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Blogroll die 2te
Thorsten Schäfer-Gümbel, der Realist
Dienstag, 20. Januar 2009, 20:39 Uhr unter Lästereien, Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 7 ]

Eines muss man dem in jeder Hinsicht ulkigen Thorsten Schäfer-Gümbel ja lassen: Im Gegensatz zu seiner bisherigen Landes- und Fraktionschefin Andrea Ypsilanti ist er ein Realist…

:D


Die hessische SPD und die Gewissensfreiheit der Abgeordneten
Samstag, 17. Januar 2009, 18:59 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 9 ]

Hat es die Hessen-SPD immer noch nicht verstanden? Im Grundgesetz steht in Artikel 38, Absatz 1 Folgendes:

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Einen Tag vor den Neuwahlen in Hessen nach dem unsäglichen Ypsilanti-Desaster haben die hessischen Sozis offenbar immer noch nicht begriffen, dass Dagmar Metzgers Entscheidung zählt und kein Wortbruch ist, weil sie den Wählerbetrug ihrer Spitzenkandidatin nicht mittragen wollte. Ihr Darmstädter Ortsverein hat sie vor eine Schiedskommisson zitiert, wo sie sich in zwei Wochen wegen parteischädigenden Verhaltens verantworten soll.

Ich verstehe hier nicht den SPD-Vorsitzenden Müntefering und Kanzlerkandidat Steinmeier. Die müssten doch mal auf den Tisch hauen und dieses Affentheater beenden, wenn den Hessen schon das Demokratie-Verständnis fehlt. Die Ohrfeige morgen darf der selbst ernannte “Hessen-Obama” und Internet-Wahlkämpfer Thorsten Schäfer-Gümbel ausbaden, die Ohrfeige dürfte aber eher ein Tritt in die Eier werden und richtig weh tun.

Da hilft es auch nichts, dass der grüne Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir verzweifelt noch ein bisschen rumkeift, dass Roland Koch doch so unbeliebt wäre. Hätte sich Al-Wazir mal lieber nicht so sehr Frau Ypsilanti an die Brust geworfen und ein Zeichen gesetzt, dass es mit der SPD geht, aber nicht mit den Kommunisten.


Steinewerfer im Glashaus
Freitag, 21. November 2008, 22:07 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Wenn Thorsten Schäfer-Gümbel auf diesem Niveau den Wahlkampf beginnt, sollte er am besten gleich zu Hause bleiben. Wenn ihm nichts anderes einfällt, als über das Aussehen von Roland Koch zu lästern, ist das ziemlich arm. Wenn es lustig sein sollte, hat der Witz sein Ziel verfehlt. Vor allem wundere ich mich, dass Herr Schäfer-Gümbel glaubt, er würde einen Schöneheitswettbewerb gegen Koch gewinnen. Um mich diplomatisch auszudrücken, attraktive Männer sehen anders aus. Sie haben ein Kinn und kein Milchsuppengesicht. Das war also ein Kalter. In Assi-Talkshows freue ich mich immer, wenn der Assi oder die Assi-Schlampe bei Oliver Geissen über das Aussehen der Gegenüber herziehen – Schau dich doch mal an, ey! Wie du aussiehst, ey! -, wenn die Argumente ausgehen oder gar nicht erst vorhanden sind.

Ruft die SPD in Hessen jetzt wieder die Parole Hauptsache, Koch ist weg! aus? Das war eine ganz miese Vorstellung von dem Herrn mit dem lustigen Doppelnamen. Wenn man schon einen Doppelnamen hat, ey!


Soso, politische Verkommenheit…
Montag, 3. November 2008, 18:28 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 13 ]

Meine Lieblingspolitikerin, die grüne Oberempörungs- und Türkeibeauftragte und -Sondergesandte Claudia Roth empört sich natürlich auch über das Verhalten der SPD-Abweichler, die es heute gewagt haben, Dilettanti-Ypsilanti ihre Zustimmung bei der für morgen geplanten Wahl zur Ministerpräsidentin zu verweigern. So recht verstehe ich zwar nicht, dass das den drei Herrschaften neben Dagmar Metzger erst jetzt einfällt, aber besser spät als nie.

Die Empörung bei SPD, Grünen und Linken ist mindestens so groß wie die Schadenfreude im konservativen Lager, so groß, dass ich ihr auf jeden Fall einen eigenen Beitrag widmen muss. Claudia Roth sieht im Verhalten der Abweichler – Achtung, sie greift tief in die rhetorische Keulenkiste – “politische Verkommenheit”, die zu noch größerer Politikverdrossenheit führen würde. Die Argumentation kann ich zwar nicht nachvollziehen, da die vier meines Erachtens Rückgrat beweisen, wo die anderen längst der Machtgier nachgegeben haben, und so dem Versprechen aus dem Wahlkampf treu geblieben sind, aber wenn sie meint, das ist das eben so. Irgendwas muss sie ja empören.

Auch Klaus Wowereit, der in Berlin schon länger mit den Kommunisten regiert und das gar nicht schlimm findet, empört sich auch und empfindet es als Schande.

Ich kann nur noch einmal den Artikel 38 unseres Grundgesetzes (Absatz 1) zitieren, das auch für den hessischen Landtag gelten sollte:

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Wenn die Abgeordneten der Überzeugung sind, mit den Linken wollen sie nicht zusammenarbeiten, ist es doch ihr gutes Recht, dagegen zu stimmen. Was ist daran so verkommen? Sie hätten Ypsilanti ja auch auflaufen lassen können und morgen scheitern lassen können, wie es damals Heide Simonis passiert ist. Die Sondersitzung morgen ist übrigens abgesagt worden.

[Nachtrag 04.11.] Offenbar wurde ein Wettbewerb ausgerufen, wer neben den wüstesten Beschimpfungen – “hinterlistige Schweine” führt die Rangliste derzeit an – die absurdesten Anschuldigungen gegen die als Abweichler bezeichneten Aufrichtigen loslässt. Die völlig unbekannte SPD-Bundestagsabgeordnete Helga Lopez warf den vier nicht-linientreuen Volksgenossen Bestechung vor, die mächtige Energiewirtschaft habe damit gesiegt. Damit liegt sie in dieser Kategorie vorne. Nur knapp dahinter liegt aber der SPD-Ortsverein Bonames, der wegen “parteischädigenden Verhaltens” ein Ausschlussverfahren eingeleitet hat. Das übliche Vorgehen in der SPD gegen kritische Stimmen, siehe Wolfgang Clement oder Dagmar Metzger. Solche Schlammschlachten finde ich übrigens verkommener, niederträchtiger und hinterlistiger, genau solche Äußerungen führen zur Roth’schen Politikverdrossenheit, weil Abgeordnete nicht mit dem Gewinn einer Wahl zu linientreuen Parteimarionetten mutieren und alles abnicken sollten.


Ypsilanti Dilettanti – Was bin ich schadenfroh
Montag, 3. November 2008, 16:08 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 9 ]

Getreu Edmund Stoibers Ausruf am politischen Aschermittwoch vor einigen Jahren passt dieser Reim heute wie die Faust aufs Auge. Ich lasse meiner Schadenfreude selten so freien Lauf wie ich das jetzt tue.

Ist das nicht großartig, was da in Hessen abläuft? Im Wahlkampf war schon die Maxime “Hauptsache, der Koch ist weg” maßgeblich, Inhalte spielten kaum eine Rolle, was nachkommt, schien völlig egal zu sein, wichtig war nur die Demission Kochs. Die Strategie ging auf, wenn auch nicht richtig, die CDU blieb zwar ganz knapp stärkste Fraktion, eine regierungsfähige Mehrheit aber war weg. Es folgte ein unsägliches Machtgeschacher und vor lauter Machtgeilheit wurden Wahlversprechen seitens SPD und Grüne mal eben vergessen, damit Andrea Ypsilanti hessische Ministerpräsidentin Roland Koch endlich abgewählt werden kann. Ohne Mehrheit, aber mit Duldung der Kommunisten. Eine Koalition wäre dann doch zu viel des Guten gewesen. Der damalige SPD-Chef Beck ließ den Hessen freie Hand und die Grünen waren überraschend schnell mit im Boot.

Gewählt wurde Ypsilanti aber nicht, weil Dagmar Metzger ihre Zustimmung verweigerte und auch auf heftigen Druck aus Ypsilantis Umfeld an ihrer Meinung festhielt. Roland Koch ist seitdem geschäftsführender Ministerpräsident ohne eigene Mehrheit, dem sollte morgen ein Ende gesetzt werden, Ypsilanti ließ das Abstimmen üben, üben und üben, aber ihr Gegenspieler vom konservativen Flügel der SPD, Jürgen Walter, galt spätestens seit der Kabinettsbildung als Wackelkandidat, da er keinen Ministerposten bekam und sowieso gegen eine Zusammenarbeit mit den Linken war. Und seit heute Vormittag ist es sicher, Ypsilantis Machtstreben ist vorbei, drei weitere SPD-Abgeordnete neben Frau Metzger, u.a. Herr Walter, machen das miese Spiel nicht mit und haben heute angekündigt, nicht für Y zu stimmen.. Ich verstehe zwar nicht, warum die vier SPD-Politiker jetzt “Rebellen” sind oder sein sollen, aber das ist eher nebensächlich. Sie halten an den Wahlversprechen fest und stehen dafür ein. Es zeichnete sich in den letzten Tagen schon ab, dass trotz aller Probeabstimmungen die Wahl scheitern könnte, dass es aber so deutlich wird und schon vor der Wahl passiert, hätte ich mir nicht zu träumen gewagt. Der Hessen-SPD darf man auch weiterhin getrost Wortbruch vorwerfen, die vier “Abtrünnigen” (Zitat FAZ) stehen schließlich nicht für die Parteitagsentschlüsse, die Ypsilanti grünes Licht gegeben haben. Was für ein wunderbares Szenario, Ypsilanti wird für ihr machtgieriges Spiel abgestraft. Jetzt ist Müntefering halt tief betroffen und andere Sozen sind gar empört, das wird sich wieder legen und insgeheim werden sie irgendwann froh sein, denn mit Blick auf die Bundestagswahl hätte man doch der SPD eher geglaubt, die Benzinpreise würden auf unter einen Euro sinken als ihre Beteuerungen, es gäbe auf Bundesebene keine Zusammenarbeit mit der SED. Mit ihrer Entscheidung haben sie nur etwas arg lange gewartet, diese Kritik verstehe ich, auch wenn Münte sich jetzt nicht so künstlich aufregen muss. Die vier stehen wenigstens zu den Versprechungen aus dem Wahlkampf. Hochanständig ist diese Haltung dem Wähler gegenüber auf jeden Fall.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob sich Ypsilanti morgen wirklich noch der Wahl stellt. Sie kann ja mal Heide Simonis anrufen, wie sich das anfühlt, in vier Wahlgängen keine Mehrheit zu bekommen. Bei der Gelegenheit kann sie sich gleich erkundigen, ob eine Tanzshow geplant ist, ansonsten wartet bei RTL auch das Dschungelcamp, da kann Frau Y. dann gleich wieder baden gehen..

Die von mir schon im August gewünschte politische Entsorgung Ypsilantis ist damit wohl erreicht, oder? Eine Chronologie der Ereignisse seit Januar findet sich hier.


Hauptsache weg! – Und dann?
Dienstag, 30. September 2008, 16:10 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Noch am Wahlabend habe ich mir gedacht, ob Herr Maget die Zahlen etwa verdreht hat, sich weiterhin über 43% freut und sich deshalb als Wahlsieger feiern lässt, während es andernorts schnell lange Gesichter gab, da das Wahlergebnis der SPD noch unter dem historischen Tief von 2003 lag. Realisten hatte Maget wohl nicht um sich versammelt. Hätte Herr Maget mit seiner SPD satte 10% zugelegt und der CSU die Wähler abgeworben, ich hätte ihm jede Freude zugestanden. Er hätte sie sich auch verdient gehabt. Aber der Ministerpräsident der Herzen Möchtegern-Ministerpräsident aus München hat noch einen Prozentpunkt verloren und wahrscheinlich nicht einen ehemaligen CSU-Wähler von sich überzeugen können, er wurde ebenfalls abgewatscht. Wenn man schon unten ist, fällt man eben nicht so tief. Fast lächerlich fand ich seine Idee von einer Vier-Koalition.

Zwei Tage später zeigt sich, dass er es wirlich ernst meint mit seiner Front gegen die CSU, die Grünen befürworten diese Lösung ja scheinbar ebenfalls. Ist es wieder das Hessen-Syndrom? Hauptsache weg mit den Konservativen? Was nachkommt, ist egal? Alle wollen doch das beste für Bayern, oder? Glauben diese Tagträumer wirklich, ein Bündnis aus vier unterschiedlichen Parteien wäre auch nur im Geringsten handlungsfähig? Die CSU hat ordentlich auf die Mütze bekommen, das Wahlergebnis kommt einem Tritt in die Eier gleich, ein Arschtritt wäre weniger schmerzhaft; aber hat die CSU deshalb gleich die Legitimation zum Regieren verloren, wenn sie trotz 17% weniger Wählerstimmen immer noch weit mehr als das Doppelte der SPD erzielen konnte? Von 43% träumen andere anderswo.

Das, was SPD und Grüne da durchspielen, kommt einer Wählerverarsche gleich, die haben nämlich der CSU die Stimme wohl verweigert, sie dafür aber FDP und Freien Wählern gegeben, die sich als Ergänzung oder Kontrollorgan empfohlen haben. Zumindest habe ich Jens so verstanden, was sich sehr klug anhörte. Jetzt krampfhaft, auch wenn es unrealistisch erscheinen mag, darauf hinzuarbeiten, nach der absoluten Mehrheit der CSU auch deren Regierungsbeteiligung zu beenden, widerspricht meines Erachtens dem Wahlergebnis. Wer nur 18% der Stimmen bekommen hat, kann nicht ernsthaft noch Ambitionen auf das Amt des Ministerpräsidenten beanspruchen.

Die Selbstreinigung bei der CSU ist ja schon angelaufen. Der glücklose Parteivorsitzende Erwin Huber hat seinen Rücktritt erklärt, auch Generalsekretärin Haderthauer wird auf einem Sonderparteitag abgelöst werden. Horst Seehofer steht parat und Günther Beckstein ist als neuer Ministerpräsident noch nicht sicher.

Soll das gleiche Chaos wie in Hessen nun etwa Bayern blühen? Dort folgte der Devise “Koch muss weg” das unsägliche Theater mit Ypsialnti und der SED Linken, das scheinbar in absehbarer Zeit in trockene Tücher gebracht wird. Ganz toll. Und ganz der Wählerwille. Eine Viererkoalition mit FDP, Grünen, SPD und FW… Allein der Gedanke, dass vier Parteien plötzlich miteinander sollen. Furchtbar. So schlecht steht Bayern schließlich nicht da, dass plötzlich alles anders werden muss.


Wenn ihnen schwarz zu grob ist.
Montag, 29. September 2008, 12:06 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 11 ]

Während zur Zeit Wundenlecken bei CDU, CSU und SPD angesagt ist, dürfen die FDP, die Grünen und die Freien Wähler ihre Wahlergebnisse feiern. Wieso ein Grüner verlauten ließ, die CSU hätte keinen Regierungsauftrag mehr, erklärt sich mir nicht, trotz 17,3% Verlust haben sie noch mehr als doppelt so viele Stimmen wie die SPD. Herbe Verluste, aber 43% erreichen andere nicht als Wunschergebnis. Maget hat sich ja auch wie ein Sieger feiern lassen, der Glaubwürdigkeit von Politikern ist das nicht unbedingt zuträglich, wenn Schadenfreude die dominierende Haltung ist. Das aber nur am Rande…

Dieser Schwamm, den ich von Jens im Wahlkampf bekommen habe, war das mit Abstand originellste Werbepräsent, das ich seit langem im Wahlkampf bekommen habe. Putzlappen gab es ja schon öfters, aber der Aufdruck “Wenn ihnen schwarz zu grob ist.” hat mir echt gefallen. Der Schwamm tut beidseitig gute Dienste, für Jens tut es mir echt leid, dass er es über die Liste nicht in den Landtag geschafft hat.

[Nachtrag 1] Ich habe den Eintrag von Jens oben wohl falsch interpretiert, da er geschrieben hat, es hätte nicht für ein Mandat gereicht. Das hat sich wohl auf die Erststimmen allein bezogen. Die Zweitstimmen müssen offenbar noch ausgewertet werden und da scheint es gut für ihn auszusehen, ebenso für Matthias und Marco.

[Nachtrag 2] Ich habe mich doch nicht getäuscht, Jens ist wirklich nicht im Landtag.


Die Landtagswahl und der Fußball – Ein Vergleich
Sonntag, 28. September 2008, 22:02 Uhr unter Lästereien, Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 11 ]

Letztes Jahr war der 1.FC Nürnberg noch in der ersten Liga und hat den Pokal gewonnen, ein Jahr später sind sie abgestürzt und dümpeln dem Rest in der zweiten Liga hinterher. Letztes Jahr wurde Glubb-Fan Günther Beckstein Nachfolger vom Sonnenkönig Edmund Stoiber, jetzt ist er abgestürzt und in höchster Erklärungsnot, da ein Stimmenverlust von sage und schreibe 17% für die CSU ein ähnliches Debakel darstellt wie der überraschende Abstieg des FCN am Ende der letzten Saison.

Die noch vor kurzem übermächtige CSU ist wie der FC Bayern München in einer echten Krise. Nichts mehr ist spürbar von der einstigen Überlegenheit und in die Krise mischt sich die Personaldiskussion, ob nicht zu heftig rotiert wurde. Die Führungsfigur Oliver Kahn scheint beim FCB doch ein größeres Vakuum hinterlassen zu haben, ähnlich wie Edmund Stoiber exakt heute vor einem Jahr bei der CSU. Vor der Selbstzerfleischung sollte sich die CSU jedoch ebenso schützen wie der FC Bayern.

Dann ist da dieser komische lustige 60er-Vizepräsident Franz Maget von der SPD, der gebetsmühlenartig vor jeder Wahl davon redet, dass er Ministerpräsident von Bayern werden will, dafür gute Chancen sieht und auch heute Abend mit seinen popeligen 19% einen Regierungsauftrag entdeckt haben will und von Ablösung spricht, wenn denn die FDP ihre Position nochmals überdenken würde. Ein wenig mehr Realitätssinn wäre wünschenswert. Wie bei 1859. Noch schlechter als der Glubb in die Saison gestartet, träumt man bei den Giesinger Bauern seit Jahren von höheren Weihen in der Bundesliga und ist noch nicht mal in der zweiten Liga eine Top-Mannschaft. So wie die SPD in Bayern halt. Chancenlos, aussichtslos, mit weiteren Verlusten. Aber auf niedrigem Niveau stagniert man auch leichter als auf hohem. Ich habe erst gedacht, Maget feiert strahlend den Punkt gegen Aufsteiger Ingolstadt, aber er hat sich echt für seine 19% feiern lassen.

Die Grünen und die FDP sind die Überraschungsteams der bayerischen Wahl-Saison und laufen den Volksparteien den Rang ab. Die FDP mit einem guten Ergebnis, ebenso die Grünen. Respekt. Die FDP dürfte als Koalitionspartner der CSU wohl auch berechtigte Forderungen stellen und muss der CSU, dem wankenden FC Bayern, mehr als Schützenhilfe leisten.

Die Freien Wähler, deren landespolitisches Engagement als Partei ich immer noch nicht ganz ernstnehmen kann, sind das Hoffenheim der bayerischen Politiklandschaft. Unbekannt, nicht unbedingt gern gesehen, aus dem Nichts zum Erfolg gekommen und nicht richtig einschätzbar.

Fazit: Nürnberg-Fans kann man nicht das Land überlassen, 60ern schon gar nicht, es braucht eben doch einen gestandenen Bayern-Fan, mit Ede Stoiber als Bayern-Verwaltungsratsmitglied hat man den idealen Mann grundlos gestürzt.

Wenigstens ist die Welt in Bayern weiterhin unter dem Aspekt in Ordnung, dass die Kommunisten nicht den Aufstieg geschafft haben.


Niedrige Wahlbeteiligung
Sonntag, 28. September 2008, 16:17 Uhr unter Allgemein.
Von: Alex
[ Kommentare: 2 ]

Scheinbar zeichnet sich einmal mehr eine niedrige Wahlbeteiligung ab. Ich kann es einfach nicht verstehen, dass man bei einer Wahl auf das Stimmrecht verzichtet, das andere einst mühsam erstritten haben. Da helfen leider auch alle Appelle nichts, wenn zu viele Leute glauben, die Wahlen gingen sie nichts (mehr) an.

Morgen beschweren sich dann genau die über das Wahlergebnis… Wetten, dass? Ich hoffe ja wirklich, dass dieser Missstand nicht dazu führt, dass am Ende die Kommunisten auch im bayerischen Landtag sitzen. Wenigstens bei uns ist doch auch morgen hoffentlich die Welt noch in Ordnung. Ich bin ja echt gespannt, ich finde es fast tragisch, dass ich um 18.00 Uhr noch Fußball spiele.


Pflichttermin Landtagswahl
Samstag, 27. September 2008, 17:43 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 3 ]

Meine vier Kreuzchen habe ich ja schon vor fast zwei Wochen gemacht, morgen sind alle anderen, die noch nicht per Briefwahl abgestimmt haben, aufgerufen, ins Wahllokal zu gehen. Leider ist die Stimmabgabe nicht verpflichtend, deshalb ergehen unzählige Appelle an die Wahlberechtigten, von ihrem Recht auch Gebrauch zu machen. Zu viele bleiben regelmäßig auf ihren fetten Ärschen hocken.

Ein Kreuz pro Wahlzettel, das sollte niemanden überfordern. Wer daheim bleibt und schmollt, für ihn könne eh niemand etwas tun, sollte sich am besten gleich eingraben, denn eine nicht abgegebene Stimme berechtigt auch nicht mehr zur Kritik. Und aus reinem Protest, “um es denen zu zeigen”, die Nullen links und rechts außen wählen, kann es auch nicht sein. Weder die Kommunisten, noch die Nazis werden in irgendeinem Parlament auch nur das Geringste ausrichten.

Geht zur Wahl und nehmt eure Bürgerpflicht ernst, es ist von niemandem zu viel verlangt, sich ein paar Gedanken zu machen und dann eine sinnvolle Stimme abzugeben.

Ich bin ja mal auf das Ergebnis gespannt, ob die CSU ihre Mehrheit mit einem blauen Auge sichern kann, oder ob sie erstmals seit Jahrzehnten einen Koalitionspartner braucht. Den vier Landtagskandidaten aus der Würzmischung drücke ich die Daumen, dass es mit dem Einzug in den Landtag klappt. Direkt oder über die Liste.

Die ÖDP hat bei mir endgültig verschissen. Die haben erfolgreich gegen den Wahlomat geklagt, weil sie als Überflieger-Partei und Top-Favorit auf den Einzug in den Landtag tatsächlich nicht berücksichtigt worden ist. Ganz toll, auch viele andere politische Randerscheinungen sind nicht berücksichtigt worden, würden alle antretenden Parteien in den Wahlomat aufgenommen, würde es das System sprengen, sich auf diese Weise einen groben Überblick zu verschaffen. Es sind die laut Umfragen chancenreichsten Parteien, das sollte auch die ÖDP akzeptieren, leider hat sie Recht bekommen.


Vier Kreuzchen gemacht
Montag, 15. September 2008, 20:02 Uhr unter Politik.
Von: Alex
[ Kommentare: 1 ]

So, als pflichtbewusster Bürger habe ich jetzt nach über vier Stunden Lehrerkonferenz meine Briefwahlunterlagen rausgeholt und gewählt, sowohl für die Landtagswahl, als auch für die Bezirkstagswahl, auch wenn das eines der Gremien ist, wo ich nicht so recht weß, wieso ich dieses wähle. Was macht der Bezirkstag so Wichtiges? Die sind ja nicht mal täglich in der Zeitung wie all die Bürgermeister und Landräte, die zu jedem Kaninchenzüchterverein eingeladen werden. Egal. Wahl ist Wahl und ich habe für niemanden Verständnis, der aus lauter Trotz behauptet, er wähle deshalb nicht, weil es eh nichts bringt. Deppen sind das.

Nur ein Kreuzchen auf einem so großen Wahlschein, dabei hätte ich so gerne mehr vergeben. So eine Briefwahl ist auch eine Herausforderung, vor allem dann, wenn man wie ich so ungerne Anleitungen liest. Es musste dieses Mal doch sein, weil ich ja nicht will, dass meine Stimme ungültig ist. Blaue Scheine in den blauen Umschlag, weiße in den weißen, beides zukleben, eidesstattliche Erklärung dazu und dann alles in den roten Umschlag, den ich morgen in den Postkasten werfen kann.


Würzmischung #32 – Landtagswahlkampf mal vier
Montag, 8. September 2008, 17:03 Uhr unter Politik, Würzmischung / Podcast.
Von: Alex
[ Kommentare: 5 ]

Eigentlich hatten Ralf und ich uns schon von der Idee verabschiedet, vor der Landtagswahl wieder mit den Kandidaten zu podcasten, da uns die Zeit gefehlt hat. Die Zeit für Einzel-Podcasts wohlgemerkt. Der Gedanke selbst hat uns aber nicht losgelassen, auch weil Matthias und Jens gefragt haben, ob wir wieder etwas planen, und so haben wir die kurz angedachte Alternative, eben einfach alle auf einmal einzuladen, flugs in die Tat umgesetzt. Es war nicht ganz einfach, die vollen Terminkalender von vier vielbeschäftigten Jung-Politikern miteinander in Einklang zu bringen. Der Termin war dann halt der Sonntagmittag kurz nach dem Zwölf-Uhr-Läuten, aber es hat geklappt. Und so waren gestern – in alphabetischer Reihenfolge – Jens Brandt (FDP), Matthias Gauger (Die Grünen), Oliver Jörg (CSU) und Marco Schneider (SPD) bei uns zu Gast und haben sich mit uns und miteinander unterhalten.

Allerdings nicht über Politik, sondern über eher Persönliches. Für den Fall, dass doch einer der vier Landtagsbewerber seiner Passion folgen musste, haben wir uns eine kleine Sonderregel ausgedacht. Herausgekommen ist die Würzmischung #32, die Ralf und mir, aber auch den vier Kandidaten richtig Spaß gemacht hat.

Zum Download.


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