getroffen. Der vermeintlich älteste schaut jetzt nicht mehr nur debil, sondern v.a. böse, sehr böse. Muss man ja, als gefährlicher Bandit Gangster. Ein bisschen was hat er von Averell Dalton. Auf jeden Fall steigt sein immer noch kleiner Kumpel immer am Bahnhof ein und packt seinen Türkenkoffer seine Plastiktüte mit seinem Schulzeug auf den Nachbarsitz, um unglaublich cool in der Straßenbahn zu lungern. Averell lässt seine Aggression dann auch mal an einem pummeligen Klassenkameraden aus, der sich neben ihn gesetzt hat und anfing zu pöbeln. Am Montag dachte ich, die schlägern sich jetzt unmittelbar neben mir. Sie haben es aber nicht getan. Leider! Oder zum Glück? Ich hätte nicht gewusst, wen ich anfeuern soll. Wohl beim Maumau verloren… Mittwoch und heute ist Averell wieder eingestiegen und ich habe mich gefreut, als er wieder sehr böse geschaut hat.

Böse geschaut haben auch die zwei Willis mit ihren viel zu großen Hosen und den Mützen, die tief ins Gesicht gezogen waren. Plötzlich aber hat der Typ direkt neben mir was aus der Tasche geholt, das zunächst aussah wie ein Labello, aber es war ein kleines Deo-Spray, das er sich gleich mal an den Hals gesprüht hat. Sein Gangster-Kollege steht wohl auf Nutten-Parfüm, deshalb hat er sich auch einen guten Schuss an den Hals gesprüht. Als ob ich nicht schon nervös genug war, war dann auch noch mein Magen nervös, zum Glück sind die am Bahnhof ausgestiegen, sonst hätte ich mir einen anderen Platz gesucht. Fies. Ob die Ghetto-Schlmapen auf so was stehen?

Arschloch-Kinder war das wohl auch mal…


Kein Eis im Bus
Montag, 12. März 2007, 18:34 Uhr unter ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Eine Frau, die ihre Blütezeit sicher schon länger hinter sich hat, steht an der Bushaltestelle, lutscht sinnlich an ihrer Veitshöchheimer Eistüte, der Bus kommt, sie steigt ein, schleckt weiter ziemlich geistesabwesend an der obersten Kugel herum, der Bus fährt an, der Bus muss abrupt bremsen und die Frau hat die oberste Kugel irgendwo zwischen Nase, Mund und Kinn im Gesicht verschmiert. Herrlich. Wie in der plattesten Klamotte, aber tatsächlich geschehen. Und ich habs gesehen und mir ein Lachen selbstverständlich nicht verkniffen. Wozu auch!?


Bräunungscreme und weiße Ränder
Freitag, 9. März 2007, 18:51 Uhr unter Lästereien, ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: 1 ]

Mir saßen vorhin in der Straßenbahn zwei junge Mädels, beide ziemlich aufgebrezelt, gegenüber. Bei der einen habe ich vorher schon gerätselt, was esmit der Region um ihren Mund auf sich hatte, irgendwas stimmte da nicht. Und dann sagte die andere plötzlich das, was ich am liebsten gesagt hätte: “Was ist denn das da an deinem Mund?” Da schrillten die Alarmglocken. Ganz aufgeregt, beinahe schon hysterisch, kurz vor dem Hyperventilieren fragte die andere: “Oh Gott, sieht man das etwa?” Die Antwort erübrigt sich, aber auch ich hätte am liebsten dem anderen Mädel beigestimmt, denn man sah es. Die Begründung folgte dann auch, und zwar so, dass es die halbe Straßenbahn mitbekommen haben dürfte. Sie hat sich mit Bräunungscreme eingerieben und dann Zähne geputzt. Es war dann wohl das Wasser. Jetzt wird wohl zuhause nachgespachtelt und nachlackiert. Am besten wäre aber wohl die Papiertüte über dem Kopf…


Mehrere Doppelgänger, ein Iltis und ein Märchenprinz
Montag, 5. März 2007, 18:03 Uhr unter Lästereien, ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: keine ]

Das war mal wieder ein Traum von einer Busfahrt. Schon an der Bushaltestelle in Veitshöchheim sind mir zwei Menschen begegnet, die anderen wie aus dem Gesicht geschnitten waren: Den ersten habe ich schon öfters gesehen: Ihr kennt doch Steve Urkel aus Alle unter einem Dach? Diese verrückte Nervensäge, der Isetta-Fahrer, der immer bei Carl auftaucht, auf dessen Tochter scharf ist und großartige Erfindungen macht. In seiner Klonmaschine kreiert er dann sein Alter-Ego Stephane. Dieser sieht nicht mehr wie ein Clown aus, kleidet sich elegant und geht keinem mehr auf die Nerven. Ich habe heute diesen Stephane gesehen: Er sieht haargenau gleich aus und läuft auch so, wirklich faszinierend. Fast im gleichen Moment ist Christian Wörns an mir auf dem Fahrrad vorbeigefahren. Es wäre interessant gewesen, ob er auch spricht wie Frau Wörns. Sehr nett, diese Doppelgänger-Parade.

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Stehengeblieben
Donnerstag, 1. März 2007, 10:38 Uhr unter Lästereien, ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Was man im Bus nicht immer für tolle Leute trifft: Ist doch heute früh auf dem Weg zum Hubland am Barbarossaplatz eine Studentin eingestiegen, die sich neben mich gesetzt hat. Kaum dass sie sich hingesetzt hatte, hat sie ihren rosa Nintendo DS ausgepackt und bis zum Hubland nicht etwa Tetris oder andere intelligente Spiele für den einstigen Gameboy gespielt. Nein, sie hat SpongeBob in der Bootsfahrschule gespielt. Ich habe immer wieder hinschauen müssen, weil ich das nicht fassen konnte. Was die wohl studiert…


Olfaktorischer Großangriff
Montag, 12. Februar 2007, 18:43 Uhr unter Lästereien, ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Was waren das vorhin für fiese Gerüche Gestänke, die mich in Bus und Bahn erreicht haben! Im Bus saß neben mir ein älterer Herr, der eine Milka-Vollmilchschokolade verputzt hat. Also habe ich abwechselnd das Aroma von zerkauter und aufgestoßener Schokolade in der Nase gehabt, vermischt mit dem uralten kalten Zigarettenrauch aus der Jacke meines Nachbarn. Unmittelbar vor mir saß der Kräuterfreund, der wie immer nach Rauch und Schnaps stank, dessen Gschmäckle wiederum vermischte sich mit dem unangenehmen Kokos-Parfüm der Dame, die neben dem Kräuterfreund gesessen war. Eine feine Mischung. Olfaktorische Differenzierung habe ich die Übung genannt, die einzelnen Gerüche zu analysieren. In der Straßenbahn ging es anschließend gleich weiter, an der Haltestelle hatte ich vorher nur kurz Zeit, mein zartes Riechorgan zu revitalisieren: Die Dame neben mir hatte eine fürchterlich fiese Mischung aus kaltem Rauch, Essensfett und Erbrochenem an sich; zumindest meine ich, diese einzelnen Noten herausgefunden zu haben. Ich habe ein bisschen was von Jean-Baptiste Grenouille, natürlich nur, was die Wahrnehmung betrifft.


Diskretion: Fehlanzeige
Dienstag, 6. Februar 2007, 17:32 Uhr unter Lästereien, ÖPNV.
Von: Alex
[ Kommentare: keine ]

Was man sich in der Straba nicht alles anhören muss kann. Auf dem Schwerbehinderten-Platz saß eben eine Frau, die offensichtlich ihre wichtigen Telefonate alle in der Straßenbahn führen musste. Zunächst hat sie mit ihrem Hausarzt gesprochen und den angeschissen, dass sie das Medikament nicht vertragen habe, das ihr gestern mitgegeben wurde. Ihr war heiß, ihr war kalt, dann wäre sie fast umgekippt, “waschaaainlich is des Häatz, Graaislauf”. Dann hat sie auch noch eine Krankheitsmeldung gebraucht, fürs Arbeitsamt.
Anschließend hat sie bei irgendeinem Arbeitgeber angerufen, bei dem sie sich melden musste. Sie hat nämlich das Gespräch begonnen, indem sie nur kurz ihren Namen gesagt, aber dann gleich losgelegt hat, dass sie hier einen Zettel hätte, wo draufstände, dass sie sich melden solle. Sie könne aber den Job nicht machen, weil sie Asthma hätte. Sie hat dann vorsorglich erstmal etwas künstlich gehüstelt, ein bisschen Atemnot vorgetäuscht, dann war das Gespräch auch schon wieder vorbei.

Und ein Kind hat mit seiner Mutter gestritten, dass es nächstes Wochenende nicht zu seinem “scheiß Vadda” will. Sie wusste aber nichts Besseres zu antworten als: “Du wolldst letzdes und vooaletzdes Wochenend aa net zu dem Debb. Jetzt mussdehaltemol.”


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